Burgenland-Volleyball: „Eigene Liga macht keinen Sinn“. Zu wenige Vereine, zu wenige Perspektiven im Nachwuchs – nun wird der Ruf nach einem Schulprojekt laut(er).

Von Daniel Fenz. Erstellt am 22. November 2018 (06:19)
Daniel Fenz
Aushängeschild: Anna Brückler und die Frauen aus Jennersdorf.

Das große Aushängeschild des Burgenlandes sind nach wie vor die Jennersdorfer Frauen, die in der zweithöchsten Liga Österreichs – der 2. Bundesliga – spielen. Die Mannschaft hat sich aus der Schülerliga heraus formiert. Flächendeckend ist diese Entwicklung im Burgenland freilich nicht. Es fehlt an der Quantität, um Volleyball richtig voranzutreiben.

„Fußball schon immer ein großer Gegenpol“

„Fußball war im Burgenland schon immer ein großer Gegenpol zu unserer Sportart“, weiß Doris Kager aus Oberschützen, zweite Vizepräsidentin des Burgenländischen Volleyballverbands (BVV) über die Problematik Bescheid: „Vor allem bei den Burschen haben wir noch immer Nachholbedarf.“

Am Meisterschaftsbetrieb – in steirischen Ligen – nehmen vorwiegend Mädchen aus dem Südburgenland teil, Vamos Mattersburg versucht sich ab sofort in Niederösterreich in der 1. Klasse.

Oben im Norden wiederum sind Neusiedl, Zurndorf und Frauenkirchen aktiv. Sie nehmen an der Römerliga, einer bundesländerübergreifenden Hobbyliga in Ostösterreich, teil. Der Verein aus Frauenkirchen versucht dem Problem der fehlenden männlichen Jugend seit einiger Zeit entgegenzuwirken – um nicht in einigen Jahren den Spielbetrieb einstellen zu müssen: „Wir haben aktuell nur Erwachsene, die in der Hobbyliga und bei der Landesmeisterschaft spielen. Derzeit bauen wir den Nachwuchs auf, es wird aber Zeit benötigen, bis dieser in der Meisterschaft eingesetzt werden kann“, sagt Franz Pfeffer, Obmann von Grande Volley Frauenkirchen. Der Klub wurde zuletzt auch mit dem Jugendförderpreis der Sportunion Burgenland ausgezeichnet.

Manfred Forjan, erster Vizepräsident des BVV und Jennersdorfer Funktionärs-Tausendsassa, zeigt eine andere Problematik im Verband auf: „Es gibt im Burgenland keine eigene Liga, da die Vereine in verschiedenen Ligen und Bundesländern spielen. Aktuell macht es noch keinen Sinn.“ Auf Sicht gesehen wäre ein rot-goldener Meisterschaftsbetrieb aber wichtig. „Eine gemeinsame Liga hätte wohl auch mehr Anreiz für den Nachwuchs im Land.“

Zukunftsmusik. Forjans aktueller Ansatz für die Weiterentwicklung des Volleyballsports im Burgenland: Die Nachwuchsarbeit gehöre intensiviert. „Wünschenswert wäre etwa ein Schulprojekt, damit auch neue Nachwuchsspieler in die Vereine gebracht werden können.“