Ex-ÖFB-Arzt Eggenhofer: „Bin komplett offen“. Richard Eggenhofer (53) wurde als Teamarzt abgelöst, zeigt sich aber bereits motiviert für neue Aufgaben.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 13. September 2019 (05:51)
Richard Eggenhofer in seiner Ordination in Krensdorf. Was von seiner ÖFB-Tätigkeit bleibt? „Es war eine wunderbare Zeit für mich.“
Ivansich

Er war seit 1997 beim Österreichischen Fußball-Bund als Sportarzt aktiv, lediglich zwischen August 2010 und August 2011 erfolgte eine Pause. Er war als verantwortlicher Mediziner bei der legendären U20-Weltmeisterschaft in Kanada dabei, als unter der Trainer-Regie des Eberauers Paul Gludovatz damalige Jungspunde wie Sebastian Prödl, Martin Harnik oder Zlatko Junuzovic Platz vier holten.

Und er war vor allem seit November 2011 für das Nationalteam zuständig, also für die „Großen“, wo er unter anderem die Qualifikation für die EURO 2016 in Frankreich und das Großereignis vor Ort als Aktiver des Betreuerstabs miterlebt hatte.

Seit Sommer ist Richard Eggenhofer nicht mehr offizieller Teil der besagten Betreuermannschaft. Statt ihm wird künftig der im UKH Graz tätige Unfallchirurg Michael Fiedler, übrigens gebürtiger Kukmirner und einer der Ärzte von Sturm Graz sowie auch Teamarzt der U19-Nationalmannschaft, die medizinischen Agenden des A-Nationalteams innehaben.

Highlights-Zeit. Richard Eggenhofer Ende März 2015 im Zuge eines Teamcamps mit Marko Arnautovic. Die in diesem Jahr erfolgte Qualifikation für die EURO 2016 in Frankreich sowie das Großereignis im darauffolgenden Jahr waren zweifelsohne absolute sportliche Höhepunkt für den Krensdorfer Sportmediziner.
GEPA/Christian Ort

Über die neue Personalie Fiedler berichtete jedenfalls Sturm Graz auf seiner Homepage. Der seit Jahren für den ÖFB tätige Arzt hat mit Franco Foda bereits auf Klubebene zusammengearbeitet, als der Teamchef noch Chefcoach bei Sturm Graz war.

Ob das ein Mitgrund für die Ablöse Eggenhofers war? Darüber lässt sich nur spekulieren. Seitens des ÖFB gab es auf BVZ-Anfrage nach dem Grund der Ablöse folgende Stellungnahme durch Sportdirektor Peter Schöttel: „Der ÖFB hat sich ganz allgemein für eine Neuaufstellung des sportmedizinischen Bereichs entschieden, um insgesamt nach vorne zu kommen. Wir wollen einheitliche Standards definieren und nichts unversucht lassen, den Bereich der Sportmedizin in seiner ganzen Vielfalt weiterzuentwickeln.“

Blick zurück auf eine „wunderbare Zeit“

Dass es nach fast acht Jahren zum Ende der Tätigkeit kam, damit hatte Eggenhofer jedenfalls nicht gerechnet. „Der Schritt ist nicht von mir ausgegangen und hat mich schon überrascht.“

Motiviert für Neues im Bereich Teamarzt/Sportarzt sei der Oberarzt auf der Chirurgie des Eisenstädter Krankenhauses sowie Wahlarzt seiner eigenen Ordination (Sportmed Mattersburg) aber schon längst wieder: „Ich bin in dieser Hinsicht komplett offen. Zwar war ich über 20 Jahre lang vor allem im Fußballbereich tätig, bei mir sind aber auch viele Läufer oder auch Triathleten. Generell interessiert mich fast jede Sportart – und hier vor allem der Nachwuchs.“

Auch ein Comeback beim ÖFB kann sich Eggenhofer übrigens gut vorstellen. Beim Blick zurück stellt er nämlich klar: „Es war eine wirklich wunderbare Zeit, die ich nicht missen möchte. Das kann man nur so unterstreichen.“