Ivanschitz im MLS-Finale: „Einfach unglaublich“. Andy Ivanschitz steht mit Seattle erstmals im Endspiel um den MLS-Cup – das Saisonfinish wird historisch.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 30. November 2016 (06:07)
BVZ, Gepa
Yes! Andreas Ivanschitz bejubelte mit seinen Kollegen den erstmaligen Einzug ins große Finale der Major League Soccer.

Ein Trainerwechsel zum richtigen Moment (Brian Schmetzer folgte Langzeitcoach Sigi Schmid), ein kluger Transfer mit Offensivmann Nicolas Lodeiro – und die Seattle Sounders kamen in der US-Profiliga wieder in die Spur.

Was beim Klub von Andreas Ivanschitz Ende Juli so aussah, als ob der Grunddurchgang wenigstens mit Anstand beendet werden könne, sollte sich zu einer Aufrollaktion des Western Conference-Feldes von hinten entwickeln. So sprang das Team noch auf den Playoff-Zug und schaltete in den Ausscheidungsspielen nach Real Salt Lake auch Dallas und Colorado aus – zwei Gegner mit einem klar besseren Saisonschnitt.

Erstmals im Endspiel: „Alle überglücklich“

Zum besten Zeitpunkt der Saison wurden Effizienz und Konstanz permanente Seattle-Tugenden. So auch am Sonntag – da war es nach dem 1:0-Auswärtserfolg im Rückspiel bei den Colorado Rapids (das Hinspiel gewann Seattle mit 2:1) klar, dass die Sounders erstmals in ihrer Klubgeschichte im Endspiel der Major League Soccer (MLS) um den sogenannten MLS-Cup stehen werden.

Dort trifft man dann am 10. Dezember als Sieger aus dem Westen auf den Ost-Champion, der heute, Mittwoch, zwischen Toronto und Montreal (das Hinspiel gewannen Letztere 3:2) ermittelt wird.

„Alle sind überglücklich, dass wir erstmals die Western Conference gewonnen haben und somit um den MLS-Cup spielen werden. Ein enorm wichtiger Tag in der Geschichte der Seattle Sounders. Nach einem turbulenten Jahr haben uns das die wenigsten noch zugetraut, umso größer ist natürlich die Freude.“

„Anfang Juli waren wir Tabellenletzter und hatten eine 7%-Chance auf die Playoffs. Jetzt sind wir Western-Champions, einfach unglaublich.“

Andreas Ivanschitz

In diesem Zusammenhang erinnerte sich der 33-jährige Baumgartener an die schwere Zeit Anfang Juli. „Da waren wir Tabellenletzter in der Western Conference, jetzt sind wir Champions – einfach unglaublich.“

Dabei gingen die Colorado Rapids, Zweiter nach dem Grunddurchgang, im Western Conference-Finale trotz der 1:2-Niederlage im Hinspiel in Seattle als leichter Favorit ins Rennen – nicht zuletzt auch aufgrund der bis dato weißen Heimweste im Jahr 2016. Den Sounders sollte jedoch zum besten Zeitpunkt der Sieg in Colorado gelingen.

Finalgegner? „Ich habe keine Präferenz“

US-Stürmer Jordan Morris schob nach einer verhaltenen ersten Hälfte der Gäste in Minute 56 den Ball an Goalie Zac MacMath vorbei ins Netz, danach hatten die Rapids kein Rezept mehr für die Wende.

Ivanschitz: „Colorado ist extrem heimstark, deshalb wussten wir, dass wir gut verteidigen und kompakt stehen müssen. Dadurch hat auch nicht viel Ballbesitz für uns herausgeschaut, was aber durch das Hinspiel-Ergebnis nicht unbedingt nötig war. So hat nach der Pause eine gute Aktion gereicht, um das Duell endgültig zu entscheiden.“

Ivanschitz und seine Mitspieler können sich nun in aller Ruhe ansehen, wer im Finale am 10. Dezember auf der anderen Seite stehen wird. Im Endspiel der Eastern Conference muss Toronto ein 2:3 gegen Montreal aufholen. Setzt sich Montreal durch, hätte Seattle (weil mehr Punkte im direkten Vergleich nach der „Regular Season“) im Finale Heimrecht. Im Fall von Toronto müsste Seattle auswärts in Kanada ran.

Die Erwartungen des Burgenländers zu Wochenbeginn: „Ich habe keine Präferenz, wobei ein Heimfinale sensationell wäre. Wir alle feiern jetzt mal und genießen den Moment.“