Niklas Strohmayer-Dangl sprintete Last Minute zur EM

Erstellt am 31. Juli 2022 | 05:06
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8427955_eis30fr_strohmayer_3sp.jpg
Akribisches Duo. Niklas Strohmayer-Dangl und Trainer Rolf Meixner wurden für die harte Arbeit in den vergangenen Wochen belohnt.
Foto: NOEN
Der 20-jährige Neufelder qualifizierte sich einen Tag vor Limitschluss zu Hause in Eisenstadt für die Europameisterschaft.
Werbung

Am Montag, um kurz vor 21 Uhr, durften Niklas Strohmayer-Dangl und Trainer Rolf Meixner erstmals aufatmen. Beim Meeting „Last call to Munich“ auf der Eisenstädter Leichtathletikanlage bewältigte Burgenlands bester Leichtathlet die 400 Meter Hürden in 50,66 Sekunden – nur einmal in seiner Karriere war er bisher schneller.

Damit war Strohmayer-Dangl die Qualifikation für die EM in München bereits zu diesem Zeitpunkt kaum noch zu nehmen, am Mittwochmorgen war es dann Gewissheit.

Als 35. (Anm.: zu Redaktionsschluss) war er zu Limitschluss unter den besten 36 im Europa-Ranking und damit fix für die EM qualifiziert – als erst zweiter Burgenländer überhaupt. „Es ist eine große Genugtuung, das jetzt erreicht zu haben“, sagt Trainer Rolf Meixner. „Wir haben wirklich einen unvorstellbaren Aufwand betrieben, um das zu realisieren.“

Das Bangen und Rechnen hat nun ein Ende

Das Rennen um die Qualifikation war bis zuletzt eine Zitterpartie. Mehrere Wochen lang ordneten Meixner und Strohmayer-Dangl dem Ziel „München“ alles unter und errechneten immer wieder aufs Neue, was notwendig sein würde, um noch auf den EM-Zug aufzuspringen. Das alles taten sie in dem Wissen, dass es am Ende wohl sehr knapp werden würde.

Ein Schlüsselereignis war vergangene Woche die Einladung zu den AAI Games in Irland, die vor dem Wochenende kurzfristig ins Haus flatterte. Kurzerhand wurden Flüge und Hotels gebucht und die Koffer gepackt. Die Reise sollte sich auszahlen.

Strohmayer-Dangl gewann das Event am Sonntag und sicherte sich 40 Punkte in der Europa-Rangliste. Damit war der Grundstein für die EM-Quali schon vorzeitig gelegt. Die Heimreise nach Österreich wurde dann zur Odyssee. Nur knapp erwischten Meixner und Strohmayer-Dangl ihren Flug nach Frankfurt, wo die beiden die Nacht verbrachten.

Erst am nächsten Morgen folgte die Weiterreise nach Österreich, am Abend dann der Heim-Wettkampf, der Strohmayer-Dangl endgültig die Qualifikation einbrachte. „Die letzten Tage vor Limitschluss waren schon heftig“, so Strohmayer-Dangl im Gespräch mit der BVZ. „Umso größer ist die Genugtuung, dass es letztendlich geklappt hat.“

Europameisterschaft wird kein Entspannungs-Trip

Am 17. August beginnt die EM für den Neufelder mit den Vorläufen über 400 Meter Hürden. Bis dahin wird sich Strohmayer-Dangl intensiv vorbereiten. „Die kommende Woche wird eine harte Trainingsphase. In den letzten Tagen vor der EM lässt man dann die Form kommen, um am Stichtag gut performen zu können.“

Mit der Teilnahme an dem Großereignis wird sich Strohmayer-Dangl jedenfalls nicht zufrieden geben. „Ich will dort nicht als Tourist hinfahren, sondern zeigen, was in mir steckt. Das Halbfinale sollte möglich sein.“