SVM-Versteigerung: 12.802 Mal „Verkauft!“. Fast 100.000 Gebote gab es im Zuge der groß angelegten Online-Versteigerung der Konkursmasse – der Andrang auf das SVM-Inventar war enorm.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 02. Juli 2021 (03:26)
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Ab in den Osten Europas. Als einer der letzten großen Posten im Pappelstadion wurde der rund 20 Meter hohe Fernsehturm versteigert – und zwar nach Polen. Zuletzt wurde der markante Turm abgebaut, um dann seine Reise antreten zu können. Im Hintergrund ist die Haupttribüne sichtbar. Dort wurden, bis auf den Sektor ganz rechts, alle Sitze von externen Bietern ersteigert und abgeschraubt.
Wolfgang Millendorfer/aurena.at, Wolfgang Millendorfer/aurena.at

Seit Anfang Mai wurde all das, was im Besitz des seit Sommer 2020 nicht mehr existierenden SV Mattersburg war, kontinuierlich versteigert. Und die bewegliche Konkursmasse des ehemaligen Bundesligisten, der im Sog des Commerzialbank-Skandals unterging, erfreute sich großer Beliebtheit. Viele sicherten sich aus sentimentalen Gründen Erinnerungsstücke wie Trikots, Bilder oder Fangegenstände.

Aber auch das Interesse am so breit gestreuten Inventar, von der Gerätschaft über Container, Bälle, Gastro-Artikel bis hin zu Fußballtoren, Büro-Utensilien und dergleichen, war gewaltig. Hier wurde die Online-Plattform aurena.at mit der Durchführung in Form einer „Auftrags-Auktion“ betraut, Geschäftsführer Jürgen Blematl zog ein höchst positives Resümee: „Wir haben sehr viele zufriedene Menschen gesehen, die etwas ersteigert haben. Auch für uns war das keine alltägliche Auktion, sondern ein Riesenprojekt, bei dem nichts Nennenswertes übrig geblieben ist.“

 „Auch für uns war das keine alltägliche Auktion, sondern ein Riesenprojekt, bei dem nichts Nennenswertes übrig geblieben ist.“ Jürgen Blematl, Geschäftsführer von aurena.at

 In Zahlen, wurden nicht weniger als 12.802 Posten im Zuge von insgesamt 20 Auktionen rund um den SV Mattersburg online verkauft. 2.775 Bieter nahmen teil, insgesamt wurden 94.758 Gebote abgegeben. Mit etwas Glück konnte man sich dann ein Schnäppchen sichern, je nachdem, wie die Gebote in die Höhe getrieben wurden.

Denn der eine oder andere Posten hatte dann schon seinen Preis. Spitzenreiter waren hier die Video-Wall, die um 46.700 Euro neue Besitzer erhielt, oder auch das VIP-Zelt des SVM, das um 41.000 Euro ersteigert wurde – gefolgt von den Wärmepumpen für die Rasenheizung.

Geographisch bunt verstreut werden die gekauften Produkte künftig eine neue Verwendung haben. So wurde der rund 20 Meter hohe Fernsehturm als einer der letzten großen Posten von einem Bieter aus Polen ersteigert. „Das Interesse an der Auktion war schon beeindruckend“, sagt Blematl.

Geblieben ist unter anderem das Flutlicht, auf der Haupttribüne gibt es auch noch einen Sektor mit den ursprünglichen Sitzen. Alle anderen Gelegenheiten, um Platz zu nehmen, sind vorerst weg. Was bleibt, ist ein ziemlich leeres Pappelstadion – und noch die eine oder andere Unklarheit. Wer auf der Liegenschaft der Stadtgemeinde Mattersburg künftig die Sportstätte nutzen wird, ist nämlich noch nicht fix. Interesse hat der SVM-Nachfolgeverein Mattersburger SV (MSV) 2020, der den Nachwuchs des ehemaligen Bundesligisten übernommen hatte und nun in der neuen Saison mit der Kampfmannschaft in der 2. Klasse Mitte einsteigt. Hier wird in der Fußballakademie Burgenland trainiert und gespielt, auch wenn langfristig gesehen das Pappelstadion als MSV-Heimstätte ein Ziel wäre.

Zukunftsmusik. Bis diese Themen geklärt sind, wird es jedenfalls wieder wesentlich leiser an dem Ort, den jahrelang tausende von Fans regelmäßig bei den Fußballspielen besuchten und bei dem in den vergangenen Wochen auch viel los war. Aber das war so gesehen nur der letzte Sturm vor der jetzigen Ruhe.