Strikte Corona-Auflagen für den Trainingsstart. Seit vergangenem Dienstag darf an den Standorten in Eisenstadt, Oberwart und Neusiedl trainiert werden.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 14. Februar 2021 (02:34)
Trainingsauftakt. Jonas Kollar, Nico Wukowitsch, Julian Leitgeb und Timo Schissler (v.l.) vom LAZ Eisenstadt freuten sich vor der ersten gemeinsamen Einheit nach dem Lockdown schon darauf endlich wieder am Platz dem Ball nachjagen zu dürfen.
Didi Heger

„Der Weg bis zum ersten Training war kein einfacher. Aber wir freuen uns natürlich riesig, wieder gemeinsam auf dem Platz zu stehen“, sagt Didi Heger, Standortleiter des LAZ Eisenstadt. In der Vorwoche war der Trainer genauso wie seine Kollegen Florian Hotwagner (Oberwart) und Wolfgang Bauer (Neusiedl) mit Vorbereitungsarbeiten eingedeckt. Die Drähte zwischen dem ÖFB, Standortleitern, Trainern und Eltern glühten heiß. „Wir mussten viele Fragen beantworten, für uns alle ist das Neuland. Es gibt ja keine Erfahrungswerte, da das aktuelle Präventionskonzept weit strenger ist, als es jene im Mai und Juni des Vorjahres war.“

Neben einer Zustimmungserklärung der Eltern, die vor der ersten Trainingseinheiten eingeholt werden musste, verpflichten sich Spieler und Trainer zu wöchentlichen Covid-Tests und zum Führen eines Gesundheitstagebuches. „Das nehmen wir alle gerne in Kauf, um endlich wieder Trainings abhalten zu dürfen“, hat Oberwarts Standortleiter Florian Hotwagner, kein Problem mit den Auflagen. Während der Trainings ist übrigens auch Körperkontakt erlaubt. „Davor und danach herrschen aber auch strenge Regeln, an die wir uns sehr genau halten“, so Neusiedls Standortleiter Wolfgang Bauer. Die Kinder müssen die Trainingsstätte mit Mund-Nasen-Schutz betreten (Anm.: Trainer mit FFP2-Maske), sich die Hände desinfizieren und auch in den Pausen Abstand halten. Wer sich krank fühlt, muss zuhause bleiben.

„Die LAZ-Standorte wurden wie die Akademien in den Spitzensport-Paragraphen aufgenommen. Daher sind Trainings möglich.“ Didi Heger, Standortleiter im LAZ Eisenstadt

Konfrontiert sah man sich in der vergangenen Woche allerdings auch mit sehr viel Kritik. Die Öffnung der LAZ-Standorte und deren Vorstufen stieß nicht nur auf Zustimmung. Etliche Vereinsverantwortliche und -trainer sehen sich benachteiligt. „Ich kann sie verstehen. Dass so viele Kinder aktuell nicht trainieren dürfen, ist ein unerträglicher Zustand. Zumal im ersten Lockdown viele tolle Arbeit geleistet haben, sich an alles gehalten haben“, bringt Heger Verständnis für die Kritik auf, die sich oftmals aber an die falschen Adressaten richtete. Der LAZ-Standortleiter, der auch seinen Heimatverein Oberpullendorf bei der Nachwuchsarbeit unterstützt, weiß aber auch um die Schwierigkeit der Umsetzung des aktuellen Konzepts im Breitenfußball: „Es war schon sehr viel Aufwand für den LAZ-Standort. Wenn ich denke, das alles für sieben Teams in Oberpullendorf machen zu müssen, weiß ich nicht, wo ich die Zeit hernehmen soll.“

Für die Öffnung des landesweiten Nachwuchsfußballs bedarf es daher weniger aufwendiger Konzepte. „Wir in den LAZs werden alles dafür tun, um aufzuzeigen, dass der Nachwuchsfußball sicher ist. Dann sollten hoffentlich bald für alle wieder Trainings möglich sein.“

BVZ: Am Dienstag fand das erste Training am Standort Eisenstadt statt. Wie war die Stimmung?

Didi Heger: Nach der langen Zeit im Heimtraining merkte man den Spielern natürlich an, welche Freude sie hatten, endlich wieder ihrer Leidenschaft nachgehen zu dürfen.

In den sozialen Netzwerken äußerten viele Vereinstrainer und Funktionäre harsche Kritik an der LAZ-Öffnung, während viele Kids noch nicht spielen dürfen. Wie stehen Sie dazu?

Heger: Ich kann die Enttäuschung verstehen. Ich helfe selbst noch im Nachwuchs meines Heimatvereins Oberpullendorf mit. Auch mir blutet das Herz, dass viele Kinder im Freien nicht ihrem Hobby nachgehen dürfen. Dennoch ist die Kritik nicht immer gerechtfertigt.

Wie darf man das verstehen?

Trainingsauftakt. Jonas Kollar, Nico Wukowitsch, Julian Leitgeb und Timo Schissler (v.l.) vom LAZ Eisenstadt freuten sich vor der ersten gemeinsamen Einheit nach dem Lockdown schon darauf endlich wieder am Platz dem Ball nachjagen zu dürfen.
BVZ

Heger: Die Kritik richtet sich oft an die falschen Personen und Verbände. Am Ende entscheidet über alles, was derzeit in Österreich passiert, der Gesundheitsminister. In jenen Verbänden, zu denen ich guten Kontakt pflege, wird alles versucht, um endlich zu öffnen. Leider handelt man sich oft eine Abfuhr ein.

Der LAZ-Trainingsstart wurde von einigen Maßnahmen begleitet. Was musste erledigt werden und wie schwer war die Umsetzung?

Heger: Erst musste ein medizinisch verantwortlicher Arzt bestimmt werden. Die Jungs und Mädels müssen vor dem ersten Training der Woche einen negativen Test absolvieren und alle im Trainingsbetrieb müssen ein Gesundheitstagebuch führen. Zudem gibt es viele Graubereiche und dadurch viele Fragen der Eltern.