RLO-Aufsteiger Draßburg war die große Überraschung. Draßburg überwintert als Burgenlands Nummer eins. Der NSC und die Amas hatten gute und schwache Phasen.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 27. November 2019 (10:41)
Langer Atem. Draßburgs Marco Anderst (l., im Duell mit Amateure-Kapitän Peter Hawlik) verpasste im Herbst keine einzige Minute und war immer wieder die treibende Kraft im Draßburger Mittelfeld.
Ivansich

Draßburg. Speziell nach dem ersten Spieltag, als die Draßburger bei der Ostliga-Premiere gegen Stripfing 0:5 untergingen, waren die Stimmen laut, die von einem harten ersten Jahr mit Abstiegskampf pur sprachen. In der Winterpause ist davon keine Rede mehr. Draßburg hat einen Herbst hinter sich gebracht, auf den man in der kleinen Gemeinde stolz sein kann. Sechs Siege, 21 Punkte und zwischenzeitlich legte man eine Serie von sieben ungeschlagenen Spielen hin.

Unterm Strich bedeutet dies aktuell Platz acht und damit ist man bestes burgenländisches Team der Regionalliga Ost. Trainer Franz Lederer zieht gewohnt demütig Bilanz, ist aber schon richtig stolz auf sein Team: „Wenn wir am Ende der Saison auch dort stehen wollen, dürfen wir uns im Frühjahr weiterhin nicht ausruhen. Arbeitet die Mannschaft allerdings so wie im Herbst, dann ist das definitiv drin. Mit der Hinrunde sind wir hochzufrieden. Als Aufsteiger gleich als bestes Team aus dem Burgenland zu überwintern, das spricht für sich.“

In der Winterpause wird es beim ASV nur punktuelle Änderungen im Kader geben. „Es gibt ja auch keinen Grund die Mannschaft groß umzubauen“, so der Sportliche Leiter Thomas Mandl.

Neusiedl. Mit dem neuen Trainer Hannes Friesenbichler gingen die Neusiedler in die Saison. Und die begann für die Seestädter auch richtig verheißungsvoll. Aus den ersten sieben Runden holte der NSC fünf Siege, trat souverän auf und überzeugte von hinten bis vorne. Da gab es lediglich die Niederlagen gegen die beiden Titelkandidaten Rapid II und den FC Marchfeld Donauauen.

„Wir haben vieles richtig gut gemacht und sind in den ersten Spielen für unsere guten Auftritte stets belohnt worden“, so der Trainer. Hannes Friesenbichlers Team konnte das Tempo aber nicht bis zur Winterpause durchziehen. Von Runde acht weg holte Neusiedl nur noch sieben Punkte. Die Tiefpunkte waren dabei die Klatschen gegen die Tabellennachzügler Traiskirchen und Admira Juniors, wo man jeweils fünf Gegentore kassierte. „Das waren richtig schwache Darbietungen, die schwer zu erklären sind“, so der Coach.

Auch in Neusiedl werden in der Winterpause wenig Änderungen in puncto Mannschaft vorgenommen. Mit Luca Edelhofer (Young Violets), der zuletzt beim 2:1-Testspielsieg gegen Parndorf auf dem neuen Kunstrasenplatz dabei war, einen offensiven Neuzugang geben.

Mattersburg Amateure. Die Mannschaft von Marek Kausich kam mehr als zäh aus den Startlöchern — was die Punkteausbeute betrifft. „Spielerisch sind wir mit fast jedem Team der Liga auf Augenhöhe“, befand Kausich immer wieder, der stets an sein Team glaubte. Der Blick auf die Tabelle bereitete aber nach neun Runden richtig Sorge, denn da standen lediglich vier Pünktchen auf dem SVM Amas-Konto. Und dann wurde der Turbo in Mattersburg gezündet, der sich nicht nur fußballerisch, sondern auch in Zählbarem ausdrückte.

Vier Siege in Folge holten die jungen Grün-Weißen und im letzten Spiel vor der Pause belohnten sich die Amas mit einem 3:1-Sieg gegen Winterkönig FC Marchfeld für eine starke zweite Herbsthälfte, die mehr als Durchatmen bedeutete. Mit insgesamt 19 Punkten hat man sich ein wenig Luft nach hinten verschafft, dennoch ist für Kausich klar: „Wir wollen im Frühjahr dort weitermachen, wo wir jetzt aufgehört haben. Natürlich gibt es einiges, woran wir arbeiten müssen, dazu wollen wir den Winter nutzen.“

Personell wird es in Mattersburg wie üblich ablaufen. Der eine oder andere Spieler könnte bei den Profis reinschnuppern und von der U18 gibt es für die Amateure auch die eine oder andere neue Option: „Da haben wir schon im Herbst genau hingesehen. Es gibt sicher Kandidaten“, so Kausich, der mit seinen Jungs im Winter noch ein großes Ziel hat: beim BFV-Hallenmasters erfolgreich zu sein.