Takacs: „Doppelfunktion? Das mache ich nie wieder so“

Erstellt am 16. August 2022 | 05:22
Lesezeit: 5 Min
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Der gebürtige Schachendorfer Manuel Takacs, mittlerweile lebt er mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Oberwaltersdorf, hat seit Juli offiziell als neuer Sportlicher Leiter in der Austria Akademie das Sagen.
Foto: zVg/FAK
Manuel Takacs (36), ehemaliger Sportlicher Leiter der Fußballakademie Burgenland, spricht im BVZ-Interview über seine neue Aufgabe als Sportchef der Austria Akademie, über seine Pläne und über die Triple-Aufgabe, die er im Frühjahr beim LASK innehatte.
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Sie sind seit 1. Juli offiziell neuer Sportlicher Leiter der Austria Wien Akademie. Wie sind Ihre ersten Eindrücke?

Takacs: Die ersten zweieinhalb Wochen waren enorm fordernd und intensiv. Klarerweise wollte ich möglichst alle Trainingseinheiten sehen, um schnellstmöglich ein Bild über die Arbeitsweise der Trainer, aber auch über die Qualität der Spieler zu bekommen. Zusätzlich gab es immer wieder Termine mit Sportdirektor Manuel Ortlechner, dem Trainerteam der Young Violets, Vertragsunterzeichnungen mit Potenzialspielern und alles, was noch zum täglichen Geschäft zählt.

Was gehört hier etwa noch zum täglichen Geschäft?

Takacs: Meetings mit dem gesamten Betreuerstab, aber auch mit jedem Trainerteam einzeln, um individuell auf jedes Team einzugehen. Auch die U13 und U14 gehört nach interner Umstrukturierung zu meinem Verantwortungsbereich. Das Scouting und das Hinzuführen von potenziellen Akademiespielern passiert noch früher als in der Vergangenheit und es ist mir sehr wichtig einen idealen Einblick über die Spielerqualität in diesen Jahrgängen zu haben.

Mit welchen Zielen gehen Sie in Ihre erste Austria-Saison?

Takacs: Ich möchte keine Platzierungsziele ausgeben. Es soll eine gesunde Mischung aus Ergebnis und Entwicklung sein. Vor allem müssen unsere Perspektivspieler ideal betreut werden, um die nächsten Entwicklungsschritte zu machen.

Wie lange planen Sie Ihre berufliche violette Tätigkeit?

Takacs: Mein Dienstverhältnis ist unbefristet. Aus meiner Sicht deutet alles auf eine längerfristige Zusammenarbeit hin. Dies ist von Seiten der Klubverantwortlichen in den Gesprächen vor meiner Verpflichtung auch ganz klar kommuniziert worden. Die Position des Akademieleiters ist eine, die länger von einer Person bekleidet werden sollte.

Von Sommer 2016 bis Ende 2020 waren Sie viereinhalb Jahre in der Fußballakademie Burgenland tätig, zu Beginn als Trainer und die letzten eineinhalb Jahre davon als Sportlicher Leiter. Im Jänner 2021 wechselten Sie in die LASK-Akademie – erst als Trainer der U18, knapp fünf Monate danach waren Sie dann aufgrund von Umstrukturierungen Akademie-Leiter. Wenig später übernahmen Sie dann auch die sportliche Leitung der Juniors OÖ in der 2. Liga, ab November 2021 waren Sie auch noch Trainer der Juniors. Wie groß ist die Freude, jetzt nicht mehr gleichzeitig drei Aufgabenbereiche abdecken zu müssen?

Takacs: Mir war immer bewusst, dass man nicht gleichzeitig Trainer der Juniors OÖ in der 2. Liga und Sportlicher Leiter einer Fußballakademie sein kann. Dies war bis zum Trainingsstart im Jänner 2022 auch nie der Plan, sondern dass ich nur interimistisch drei Spiele bis zum Winter übernehme. Dass es dann doch anders gekommen ist, war ein Zusammenspiel verschiedener Umstände. Es war definitiv nicht optimal und ich werde das auch nie wieder so machen. Klar ist es gut, dass ich mich zu 100 Prozent der Akademie widmen kann, weil das Aufgabengebiet sehr breit gefächert ist.

Vermissen Sie trotzdem die Trainerarbeit auf dem Platz?

Takacs: Ich absolviere aktuell gerne meine Aufgaben als Sportlicher Leiter, helfe aber auch immer wieder am Platz aus, wenn ein Trainer benötigt wird. Aktuell vermisse ich es nicht unbedingt – vielleicht aber auch deshalb, weil ich froh bin, dass ich nicht in einer Doppelrolle tätig bin.

Sie sind nicht der einzige Burgenländer im Betreuerstab des Austria-Nachwuchses, der eine oder andere rot-goldene Trainer und Co-Trainer ist bereits für Violett aktiv. Den Illmitzer Rainer Messetler haben Sie nun auch zum Chefscout für den Nachwuchs und die Akademie installiert. Wie wichtig ist Ihnen diese Personalie?

Takacs: Rainer Messetler kenne ich schon sehr lange, ich durfte mit ihm im Burgenland zusammenarbeiten. Er war damals Trainer der U14-Landesauswahl, ich war Sportlicher Leiter der Fußballakademie Burgenland. Diese Zusammenarbeit war damals schon hervorragend. Jetzt hatte ich Glück, dass er zuletzt bei der Austria als Videoanalyst der Young Violets tätig war. Er arbeitet gewissenhaft und weiß, worauf es im Nachwuchsfußball ankommt. Wir bereiten das Scouting im Nachwuchsbereich gerade neu auf und müssen rechtzeitig die größten Talente erkennen.

Eines jener Talente, die die violette Nachwuchsschule durchlaufen und den Sprung zu den Profis geschafft haben, ist der Krensdorfer Matthias Braunöder. Ist er DAS Vorbild für Akademie-Spieler und den optimalen Werdegang?

Takacs: Matthias Braunöder ist mit seiner Vertragsverlängerung und den konstanten Leistungen sicher der Prototyp eines Akademiespielers. Ich sehe bei uns einige Spieler, die das Potenzial haben, über die Young Violets den Sprung zu den Profis zu schaffen – vor allem zentrale Mittelfeldspieler. Allerdings müssen wir in den nächsten Jahren aber definitiv Spieler auf anderen Positionen besser für den Profibereich ausbilden – etwa Stürmer, Außenstürmer und Außenverteidiger.