Doppelter Bürger besiegte Ried!. Lange sah es nach einem herben Rückschlag im Abstiegskampf aus, doch dann bekam der SV Mattersburg die sprichwörtliche "zweite Luft"...

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 01. April 2017 (20:47)

Was für ein Finish des Abstiegsschlagers Mattersburg gegen Ried. Die Burgenländer lagen bis zur 84. Minute mit 0:1 zurück, ehe Patrick Bürger innerhalb von nur zwei Minuten das Spiel drehte und den so wichtigen Sieg der Grün-Weißen gegen das Schlusslicht fixierte. Somit hat sich Mattersburg einmal mit vier Punkten vom zehnten Platz absetzen können.

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MATTERSBURG – RIED 2:1.

Sie hätte nach Plan starten können, die so wichtige Partie gegen die Oberösterreicher. Aber weil Nedeljko Malic einen Eckball nach 43 Sekunden nur an die Latte setzte, wurde es nichts mit dem Auftakt nach Maß.

Rieds Ersatzgoalie Reuf Durakovic lenkte in der Folge einen gefinkelten  Distanzschuss von David Atanga über die Latte (12.) und parierte einen Dropkick von Michi Perlak (nach Kopfballvorlage von Stefan Maierhofer) – es waren die besten Gelegenheiten einer vor der Pause lange überlegenen Mattersburger Mannschaft.

Ried sorgte lediglich einmal für echte Gefahr, als Dieter Elsneg in Minute acht die Gunst des Moments ausnutzte und einen unglücklich abgewehrten Stangler übernahm – Mattersburg-Tormann Markus Kuster war aber zur Stelle. 

Kalte Dusche nach der Pause hemmte SVM sichtlich

Das, was dem SVM zu Beginn verwehrt geblieben war, gelang Ried kurz nach der Pause: ein Traumstart. 49. Minute: Patrick Möschl setzte sich auf der Seite im Duell mit Philipp Erhardt durch, seine Flanke übernahm Orhan Ademi, der gegen Thorsten Mahrer Erster blieb und per Kopf zur 0:1-Führung traf.

Dann waren die Rieder dem zweiten Tor definitiv näher, wirkte der SVM sichtlich geschockt. Die Chancen der Oberösterreicher: Kopfball Özdemir – Kuster parierte, ein Kopfball an die Oberlatte sowie ein Ball von Stefan Nutz an die Stange. Nutz traf danach auch noch per Freistoß die Latte (81.).

Wahnsinnsfinale brachte die späte Wende

Doch das sollte aus Sicht der Heimischen unterm Strich herzlich wenige interessieren, denn sie kam, die späte Wahnsinns-Wende der Partie. Erst setzte der eingewechselte Patrick Bürger einen Kopfball an die Stange – es war quasi die Ouvertüre zum Finale.

Denn dann traf Bürger zum Ausgleich in Minute 84 – mit welchem Körperteil auch immer. Ein Freistoß von Jano wurde von der Nummer 33 abgefälscht – zwar mit dem Arm, allerdings wurde der Bad Tatzmannsdorfer angeschossen, machte keinerlei unnatürliche Bewegungen. 1:1.

Und nur zwei Minuten später war es erneut Bürger, der nach einem kurz abgewehrten Schuss von Thorsten Mahrer zur Stelle war und den Ball zum viel umjubelten 2:1 über die Linie drückte, das man letztlich auch über die Zeit brachte!

STIMMEN ZUM SPIEL

SVM-Präsident Martin Pucher: „Wir haben 30 Minuten lang einen tollen Fußball gespielt, dabei ist uns aber leider kein Tor geglückt. Nach der Pause hätten wir dafür beinahe gebüßt, aber am Ende konnten wir uns noch durchsetzen.“

Patrick Bürger: „Das ist schwer zu realisieren, ich freue mich ungemein für mich und für die Mannschaft. Ich habe mich einfach irgendwie in den Ball reingeworfen. Es war Zeit, dass ich wieder einmal treffe und auch für das Team wichtig sein kann. Ich habe auf meine Chance gewartet. Der Sieg war enorm wichtig. In die Partie gegen die Admira müssen wir jetzt genauso reingehen wie in das Spiel heute.“

Nedeljko Malic: „Es war heute ein Geduldsspiel, bei dem wir uns belohnt haben - verdient wie ich finde. Am Ende hat wohl kaum noch jemand an uns geglaubt, außer wir selbst...“

SVM-Trainer Gerald Baumgartner: „In den ersten 30 Minuten haben wir sehr gut begonnen, hatten da auch unsere Chancen. Nach der Pause war Ried dann besser, wir haben aber auf Offensive gesetzt – gottseidank ist das aufgegangen. Ein Kompliment an die Mannschaft. Der Dreier war zwar glücklich, aber nicht unverdient.“

Ried-Trainer Lassaad Chabbi: „Wir hätten am Schluss höher stehen müssen und hätten nach dem ersten Tor nachlegen können.“

MATTERSBURG – RIED 2:1 (0:0).

Torfolge: 0:1 (49.) Ademi (49.), 1:1 (84.) Bürger, 2:1 (86.) Bürger.  

SR: Hameter.- Pappelstadion, 5.600.

Gelb: Perlak (41., Foul); Reifeltshammer (68., Unsportlichkeit), Egho (83., Foul).

SVM: Kuster; Höller (37. Farkas), Malic, Mahrer, Rath; Erhardt, Jano; Röcher, Perlak (59. Pink), Atanga (71. Bürger); Maierhofer.

Ried: Durakovic; Marcos, Özdemir, Reifeltshammer, Hart; Zulj, Ziegl; Elsneg (65. Brandner), Nutz (82. Egho), Möschl; Ademi.