Gold, Silber & Bronze bei Hallen-Staatsmeisterschaften. Gleich mehrere burgenländische Leichtathleten räumten beim krönenden Abschluss in Linz ab und nahmen ein ganzes Set Medaillen mit nach Hause.

Von Daniel Fenz, Malcolm Zottl und Peter Wagentristl. Erstellt am 25. Februar 2021 (02:11)
Die gebürtige Riedlingsdorferin Yvonne Zapfel wurde disqualifiziert und kam im Hauptlauf nicht ins Ziel.
zVg/ÖLV/Alfred Nevsimal

Bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften der Allgemeinen Klasse setzten die heimischen Leichtathleten den Aufwärtstrend fort und bestätigten ihre Leistungen auch auf nationaler Ebene. In Linz holten die burgenländischen Starter — einige davon im Dress niederösterreichischer Vereine — mehrere Titel und Medaillen.

Ein Top-Comeback von Raphael Pallitsch

So krönte der Oggauer Raphael Pallitsch sein noch junges Comeback in der Stahlstadt mit einem klaren Meistertitel über 800 Meter. Mit einer Zeit von 1:50,96 Minuten deklassierte er die Konkurrenz. Pallitsch, mittlerweile 31 Jahre, unterrichtet auf der Sportuniversität Schmelz und läuft für Schwechat. 2012 feierte er sein erfolgreichstes Jahr als 800-Meter-Staatsmeister sowie WM- und EM-Teilnahmen, beendete seine Laufbahn aber im Jahr 2015 verletzungsbedingt. Nun, da es körperlich wieder weit besser läuft, feierte er vor kurzem sein Comeback – und wie. Beinahe hätte der Burgenländer auch das EM-Limit geschafft – nur vier Zehntel fehlten. Beeindruckend!

Raphael Pallitsch. Der Oggauer im Schwechat-Dress krönte sein Comeback mit dem Staatsmeistertitel.
zVg/ÖLV/Alfred Nevsimal

Zum Vize-Meistertitel über 800 Meter lief, wie bereits im Vorjahr, Caroline Bredlinger vom Laufteam Burgenland Eisenstadt.

Bredlinger zu Silber und Platz 1 der Bestenliste

Nach starker Freiluftsaison und persönlicher Bestzeit beim einzigen Start über 800 Meter in der heurigen Hallensaison zählte die 19-jährige Trausdorferin zum engsten Favoritenkreis. Nach taktischen und spannenden 700 Metern fiel die Entscheidung erst im Zielsprint zwischen drei Athletinnen. Schlussendlich hatte zwar Carina Schrempf (Union St. Pölten) die Nase vorne, Silber und damit den Vize-Meistertitel holte sich aber Bredlinger mit einer Zeit von 2:12,39 Minuten. Damit beendet sie die Hallensaison als Erste der österreichischen Jahres-Bestenliste über 800 Meter. Als Nächstes will sie das U23-EM-Limit in Angriff nehmen.

Silber über 800 Meter: Caroline Bredlinger kam als Zweite ins Ziel.
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Ebenfalls für das coronabedingt verkleinerte Starterfeld qualifizierte sich auch ihre Teamkollegin und Trainingspartnerin Anna Leser, die dem Führungstrio bis zur 600-Meter-Marke dicht auf den Fersen blieb. Die 19-jährige Neufelderin kam schließlich nach 2:16,78 Minuten als Fünfte ins Ziel. Uschi Bredlinger: „Als Obfrau des Laufteams und Trainerin der beiden bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Zwei Läuferinnen unter den Top-Fünf bei einer österreichischen Meisterschaft sind eine tolle Motivation für die Freiluftsaison.“

Die Dritte im Bunde des Laufteams war die Riedlingsdorferin Yvonne Zapfel. Ihre Bilanz ist tendenziell bitter, sie wurde im Hauptbewerb über 60 Meter Hürden schon vor dem Ziel gestoppt. „Ich wurde leider schon vor Ende des Bewerbes disqualifiziert.“ Mehr als der Trainingslauf, den man freiwillig bestreiten konnte, war für die Südburgenländerin nicht drin.

16-jähriger Neudörfler lief auf das Podest

Über eine Bronzemedaille durfte sich der 16-jährige Neudörfler Emil Bezecny freuen. Über die 3.000 Meter lief der DSG Wien-Athlet in 8:32,79 Minuten auch einen neuen Wiener Landesrekord in der U18-Klasse. Bezecny zählt seit vielen Jahren zu den größten heimischen Laufhoffnungen. Bereits 2016 wurde er als Zwölfjähriger Dritter beim Zillingdorfer Silvesterlauf – in der Allgemeinen Klasse wohlgemerkt.

Bronze über 3.000 Meter. Emil Bezecny (r.) neben Sieger und Olympiastarter Andreas Vojta.
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Seine Schule, das BG Zehnergasse Wiener Neustadt, führte er im vorigen Schuljahr zum nationalen Meistertitel im Schul-Crosslauf. Zuletzt zeigte Bezecny auf internationaler Bühne auf, holte sich bei der Balkan-Meisterschaft in Sofia (Bulgarien) die Goldmedaille über 3.000 Meter in der U20-Klasse. Ich freue mich sehr über den Start-Ziel-Sieg, obwohl ich mir eine schnellere Zeit erhofft habe“, sagte Emil Bezecny nach dem Rennen und erwähnte, dass er dabei „wertvolle Erfahrung für weitere Wettkämpfe gesammelt“ habe. Eine Erfahrung, die sich nun bei der Staatsmeisterschaft in Form einer Bronzemedaille in der Allgemeinen Klasse bezahlt machte.

Am Start war auch Niklas Strohmayer-Dangl von der Leichtathletik-Akademie Eisenstadt. Über 400 Meter erreichte der Hürdenlauf-Spezialist den sechsten Platz, blieb mit seiner Zeit von 50,33 aber diesmal deutlich über seiner persönlichen Bestzeit.