Erfolgreiche Draßburger: „Jeder ist gleich wichtig“. Aufsteiger Draßburg hält in seiner Premieren-Saison bei 18 Punkten aus elf Spielen – sehr zur Freude von Präsident Christian Illedits, der das starke Kollektiv hervorhebt.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 17. Oktober 2019 (06:18)
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Bild oben: Draßburger Jubel nach dem 6:2-Sieg in Wiener Neustadt bei Klaus-Peter Puhr. Petar Melezovic, Christopher Pinter, Trainer Franz Lederer, Lukas Kornholz, Holger Knartz, Benni Knessl und Noel Kustor (v.l.). Foto: Zottl

Was will Draßburg im ersten Jahr Regionalliga eigentlich? „Unsere Rechnung vor Saisonbeginn war einfach. 40 Punkte sollten reichen, um das Ziel Klassenerhalt zu realisieren“, sagt Klubchef Christian Illedits. Jetzt hält man nach elf Runden bei sechs Siegen und fünf Niederlagen  — sprich 18 Punkten. Das passt doch ganz gut in die Bilanz des Präsidenten, oder? „Wir liegen im Soll. Das Herbst-Restprogramm ist nicht einfach, aber wenn wir noch zwei Punkte holen, dann wäre dies die halbe Miete.“

Der Faktor Lederer und der Faktor Kollektiv

Bei verbleibenden fünf Spielen eine fast bescheidene Ansage von Illedits. Denn auch der Draßburger Vereinsboss weiß, dass seinen Jungs aktuell auch mehr zuzutrauen ist.
Vielleicht sogar noch einen Tick stolzer als die Punkteausbeute macht den Präsidenten übrigens die Entwicklung, die das Team aus der 1.200-Seelengemeinde in den vergangenen Wochen genommen hat.

Und dabei betont er zwei ganz wichtige Zutaten, die das Erfolgsrezept des Aufsteigers ausmachen. Zum einen: „Wir haben mit Franz Lederer einen Trainer, der durch und durch ein Profi ist. Er hat sich vielleicht sogar einen Schritt weg vom Profi bewegen müssen, die Spieler aber definitiv einen Schritt näher Richtung Professionalität gebracht.“

Die zweite Zutat: „Wir sind ein echtes Kollektiv. Da zählt kein Spieler mehr als ein anderer. Jeder ist gleich wichtig. Und das sieht man auch auf dem Feld. Da möchte ich ein Beispiel herausstreichen. Wir haben mit Noel Kustor einen waschechten Goalgetter im Sommer geholt. Der schaut aber gar nicht auf seine Torquote, sondern stellt sich zu 110 Prozent in den Dienst der Mannschaft. Und das macht bei uns jeder so.“

„Der Trainer hat die Spieler mit Sicherheit professioneller gemacht“Präsident Christian Illedits über den Erfolgsfaktor Franz Lederer. Der zweite Faktor ist das starke Kollektiv.

Bezeichnend für das „Team“ Draßburg war der bislang höchste Sieg des ASV in der Regionalliga Ost, das 6:2 am vergangenen Freitag in Wiener Neustadt, als sechs verschiedene Torschützen den Kantersieg der Burgenländer perfekt machten.

„Die letzten beiden Spiele zeigen auch eine Qualität, die wir uns im Laufe der Meisterschaft angeeignet haben. Zu Beginn der Saison hat uns ein erstes Gegentor schon oft aus dem Konzept gebracht, jetzt können wir auch mit Rückschlägen umgehen. Wir haben gegen Mauerwerk 2:0 geführt, dann stand es zur Pause 2:2 und am Ende haben wir 5:2 gewonnen. In Neustadt waren wir nach Führung 2:1 hinten und haben eben diesen tollen Sieg dann eingefahren. Das spricht für die Mannschaft.“

Auf Tuchfühlung mit den Neusiedlern

Überhaupt spricht aktuell wenig gegen das ausgegebene Ziel Ligaerhalt, das bei Draßburg weiter voll im Fokus steht. Denn ganz nebenbei kratzt man mittlerweile sogar knapp an der burgenländischen Nummer eins der Regionalliga Ost. Der Sechste, Neusiedl/See, liegt nur noch aufgrund des besseren Torverhältnisses vor dem Siebenten, Draßburg.