Strohmayer-Dangl mit EM-Premiere im Olympiastadion

Erstellt am 15. August 2022 | 06:07
Lesezeit: 4 Min
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Blick nach vorne. Nächste Woche will Niklas Strohmayer-Dangl auch die Hürde Europameisterschaft nehmen.
Foto: ÖLV
Diese Woche erreicht der Höhenflug von Niklas Strohmayer-Dangl mit der Teilnahme an der Europameisterschaft in München seinen vorläufigen Höhepunkt.
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Wenige Tage sind es für Niklas Strohmayer-Dangl noch bis zu seinem ersten Start bei einer EM. „Wenn ich daran denke, kommt große Vorfreude auf. Zum ersten Mal in meiner Karriere werde ich vor tausenden Menschen laufen“ so der 20-Jährige im Gespräch mit der BVZ. Der Schauplatz der Europameisterschaften ist das Münchner Olympiastadion, das knapp 70.000 Besucher fasst.

Los ist in München bereits ab dem heutigen Donnerstag jede Menge. Im Zuge der „European Championships“ stehen neun (!) Europameisterschaften auf dem Programm – neben der Leichtathletik auch noch Radsport, Kunstturnen, Rudern, Triathlon, Kanurennsport, Beachvolleyball, Tischtennis und Sportklettern.

„Es ist realistisch, aber es wird schwer. ROLF MEIXNER, Trainer von Niklas Strohmayer-Dangl, über die Halbfinal-Chancen. Der Neufelder müsste persönliche Bestleistung laufen .

Strohmayer-Dangl, der bei der Leichtathletik über 400 Meter Hürden am Start ist, kennt den Wettkampfort gut, weil er hier im Mai 2020 sein erstes Leichtathletik-Trainingslager absolviert hat. Damals hätte der Neufelder wohl nicht viel darauf gesetzt, nur zwei Jahre später bei der Europameisterschaft an den Start zu gehen. Aber sein Weg ging seitdem steil nach oben.

Speziell 2022 hat der Neufelder einen großen Schritt nach vorne gemacht und sich in den vergangenen zwei Monaten in der Weltrangliste von Platz 649 in die Top-100 vorgekämpft. Als 35. der Europa-Rangliste qualifizierte er sich einen Tag vor Limitschluss für das Großereignis.

Das Ziel für München ist klar: Strohmayer-Dangl möchte es über den Vorlauf hinaus und bis ins Halbfinale schaffen. „Dafür müsste er unter den schnellsten 24 Läufern sein. In der Startliste ist er 32. Er müsste schneller laufen als bei seiner persönlichen Bestzeit, die bei 50,62 Sekunden liegt“, weiß Trainer Rolf Meixner. Der seinem Schützling den Einzug ins Halbfinale zutraut: „Es ist realistisch, aber es wird schwer.“

Der letzte Feinschliff auf der Laufbahn und im Kopf

Vorletzte Woche war Strohmayer-Dangl mit seinem Coach auf Trainingslager in Neubrandenburg (D), um im mittleren Rennabschnitt noch stärker zu werden. Am Tag X soll er noch Laktat- und Geschwindigkeitsreserven haben, darum ist der Neufelder am Samstag in Andorf (Oberösterreich) über 400 Meter flach angetreten. Der Burgenländer entpuppte sich mit 46,93 Sekunden dabei als schnellster Österreicher seit zwölf Jahren. „Das hat mir gezeigt, dass die Form stimmt“ so Strohmayer-Dangl.

Der Wettkampf am Wochenende war die letzte große Belastung vor der EM. Seit Sonntag der Vorwoche ist er wieder in Eisenstadt, läuft nach zwei trainingsfreien Tagen derzeit maximal bis zur siebenten Hürde. Meixner: „Die Belastung darf in den letzten Tagen vor dem Wettkampf nicht zu gering und nicht zu groß sein.“

Am heutigen Montag reist das Duo gemeinsam nach München, am Mittwoch ist dann der Tag der Wahrheit, wenn Strohmayer-Dangl im Vorlauf um den Halbfinaleinzug kämpft. Bei der EM soll er sich jedenfalls voll und ganz seiner Stärken besinnen. „Er läuft sehr konstant. Bei Großereignissen hilft ihm das, weil er auch im zweiten und dritten Lauf noch eine gute Leistung bringen kann“ hofft Meixner auf ein tolles Großevent.

Der Coach hat sich für München schon eine mentale Strategie zurechtgelegt, um seinen Schützling heißzumachen. „Ich werde ihm sagen, er soll die Energie aufsaugen und sich vorstellen, er ist in Eisenstadt. Er soll so schnell laufen, wie er kann, dann wird auch etwas Gutes dabei rauskommen.“