Martin Poiger: „Erfolge sind kein Zufall“

Martin Poiger geht in seine zweite Periode als Präsident des Österreichischen Judoverbands.

Erstellt am 14. Oktober 2021 | 01:40
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Martin Poiger, ÖJV-Boss.
Foto: GEPA pictures/Brem

Die abgesagte Judo-WM 2021 in Wien und nicht eingehaltene finanzielle Zusagen rund um das geplante Großevent waren im Oktober 2019 der finale Auslöser für eine außerordentlichen Generalversammlung des Österreichischen Judoverbands (ÖJV) samt Neuwahlen. Der Oberwarter Martin Poiger beerbte Hans Paul Kutschera und wurde neuer Präsident. Zwei Jahre später erfolgte am vergangenen Samstag die erste Ordentliche Generalversammlung, im Zuge derer der promovierte Betriebswirt einstimmig wiedergewählt wurde.

Der 44-jährige Oberwarter freute sich über das Ergebnis („… zeigt, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen“) und geht somit in seine erste volle Amtsperiode von vier Jahren. Poiger und sein Team haben seit dem Antritt 2019 bereits einiges vorzuweisen. „Erstmals seit 1984 haben wir zwei Olympia-Medaillen gewonnen, erstmals seit 2010 auch wieder eine WM-Medaille. Die Installierung eines ÖJV-Bundesstützpunktes in Linz und das Engagement von Yvonne Bönisch trägt bereits Früchte. Es freut mich, dass Yvonne nicht nur Schlagzeilen macht, weil sie der erste weibliche Judo-Headcoach der Welt ist, sondern auch, weil wir so erfolgreich wie schon lange nicht mehr sind.

Die Erfolge sind jedenfalls kein Zufall: Sie setzt auf Teamwork, gute Stimmung und harte Arbeit auf und abseits der Matte.“ Auf dieser Basis soll der sportliche Erfolg prolongiert werden – hier ist Olympia 2024 in Paris der nächste ausgewiesene Höhepunkt. Aber auch an der Basis gelte es, alle durch die Covid-Pandemie verlorenen Mitglieder schnellstmöglich zurückzugewinnen. Poiger: „Wir wollen die Aufmerksamkeit, die wir durch unsere Olympia-Medaillen errungen haben, bestmöglich nutzen.“ Neu im Team ist mit Sabrina Filzmoser als Vizepräsidentin (insgesamt hat Poiger nun fünf „Vizes“) eine Judo-Persönlichkeit, die den Verband „aus allen Blickwinkeln kennt. Es freut mich, dass wir sie gewinnen konnten.“

Zuversicht auch beim Blick ins Burgenland

Bundesweit hat Martin Poiger das Zepter weiter in der Hand, im Burgenland werkt parallel Bruder Roland (43) als Verbands-Boss. „Mit ihm gibt es einen sehr aktiven Landespräsidenten, der mit seinem neuen Vorstandsteam sehr bemüht ist. Natürlich ist das Burgenland weniger im Leistungssport aufgestellt – bis auf Jennersdorf, wo sich Julia Sommer im Nationalkader festgesetzt hat. Aber die Funktionäre und Trainer sind motiviert, darum glaube ich, dass es auch wieder einen Zulauf bei den Vereinen geben wird“, ist der wiedergewählte ÖJV-Chef auch in rot-goldener Hinsicht zuversichtlich.