SC Neusiedl steckt in der Defensiv-Krise. Der gute Saisonstart der Seestädter ist verpufft, zuletzt gab es drei empfindliche Niederlagen und 13 Gegentore.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 14. November 2019 (05:22)
Nachdenklich. Neusiedls Trainer Hannes Friesenbichler hat momentan viel zu grübeln, vor allem was die Defensive betrifft.
Ivansich

So verheißungsvoll die erste Hälfte der Hinrunde verlief, so steil ging es für den SC Neusiedl am See in den letzten Wochen bergab. 15 von den bisherigen 21 Punkten holte Neusiedl in den ersten sieben Runden. Die letzten Wochen verliefen dann so richtig verkorkst. 0:3 gegen die Mattersburg Amateure, 1:5 gegen die Admira Juniors und 1:5 gegen Traiskirchen.

Drei Spiele, null Punkte und 13 Gegentore — das ist die jüngste Bilanz des Seestadt-Klubs. Coach Hannes Friesenbichler, der am Freitag bei der 1:5-Niederlage in Traiskirchen seinen 42. Geburtstag hatte, sucht nach Gründen für die mehr als dürftigen Auftritte: „Natürlich wird versucht zu analysieren, was ausschlaggebend für die aktuelle Situation ist. So richtig schlau bin ich aber noch nicht geworden.“

„Wir machen aktuell gar nicht viel anders“

Bedenklich sei zumindest der rapide Absturz der Quote an gewonnenen Zweikämpfen: Die war in den ersten Spielen meistens zwischen 70 und 73 Prozent. Zuletzt war der Wert bei wirklich mageren 40 Prozent, wie der Coach berichtet. „Das müssen wir schnellstmöglich wieder in die richtige Richtung bekommen“, weiß Friesenbichler, dem aber das beste Rezept dafür Kopfzerbrechen bedeutet.

„Weil wir ja gar nicht viel anders machen als zu Saisonbeginn. Ich dachte auch, dass es an der Intensität liegen könnte. Die habe ich jetzt deutlich heruntergeschraubt. Personell sind wir ja auch nicht wesentlich anders aufgestellt. Klar tut der Ausfall von Tormann Martin Kraus weh, aber an seinem Backup Udo Siebenhandl liegt es mit Sicherheit nicht, dass wir nun in dieser Lage sind. Der ist die ärmste Sau und kann nicht wirklich was dafür.“

Was der Trainer gerne hätte, wäre der eine oder andere Neuzugang in der Winterpause: „Klar würde uns eventuell ein frischer Wind gut tun, aber da sind für uns wohl keine großen Sprünge möglich“, meint Friesenbichler, der auch von der zweiten Reihe der Neusiedler mehr einfordert: „Das wäre auch eine Möglichkeit mit den jungen Spielern eventuell den Arrivierten etwas Druck zu machen. So richtig drängt sich da aber keiner auf“, meint der Chefcoach, auf den in der Winterpause einiges an Arbeit wartet: „Ja, da wird es viel zu besprechen und analysieren geben.“

Auch Positives wird dabei sein: „Es waren auch viele gute Phasen im Herbst dabei, das muss uns bewusst sein. Es ist ja nicht so, dass wir nicht Fußball spielen können. Im Gegenteil, das hat die Mannschaft oft bewiesen. Deswegen ist die aktuelle Lage ja so ärgerlich.“

So oder so zeigt sich Friesenbichler aber auch kämpferisch: „Als Trainer oder Spieler stellt man sich eben Herausforderungen. Und unsere heißt nun: zurück in die Spur kommen.“