Die RLO-Bilanz: Wirklich konstant war keiner. Für die burgenländischen Ostliga-Mannschaften war es ein Herbst mit einigen Höhen, aber auch mehreren Tiefen.

Von Martin Ivansich und Alfred Wagentristl. Erstellt am 02. Dezember 2018 (06:01)
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Markus Schmidt (ganz links) und die SVM Amateure sind in der Regionalliga angekommen. Markus Karner (Mitte) brachte viel Offensivschwung in das Spiel des NSC. Defensiv wartet noch Arbeit. Kurt Jusits (ganz rechts) übernahm Parndorf in Rund sechs und brachte den SC/ESV wieder auf Kurs. Fotos: Ivansich

SVM Amateure.

Der neunte Tabellenplatz wirkt nicht unbedingt sensationell gut für den Aufsteiger und würde für einen eher durchschnittlichen Einstieg der Mattersburg-Fohlen in die neue Liga sprechen. Sieht man etwas genauer hin, muss man dem Trainerteam aber gratulieren. Die grün-weißen Talente haben in der dritthöchsten Liga erfrischend-attraktiven Fußball geboten und die Ergebnisse spiegeln keinesfalls die Leistungen wider.

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Markus Schmidt und die SVM Amateure sind in der Regionalliga angekommen.

Schon bei der 0:1-Niederlage zum Auftakt gegen das Spitzenteam Leobendorf zeigten die Schützlinge von Meistertrainer Markus Schmidt, dass sie mit den Besten mithalten können. Die Leistung beim 0:5 auswärts gegen den Zweiten aus Ebreichsdorf war weit nicht so dramatisch schlecht, wie das Ergebnis vermuten ließe. Der 2:0-Heimsieg gegen den späteren Herbstmeister Mauerwerk bestätigte die Vermutung, dass die Mattersburger das Potenzial haben, ganz vorne mitzumischen.

„Ich denke, das hätten wir auch, wenn der Kader in etwa gleichgeblieben wäre. Mit Barnabas Varga, der erfreulicherweise oben die Chance bekommen hat, und Luka Pisacic, der sich nach vier Runden und vier Treffern in einer bestechenden Form schwer verletzt hat, haben wir rasch sehr effektive Offensivspieler verloren“, resümiert Trainer Markus Schmidt, der aber keineswegs hadert. „Für die Entwicklung der Spieler ist diese Liga großartig.“

Auch Amateure-Manager Kevin Pauschenwein freut sich bereits auf die Rückrunde: „Die Burschen haben bewiesen, dass sie konkurrenzfähig sind. Blutjunge Spieler haben gezeigt, dass sie mit dem Tempo in dieser Liga keine Probleme haben. Ich bin von einer sehr guten Rückrunde überzeugt.“

Parndorf.

Der Saisonstart der Parndorfer war mehr als ein richtiger Fehlstart. Nach sieben Runden hatte der SC/ESV lediglich einen Punkt am Konto und schon einen Trainerwechsel hinter sich. Kurt Jusits übernahm ab Runde fünf das Traineramt von Paul Hafner, der innerhalb des Vereins direkt in das Amt des Sportlichen Leiters wechselte.

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Kurt Jusits übernahm Parndorf in Rund sechs und brachte den SC/ESV wieder auf Kurs.

Jusits begann seine Parndorf-Ära mit drei Niederlagen, brachte dann aber viel Schwung in die Mannschaft und drehte den Kurs in eine erfolgreiche Richtung. Aus den folgenden acht Spielen holte Parndorf 18 Punkte (fünf Siege und drei Unentschieden) und schaffte damit den Sprung in das Tabellenmittelfeld.

„Ich habe natürlich an der einen oder anderen Schraube gedreht, die Spieler haben das angenommen und wir haben uns deutlich steigern können“, so Jusits, der anfügt: „Unbestritten war für mich von Beginn an, dass die Mannschaft Qualität hat.“ Das beweisen auch die Duelle mit den Spitzenteams. Gegen Tabellenführer Mauerwerk gewann Parndorf daheim 2:1, beim Zweiten in Ebreichsdorf nahm man ein 2:2-Remis mit nach Hause. Für das Frühjahr ist die Marschrichtung laut Jusits klar: „Wir wollen an den zweiten Teil des Herbsts anschließen, wenn es geht sogar noch besser sein. Daran wird in der Winterpause gearbeitet.“

Gut möglich ist auch, dass Parndorf neues Personal an vorderester Front bekommt. Ein Stürmer soll den Klub im Frühjahr verstärken. Noch bevor man dort startet, hat der Verein aber ein weiteres Ziel im Fokus: das BFV-Hallenmasters 2019. „Dafür wollen wir uns qualifizieren und dann dort auch eine gute Rolle spielen“, so Jusits.

Neusiedl/See.

Knapp war die Zeit für Neusiedls Trainer Markus Karner, der erst spät als Coach präsentiert wurde, in puncto Vorbereitung. Umso erfreulicher verlief dann das Debüt: Neusiedl bezwang in der ersten Runde des ÖFB-Cups das Bundesliga-Team der Admira. Es folgten zwei Derbysiege gegen Parndorf binnen weniger Tage – im BFV-Cup und in der Regionalliga. Der Start der Seestädter verlief also richtig gut.

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Markus Karner brachte viel Offensivschwung in das Spiel des NSC. Defensiv wartet noch Arbeit.

Offensiv zeigte sich der NSC in einer guten Verfassung. „Da ist es uns schon gelungen, eine dynamische und offensive Spielweise zu zeigen, die auch attraktiv ist“, meint Karner. Wo es nicht nach Wunsch lief, war im Defensivbereich. Das belegen auch die Zahlen. 32 Gegentore erhielt Neusiedl bislang. „Ich habe gewusst, dass defensiv viel Arbeit auf uns wartet. Es war dann sogar noch mehr als erwartet“, so Karner.

Logisch, dass der Coach den Schwerpunkt in der Vorbereitung auf das Frühjahr zum einen auf den Abwehrbereich legen wird: „Wir werden natürlich den Fokus speziell auf den Bereich legen, aber auch im Gegenpressing werden wir ansetzen, da haben wir noch genug Entwicklungspotenzial.“

Im Gegensatz zu den beiden anderen RLO-Teams aus Parndorf und Mattersburg verzichten die Neusiedler auf Hallenturniere. Worauf ziemlich sicher nicht verzichtet wird, ist neues Personal. Und da liegt das Augenmerk vor allem im Abwehrbereich. Karner: „Da haben wir Handlungsbedarf und wollen uns verstärken, um auch den Druck in der Mannschaft zu erhöhen.“