Weiterhin „Bitte Warten“ für Sport

Sowohl Sportlandesrat Heinrich Dorner als auch Sport Austria-Präsident Hans Niessl forderten von der Regierung Maßnahmen für den organisierten Vereinssport.

Erstellt am 05. Februar 2021 | 04:03
440_0008_8019493_opu05didi_pk_dorner_3sp.jpg
BTV-Generalsekretär Markus Pingitzer, Nationalratsabgeordneter Maximilian Köllner, Sportlandesrat Heinrich Dorner und BTV-Präsident Günter Kurz (v.l.) sprachen sich am vergangenen Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Oberpullendorf klar für ein zeitnahes Hochfahren des Sports aus.
Foto: Didi Heger

Zwei Pressekonferenzen, ein Ziel: „Der Sport soll endlich auch wieder in der Breite stattfinden dürfen.“ Das forderten Sportlandesrat Heinrich Dorner und Sport Austria-Präsident Hans Niessl am Wochenende vehement ein.

Schauplatz Oberpullendorf

Am vergangenen Freitag trat Sportlandesrat Heinrich Dorner flankiert vom Nationalratsabgeordneten Maximilian Köllner sowie den BTV-Spitzenfunktionären Günter Kurz und Markus Pingitzer vor die Kameras, um Kritik an Sportminister Werner Kogler und dessen Abteilung zu üben. Denn eine Videokonferenz der Landessportverantwortlichen mit dem Entscheidungsträger des Bundes brachte nicht das gewünschte Ergebnis. „Es gab seitens des Bundes keine Idee und somit auch keine Perspektiven, wie man den Amateursport wieder hochfahren will“, so Dorner, der sich auch große Sorgen um den Nachwuchs macht. „Es ist kein Geheimnis, dass der Sport schon mit Interessensverlust bei Kindern zu kämpfen hat.“ Für SP-Sportsprecher Maximilian Köllner passt es überhaupt nicht zusammen, dass Schifahren erlaubt ist, aber gleichzeitig rund zwei Millionen Österreicher, die regelmäßig Sport treiben, seit Monaten eingeschränkt werden. Mit einem erhöhten Impf-Tempo und einem intelligenten Maßnahmen-Mix solle der Sport nun schrittweise hochgefahren werden. Ein entsprechender Forderungskatalog wurde an das Bundesministerium gesendet.

440_0008_8019766_eis05fr_sport_austria1_3sp.jpg
Sport Austria-Präsident Hans Niessl präsentierte ein Konzept für den organisierten Vereinssport.
Didi Heger

BTV-Präsident Günter Kurz und Markus Pingitzer stellten die Problematik anhand der rot-goldenen Tennisszene dar. „Es gestaltet sich zunehmend schwierieger, den Leuten zu erklären, warum sie nicht einmal ein Einzel in der Halle spielen dürfen, obwohl sich auf einem Tennisplatz nur zwei Personen auf über 600 m² mit einem Netz dazwischen bewegen“, so Kurz. Pingitzer ortet aktuell eine Zwei-Klassen-Gesellschaft im Sport, die sich ebenso schädlich auf das Sportinteresse auswirkt. Zumal erprobte Konzepte zur Öffnung der Tennishallen in der Schublade liegen. „Seitens der Aktiven wird sehr viel akzeptiert. Nur nicht, dass gar nicht gespielt werden darf“, fügt Kurz an.

Der Weg zur Normalität soll freilich ein „intelligenter“ sein. Daher umfasst der Forderungskatalog auch Gratis-Heimtests und -Masken, die den Weg zurück zum Sport begleiten sollen.

Schauplatz Wien

Am Montag bat auch Sport Austria-Präsident Hans Niessl zum Pressegespräch. Seit Monaten ruht der Vereinssport, insbesondere der Nachwuchs. Nun wurde ein interessantes Konzept präsentiert. Die 15.000 Sportvereine in Österreich sollen auch gleich als Teststationen dienen. „Die einfach zu handhabendenden Selbsttests können für den Vereinssport in der leider noch länger andauernden Coronakrise ein Game-Changer werden“, betont Sport Austria-Präsident Hans Niessl. Sportminister und Vizekanzler Werner Kogler habe in Gesprächen im Vorfeld bereits signalisiert, bei der Beschaffung der Tests unterstützen zu wollen. „Unsere 15.000 Vereine würden in die Rolle von 15.000 Teststationen schlüpfen, sobald sie die dazu nötigen – leicht zu handhabenden – Selbsttests erhalten. Da unsere zwei Millionen Mitglieder einen Querschnitt der österreichischen Bevölkerung repräsentierten, könnten wir über die Selbsttests als Quasi-Eintrittstests einen laufenden, österreichweiten Überblick über das Infektionsgeschehen in unserem Land liefern. Der organisierte Sport kann Partner und somit ein Teil der Lösung sein. Nützen wir ihn“, fordert Niessl.

Auch nach der Pressekonferenz der Bundesregierung bedauert der Sport Austria-Präsident, dass der organisierte Vereinssport noch nicht in der nächsten Phase der Öffnungen dabei sein wird: „Über die Schultests hätte man in den Vereinen – gemeinsam mit den sportartenspezifischen Präventionskonzepten – für gleichartige Rahmenbedingungen sorgen können.“