Almers Aufstieg: „Aufgabenkombi ist ein bissl freaky“. Robert Almer ist neuer Sportlicher Leiter des SVM, Tormanntrainer und derzeit mehr als eingedeckt mit Arbeit.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 30. August 2018 (07:36)
Bernhard Fenz
Ob als Tormanntrainer (hier bei einer Übung mit Tennisbällen) oder als Sportlicher Leiter: Robert Almer ist beim SVM derzeit ein gefragter Mann. Foto: Bernhard Fenz

Er wirkt angenehm ruhig, ähnelt im Stil einem Sir und durchlebt derzeit doch eine höchst bewegte Zeit seiner Berufslaufbahn. Robert Almer, 34 Jahre, ist seit Dienstag der Vorwoche offiziell Sportlicher Leiter des SV Mattersburg.

Im Zuge der personellen Umstrukturierungen geriet der ehemalige Teamtorhüter bei seinem neuen, alten Verein (von 2006 bis 2008 war er als Tormann hier engagiert) unverhofft in die Sogwelle nach oben und folgte Franz Lederer nach. Der langjährige Trainer und seit 2013 eben Sportliche Leiter wurde vergangene Woche vom Verein freigestellt.

Nebenbei ist Chefcoach Gerald Baumgartner seit dem besagten 21. August ebenfalls Geschichte, bereits davor endete die Zeit von Renato Gligoroski als Co-Trainer.

„Nach ein paar Tagen Überlegung war klar: Diese Chance sollte ich auch nutzen.“Robert Almer über seine dienstliche Beförderung zum Sportlichen Leiter beim SV Mattersburg.

Höchst bewegte Zeiten also, in denen Almer nun in doppelter Funktion als Ruhepol glänzen muss. Am Platz ist er weiterhin Tormanntrainer, abseits der gepflegten Grashalme frisst das neue Aufgabengebiet derzeit die Arbeitszeit im Alleingang auf.

Bernhard Fenz
Ob als Tormanntrainer (hier bei einer Übung mit Tennisbällen) oder als Sportlicher Leiter: Robert Almer ist beim SVM derzeit ein gefragter Mann. Foto: Bernhard Fenz

„Von der Organisation des Busses bis zu den Sorgen der Spieler gibt es aktuell zahlreiche Dinge, die zu erledigen sind.“ Die Palette an Aufgabenbereichen sei groß, „angefangen von Rechnungswesen, Buchhaltung, Kalkulationen oder Online-Marketing. Der Job ist an sich jedenfalls die perfekte Ergänzung zu meinem Studium (Anm.: Fernstudium „Business Administration Sport“ an der FH Burgenland).

Vieles ist im Moment „Learning by doing“, aber mit solchen Herausforderungen kann man schon auch wachsen“, so der Neo-Tausendsassa nach einer Trainingseinheit im Gespräch mit der BVZ. Almer trägt dabei die gewohnte sportliche SVM-Betreuermontur, „TT“ steht am Leiberl, die Abkürzung für Tormanntrainer. Ob er längerfristig beide Funktionen ausüben könne? „Die Kombination ist auf Sicht gesehen sicher nicht ideal und derzeit bissl freaky, aber das passt schon.“

Einarbeitungsphase der intensiven Sorte

Schließlich gilt es in der vereinsintern so bewegten Phase auch nicht Personalkonstrukte zu hinterfragen. Es gibt Wichtigeres: Bis Freitag, 24 Uhr, ist etwa die Transferzeit noch im Gange, ergo läuft diesbezüglich auch das Telefon heiß. „Wenn wir noch handeln, dann muss natürlich alles relativ schnell über die Bühne gehen.“

In weiterer Folge soll dann das SVM-Schiff wieder in ruhigere Gewässer fahren. Die jüngste Bestellung von Klaus Schmidt zum neuen Trainer war hier ein erster Schritt, damit sich auch die neuen Arbeitsabläufe wieder einspielen. Dann wird wohl auch das Leben des Robert Almer wieder in die dienstlich/private Balance kommen, steht derzeit doch vor allem die Arbeit im Vordergrund. Seit dem offiziellen Dienstantritt vergehen die Tage oft von sechs Uhr Früh bis Mitternacht wie im Flug, der dominante Fokus gilt dabei dem SV Mattersburg – ein klassischer Fall von intensiver Einarbeitungsphase.

Schließlich hat sich mit dieser Möglichkeit eine Tür geöffnet, die er vor einigen Monaten noch gar nicht im Fokus hatte. „Der eigentliche Plan war, gemütlich mein Studium fertigzumachen und daneben die Trainerausbildung voranzutreiben“, erinnert sich der gebürtige Steirer an das Frühjahr und das Ausloten seiner Karriere nach der Karriere zurück. Nun kam alles anders – und Robert Almer freut es: „Nach ein paar Tagen Überlegung war klar: Diese Chance sollte ich auch nutzen.“