Die Qualität und die Frage der Umsetzung. Der langjährige Nachwuchs-Teamchef und später gefeierte Ried-Coach sieht Österreich unter den Top-Zwei, aber …

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 12. Juni 2021 (01:06)
Hoffnungsvoll. Paul Gludovatz ist sicher, dass Österreichs Nationalmannschaft genug Qualität für die K.o.-Phase hat. Alleine die Umsetzung ist für ihn das Fragezeichen.
SEPA/Cech

Die Erwartungshaltung im Fußball-Lager vor der am Freitag startenden EM-Endrunde hat sich nach den zuletzt eher dürftigen Ergebnissen des Nationalteams im, sagen wir einmal, eher vorsichtigen Bereich eingependelt.

Paul Gludovatz sieht das anders. Offensiver. Vor allem stellt der mittlerweile 74-jährige Fußballexperte einen deutlichen Anspruch: „Aufgrund der Qualitäten unserer Spieler muss klar sein, dass wir um den Gruppensieg spielen sollten.“ Wenn da nicht das Wort „aber“ wäre. Hier hofft der in Eberau lebende langjährige Nachwuchs-Teamchef und später speziell in Ried gefeierte Bundesliga-Trainer darauf, dass die Kicker auch das spielen dürfen, was sie können. „Einige kenne ich noch aus den Nachwuchs-Nationalmannschaften – sie sind mir ans Herz gewachsen. Generell ist dieser Kader eindeutig stärker als jener von Nordmazedonien sowie der Ukraine – und annähernd gleichgestellt mit den Niederlanden. Wenn Teamchef Franco Foda den Qualitäten seiner Kicker entsprechend spielen lässt, gibt es keinen Grund, dass wir da nicht drüberkommen.“

Gludovatz würde hier Österreichs grundsätzliche Spielanlage gerne anders als jene von Foda ausgelegt sehen – nicht, weil er seit der kurzen gemeinsamen Zeit als Sportdirektor bei Sturm Graz im Jahr 2012 ein „distanziertes Verhältnis“ zum aktuellen Teamchef habe, sondern weil ein aktiveres und offensiveres Spiel einfach dem Geist und dem Potenzial der Mannschaft mehr entsprechen würde. „Da sollte Foda nicht seinen Sturkopf durchsetzen, das wäre besser. Die Art der Auswechslungen beim 0:0 gegen die Slowakei gingen fast schon in Richtung Provokation.“

Für den Auftakt gegen Nordmazedonien geht Paul Gludovatz jedenfalls von drei Punkten und zumindest einem 1:0 aus, egal wie, denn: „Vorne wird Marko Arnautovic schon sein Tor machen.“