Eine neue Aufgabe nach SVM-Schock. Ex-Amateure-Coach Marek Kausich hat das Aus des SV Mattersburg verdaut und ist im Trainerstab von Petrzalka aktiv.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 01. März 2021 (02:13)
Zuversichtlich. Im vergangenen Sommer war für Marek Kausich vieles ungewiss, jetzt hat der ehemalige SVM Amateure-Trainer wieder einer sportliche Herausforderung in seiner Heimatstadt Bratislava.
Ivansich

„Zuerst habe ich mir die Frage gestellt: Ist das alles wahr oder nur ein Joke“, erinnert sich Marek Kausich zurück an den Beginn vom Ende des SV Mattersburg, als am 14. Juli der Bilanz-Skandal rund um die Commerzialbank aufpappte und in weiterer Folge der Bundesligist, den Ex-Direktor Martin Pucher als Chef geführt hatte, als Ganzes von der Bildfläche verschwand.

Der Slowake, der von 1997 bis 2006 für die Burgenländer kickte, übernahm im Sommer 2019 das Traineramt der Mattersburg Amateure und schildert weiter mit Blick zurück auf den so ereignisreichen vergangenen Sommer: „Nach zwei oder drei Tagen war dann klar, es ist kein Traum und der Schock war riesig. Man kann das schwer beschreiben, was man dann denkt. Es ist irgendwo zwischen großer innerer Wut und enormer Enttäuschung.“

Kausich betont: „Bis dahin war aber immer alles top oder hatte eben den Anschein top zu sein.“ Auch sportlich lief es für den 44-Jährigen gut: „Im letzten Meisterschaftsspiel der Bundesliga-Mannschaft gegen die Austria waren sieben oder acht Spieler in der Startelf, die den Großteil im Herbst davor noch bei der Amateur-Mannschaft, bei mir spielten. Das Signal war klar: Für jeden stand die Tür nach oben hin offen und bei uns wurden diesbezüglich keine Märchen erzählt.“ Die gab es dann eben leider auf der nicht sportlichen Ebene und das Ende war für Kausich selbst noch bitterer als für die meisten Spieler. Schließlich stand er plötzlich ohne Tätigkeit da. „Das war ja mitten in der Vorbereitung beziehungsweise kurz vor Meisterschaftsstart. Als Trainer bekommst du da eigentlich nichts mehr. Da musst du warten, bis wer gefeuert wird und das wünscht man ja keinem.“

Zurück im Geschäft beim Stammverein

„Man kann das schwer beschreiben, was man dann denkt. Es ist irgendwo zwischen innerer Wut und enormer Enttäuschung.“

Marek Kausich, damaliger Amas-Trainer, zum SVM-Aus

Trotzdem ergaben sich Optionen, woraus aber nichts wurde: „Es gab ein, zwei Angebote. Zum einen war das aber sportlich nicht ganz mein Anspruch, zum anderen wurde Corona immer mehr zum Problem. Das war schon absehbar, dass es deshalb auch schwierig wird. Ich habe dann für mich eine Auszeit bis Winter eingeplant, um einmal durchzuatmen und mich gleichzeitig fortzubilden.“

Nun ist Kausich wieder zurück im Fußball-Geschäft: „Und zwar bei meinem Stammverein in der Slowakei, beim FC Petrzalka. Da bin ich aktuell im Trainerstab und wir sind schon wieder mitten in der Meisterschaft.“

Der Klub aus der Hauptstadt Bratislava spielt in Liga zwei und darf somit auch aktuell spielen. „Es läuft so wie in Österreich ab, es wird getestet und die Spiele finden ohne Zuseher statt“, berichtet Kausich, dessen Team aktuell auf Rang neun in der zweithöchsten slowakischen Spielklasse liegt.

Österreich-Rückkehr ist immer interessant

Die Ligen darunter stehen still: „So wie in Österreich“, sagt Kausich, der aber der Meinung ist, dass „man das auch anders lösen könnte, eben auch mit Testungen und unter allen Einhaltungen der Bestimmungen der Regierung. Ich glaube schon, dass man den Amateurfußball nicht zum Stillstand bringen muss. Vor allem wären aus meiner Sicht die Vereine auch dazu bereit, Konzepte zu machen und strikt einzuhalten. Man will einfach wieder Fußball spielen, auch wenn man sich dabei in dieser Situationen an zusätzliche Regeln halten muss.“

Dementsprechend froh ist der Fußball-Trainer derzeit, dass er seiner Leidenschaft nachgehen und in der Slowakei tätig sein kann. Und eine Rückkehr nach Österreich? „Das ist natürlich immer ein Thema für mich, weil Österreich ja zumindest sportlich meine zweite Heimat ist. Ich habe dort den Großteil meiner Laufbahn verbracht und viele Erfolge gefeiert“, sagt Kausich, der aber trotzdem klarstellt: „Im Moment liegt mein voller Fokus natürlich auf Petrzalka.“