Sport Austria, ÖSV und ÖFB sendeten Signal der Geschlossenheit

Sport Austria-Präsident Hans Niessl, ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober und ÖFB-Präsident Gerhard Milletich haben am Donnerstag bei einem gemeinsamen Pressetermin nicht zuletzt angesichts der verlängerten Corona-Bürden die Bündelung der Kräfte im organisierten Sport angekündigt.

Erstellt am 25. November 2021 | 17:35
Niessl/Milletich/Stadlob. - Sport Austria, ÖSV und ÖFB sendeten Signal der Geschlossenheit
Unterzeichneten eine Absichtserklärung (v.l.n.r.): Sport Austria-Präsident Hans Niessl, ÖFB-Präsident Gerhard Milletich und ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober.
Foto: Bernhard Fenz (Milletich) bzw. APA

In Wien unterzeichnete das Trio eine Absichtserklärung zur Zukunft des heimischen Sports und war damit um ein starkes Signal der Geschlossenheit bemüht.

"Wohin soll sich der Sport entwickeln, welche Schwerpunkte setzen wir", erklärte Niessl im Haus des Sports zum Inhalt der Absichtserklärung. Sie dreht sich nicht um die Corona-Problematik, sondern berührt allgemeine Zukunftsfragen. U.a. die "Aufwertung von Bewegung und Sport im Kindergarten und an Schulen", die "Verbesserung der Rechtsrahmen im Sport (Haftung, Arbeitsrecht, Berufssportgesetz)", die "Anerkennung des Sports als Teil des Gesundheitssystems" oder eine "Erhöhung der Finanzierung" werden unter den zehn Punkten genannt.

"Diese symbolische Geste der beiden größten österreichischen Fachverbände ist ein starkes Signal an die Politik, dass es uns ernst ist und der gesamte heimische Sport solange auf die Umsetzung dieser Forderungen drängen wird, bis sie in der Praxis angekommen sind", betonte Niessl. "Und zwar so, dass alle in Sport Austria organisierten Verbände davon profitieren. Nur wenn wir keinen zurücklassen, können wir das gesamte Potenzial unserer vielfältigen Sportkultur entfalten."

Ganz aktuell wird der organisierte Sport aber wieder besonders durch Corona beschäftigt. Die jüngste Vergangenheit habe gezeigt, dass man hier mit vereinten Kräften aufgetreten sei und so "einiges gelungen" sei, erklärte Niessl im Rückblick auf die vergangenen rund 20 Pandemiemonate.

Laut Sport Austria hat es aus dem NPO-Fonds für gemeinnützige Vereine bis dato 13.302 positiv erledigte Anträge und Zahlungen in Höhe von 135,4 Millionen Euro für rund 6.500 der insgesamt 15.000 Sportvereine gegeben. Auf den Sport seien davon 30,2 Prozent entfallen - der mit Abstand größte Anteil innerhalb des NPO-Fonds. Zu dieser Unterstützung kommen noch rund 55 Mio. Euro aus dem Sportligenfonds hinzu. Auch im vierten Lockdown wird es Unterstützung aus NPO-Fonds (125 Mio. Euro), Sportligenfonds (30 Mio. Euro) sowie dem Veranstalterschutzschirm geben.

Geld allein bewegt die Breite freilich noch nicht. Gerade Planungssicherheit für die Ehrenamtlichen sei gefordert, der Mitgliederschwund müsse gebremst werden. Niessls Fazit: "Beides geht nur, wenn der Sport unter Einhaltung von Präventionskonzepten ohne Verzögerung wieder geöffnet wird, sobald es die Situation in unseren Spitälern zulässt."

Im Gegensatz zum Skisport steht der Fußball im Breitenbereich derzeit im Abseits. "Es ist ein bisschen unverständlich, wenn die Kinder in die Schule, aber nicht auf den Fußballplatz gehen können", meinte Milletich und rief die politisch Verantwortlichen zu "Anpassungen" auf: "Trainieren mit Abstand wäre schon ein großer Fortschritt."