Große Pläne für den Dartsport. Nach 15 Jahren starten die Dragons um Alfred Söls wieder in der Bundesliga. Der FECS-Präsident hat große Pläne für den Dartsport.

Von Peter Wagentristl. Erstellt am 08. Januar 2020 (06:07)
Belebt Dart in Eisenstadt nach 15 Jahren wieder: Alfred Söls
BVZ

Im Jahr 1990 fand der Hornsteiner Alfred Söls zum Dartsport. Seither ist er — so seine eigenen Worte — „ein DartVerrückter“. Um die Scheibe und die Pfeile dreht sich seither seine ganze Welt. Dabei wollte der gebürtige Steirer eigentlich Pfarrer werden. Doch es kam anders.

Mit 17 verschlug es ihn nach Hornstein, wo er seine Frau und das Burgenland lieben lernte. Seit 1990 spielt er Dart, zwei Jahre später startete Söls in den Meisterschaftsbetrieb und war an der Gründung des Österreichischen Compactsport Verbandes (ÖCSV) beteiligt. Seither sitzt er im Vorstand, kurz darauf wurde er zum Präsidenten gewählt. Seit 13 Jahren ist er sogar Präsident des Europäischen Dart Verbandes (FECS).

Auf europäischer Ebene ist der Dartsport überhaupt fest in burgenländischer Hand: 50 Burgenländer sind heuer bei der EM in Porec dabei, von Pokal bis Dartscheibe kommt alles von Söls. Mit den Eisenstadt Dragons hatte er sogar ein Team in der Bundesliga, Aushängeschild war damals wie heute Mensur Suljovic.

Revival für die Dragons in der Bundesliga

Nach 15-jähriger Abstinenz hat Eisenstadt ab März wieder eine Bundesliga-Mannschaft: Die Dragons starten in der kommenden Saison in der höchsten österreichischen Spielklasse. Mit den Gebietsliga-Siegern DC Bulldogs aus St. Margarethen, die eine unglaubliche Statistik von 26:0 aufweisen, spielt heuer auch ein Bezirks-Team im Europa-Cup. „Die Bulldogs spielen extrem stark, das ist definitiv Bundesliga-Niveau“, ist Söls voll des Lobes.

Söls schönste Erinnerung und der größte Erfolg seiner Dart-Spieler war aber der Fünffach-Sieg von Mensur Suljovic bei den Europameisterschaften in Schladming: „Da hat er in allen fünf Finali die Deutschen nicht nur geschlagen, sondern vernichtet. Das hat es noch nie zuvor gegeben und wird es wohl nie mehr geben“, schwelgt Söls in Erinnerungen.

Große Vergangenheit, noch größere Zukunft?

Aber als echter „Dart-Verrückter“ denkt Söls natürlich auch an die Zukunft: „Ich will das Burgenland, speziell die kleinste Großstadt der Welt, zum Dartsportzentrum Österreichs machen.“ Schon in den Startlöchern ist das Bundesleistungszentrum in Eisenstadt, das spätestens im März den Betrieb aufnehmen soll. „Wir haben schon Zusagen von Mensur Suljovic, Rowby-John Rodriguez und Michael Rasztovits. Sie werden abwechselnd die Trainings leiten“, erklärt der FECS-Präsident vorfreudig. Die Dragons, die Bulldogs und mindestens zwei weitere Vereine sind schon fix dabei, „aber es werden mit der Zeit wohl mehr werden.“

Auch für den Nachwuchs hat Söls schon große Pläne. Mit Landesrat und Sportreferent Christian Illedits plant der Hornsteiner eine Kooperation mit den Eisenstädter Schulen. „Wir wollen die Kids zu uns einladen und auch in die Schulen gehen.“ Nicht alle Kinder können Fußballspielen, Dart dagegen sei für alle attraktiv. Gespräche über die mögliche Kooperation laufen bereits mit dem Bildungsdirektor. Unterstützung erhalten die Schüler dabei von Stars wie Suljovic und Co. „Wenn wir Automaten in den Schulen aufstellen, fördert das natürlich auch den Dartsport insgesamt — und wenn die Schüler dann sehen, dass der Hawara (Suljovic, Anm.) den 60er wirklich trifft, ist das für sie ja echt eine Motivation“, ist Söls überzeugt.

Im April wartet auf Dart-Fans ein besonderes Schmankerl: „Einer der Größten des Dartsports“ besucht das neue Dartzentrum in der Landeshauptstadt. Man darf also gespannt sein, wer das sein könnte…