Wer soll Milletich nachfolgen? Stimmt ab!

Gerhard Milletich wechselt am 17. Oktober an die ÖFB-Spitze. Die BFV-Nachfolge soll aus den eigenen Reihen kommen.

Bernhard Fenz
Bernhard Fenz Erstellt am 16. September 2021 | 03:43
Gerhard Milletich
Abschied naht. Am 17. Oktober wird Gerhard Milletich offiziell zum neuen ÖFB-Präsidenten gewählt. Wer ihm im BFV folgen wird, gilt es noch auszuloten.
Foto: GEPA

Die großen Themenblöcke – Teamchef Franco Foda ja/nein und Errichtung eines ÖFB-Kompetenzzentrums (erste Adresse ist hier die Seestadt Aspern in Wien-Donaustadt) – werden Gerhard Milletich rasch auf rot-weiß-rote Betriebstemperatur bringen. Der 65-jährige Parndorfer konnte sich am vergangenen Samstag in Salzburg gegen seinen Konkurrenten Roland Schmid nach einem 5:5 unter den zehn Stimmberechtigten (die neun Landesverbände sowie die Bundesliga) im zweiten Durchgang der Wahlausschuss-Abstimmung mit 7:3 durchsetzen und wird somit bei der Ordentlichen Hauptversammlung des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) am 17. Oktober in Velden als einziger Kandidat zum Nachfolger von Leo Windtner gekürt.

 „Schon ein Zeichen der Wertschätzung“

 Bereits am Tag nach der Wahlausschuss-Entscheidung wurde beim Besuch des designierten ÖFB-Präsidenten Milletich in der ORF-Sendung „Sport am Sonntag“ klar, dass Fußball-Österreich vor allem punkto Nationalteam, aber auch betreffend der neuen Trainings- und Betriebs-Heimstätte Antworten haben möchte. Es gelte bei Personalentscheidungen wie jener rund um die Zukunft von Franco Foda nichts zu überstürzen, sehr wohl aber über mögliche Alternativen nachzudenken, speziell unter fachkundiger Beratung von Experten, wie Milletich wissen ließ. Im Hintergrund wird Burgenlands Noch-Fußballverbandspräsident klarerweise schon diverse Gespräche rund um die besagten Themenblöcke führen, um nach dem 17. Oktober nicht völlig bei Null zu starten. Nach außen gibt sich Milletich in inhaltlichen Detailfragen bis auf weiteres nun aber lieber wieder zurückhaltend. Dass er gewählt wurde, freut den Chef des Bohmann-Verlags freilich noch Tage danach.

27 Jahre lang war er Obmann des SC/ESV Parndorf (mittlerweile ist er dort Präsident), acht Jahre (2004 bis 2012) BFV-Vizepräsident, seit über neun Jahren bekleidet er schon das Amt des BFV-Präsidenten. „Die Bestellung zu so einer Position ist ein Zeichen, dass meine bisherige Tätigkeit zu schätzen gewusst wird.“ Nicht überraschend war für Milletich aber der Umstand der knapp ausfallenden Entscheidung: „Das war nicht anders zu erwarten. Es gab zwei geeignete Kandidaten, bei denen letztlich wohl die Sportkompetenz aufgrund meiner jahrzehntelangen Erfahrung ausschlaggebend war.“

Vertreten wurde der BFV-Boss im Wahlausschuss als stimmberechtigte Person des BFV übrigens von Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt. „Für mich war es eine Ehre und eine sehr interessante Erfahrung“, so der langjährige BFV-Mitarbeiter, der in Vertretung von Milletich Burgenlands Stimmabgabe vornahm. Und auch sein Noch-Präsident sagte: „Für mich war das eine Wertschätzung gegenüber Karl, dass er diese Aufgabe übernommen hat.“ Lachender Nachsatz: „Dass ich künftig nicht mehr sein Chef sein werde, hat er durch seine Stimme selbst zu verantworten. Die „Schuldfrage“ wäre somit geklärt …“

BFV-Vorstandssitzung soll Klarheit bringen

Milletichs Kür zum ÖFB-Präsidenten ist am 17. Oktober nur noch Formsache. Weniger klar ist hingegen die Frage, wer seine Nachfolge im Burgenland antritt. Erst im März 2020 trat der Nordburgenländer seine dritte Amtsperiode an, diese dauert noch bis 2024. Also muss die Funktion des Präsidenten zeitnah nachbesetzt werden. Schließlich ist Milletich als BFV-Chef auch Mitglied im ÖFB-Präsidium, Aufsichtsratsmitglied der Fußballakademie Burgenland und natürlich Vorsitzender sämtlicher BFV-Führungssitzungen. Die Satzungen des Burgenländischen Fußballverbands sehen in so einem Abschieds-Fall vor, dass aus dem Kreis des Vorstands eine Person für die Nachfolge im verbleibenden Zeitraum der Periode gewählt wird. Gelingt das nicht, braucht es eine außerordentliche Hauptversammlung für die Präsidenten-Wahl. Noch-Boss Gerhard Milletich will in diesem Zusammenhang noch vor seinem Abschied eine Vorstandssitzung einberufen, „bei der wir das Thema besprechen und die Lage sondieren“.

Optimalerweise soll sich dann konkret herauskristallisieren, welche (für eine Nachfolge willige) Person innerhalb des Vorstands eine Mehrheit hinter sich hätte. Abseits der Frage nach der Qualifikation wäre dieser Weg in jedem Fall der weit einfachere. Für eine externe Lösung, die nur in weiterer Folge im Zuge einer außerordentlichen Hauptversammlung möglich wäre, braucht es das Vor-Prozedere mit Präsidenten-Wahl-Vorschlägen aus den drei Gruppen (Nord, Mitte, Süd), was wiederum alles in allem mehr Zeit in Anspruch nehmen würde. Wen sich Gerhard Milletich selbst für die Nachfolge vorstellen könnte oder wünscht? „Weder gibt es von mir einen geäußerten Wunsch, noch gibt es eine Empfehlung. Das steht mir nicht zu. Sicher ist aber, dass wir das Thema innerhalb des Vorstands zeitnah abklären werden.“

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