Farkas-Freude auf Champions League: „Bin total bereit“. Salzburg steht fix in der Gruppenphase – sehr zur Freude des Oberdorfers Patrick Farkas, der nun selbst wieder mittendrin ist.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 18. Mai 2019 (05:59)
In der Champions League. Patrick Farkas (l.) und Stefan Lainer feierten am Sonntag nach dem 2:1-Sieg gegen den LASK den fixen Einzug in die Königsklasse. Foto: GEPA
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Ajax Amsterdam und Tottenham waren bis zuletzt das Zünglein an der Waage, ob Meister Salzburg erstmals in seiner Red Bull-Ära in die Champions League-Gruppenphase einziehen kann oder doch wieder in die Quali muss, die in der Vergangenheit elfmal zum Stolperstein wurde.

„Ich bin vor dem Fernseher herumgehüpft“

Die einfache Rechnung für das mögliche Fixticket lautet(e): Nur wenn sich der Titelverteidiger der Königsklasse über die nationale Meisterschaft qualifiziert, geht der besagte Platz auch tatsächlich nach Salzburg.

Ajax Amsterdam hätte, weil die Niederlande 2018/2019 (noch) keinen Fixplatz-Anspruch haben, im Fall eines Triumphs aber das Ticket des Titelverteidigers eingelöst und Salzburg so den ersehnten Platz noch weggenommen.

Bei Tottenham wiederum hing es davon ab, ob die Londoner unter die Top-Vier in der Premier League kommen und sich im Falle des Falles auf diesem Weg für die kommende Champions League qualifizieren. Wäre das nämlich nicht der Fall gewesen, hätten die im Endspiel stehenden Spurs – wenn sie denn das Finale gewinnen – auch das Titelverteidiger-Ticket in Anspruch nehmen müssen und Salzburg wäre ebenfalls aus dem elitären Feld rausgeflogen.

So aber ist Tottenham seit der letzten Runde am Sonntag Vierter, Finalgegner Liverpool Vizemeister. Salzburg muss also nicht mehr auf den Finalausgang des Endspiels warten, sondern darf sich schon jetzt fix auf die Königsklasse freuen.

Einer davon ist Patrick Farkas, der bereits nach dem dramatischen 3:2 von Tottenham im Halbfinal-Rückspiel bei Ajax euphorisiert war. Denn durch den Sieg in der Nachspielzeit war die Gruppenphase annähernd in trockenen Tüchern, weil Tottenham nur noch theoretisch von Platz vier in der Liga zu verdrängen war. „Das war unglaublich. Ich bin vor dem Fernseher herumgehüpft, auch in unserer Whats App-Gruppe war einiges los. Jeder hat gehofft, dass es klappt. Das allgemeine Kribbeln war richtig spürbar.“

Champions League-Hymne in der Kabine

Nun ist die Sache durch, und Farkas sagt: „Salzburg steht aufgrund der harten Arbeit in den letzten Jahren absolut verdient in der Gruppenphase.“ Wie groß die allgemeine Erleichterung ist, zeigt auch die kollektive Vorfreude beim Meister. Nach dem 2:1-Erfolg am Sonntag gegen den LASK, als klar war, dass die Champions League fixiert ist und die Spieler das auch mit eigenen T-Shirts zelebrierten, wurde in der Kabine gleich einmal die Champions League-Hymne abgespielt. „Alleine das war schon fantastisch. Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung“, wirkt der Oberdorfer begeistert: „Egal, gegen wen wir in der Champions League spielen. Es gibt nichts Größeres.“

In das Salzburger Hochgefühl rund um das Double und die Champions League mischt sich derzeit auch ein deutlicher persönlicher Positiv-Schub für Farkas. Der 26-Jährige blieb nach seinem überstandenen Kreuzbandriss im Frühjahr bislang weitgehend in der Warteschleife, ehe er aufgrund eines Ausfalls von Andreas Ulmer am 1. Mai im ÖFB-Cupfinale gegen Rapid in die Startelf rutschte – und beim 2:0-Erfolg nebst einer starken Leistung sogar die wichtige Führung erzielte. Auch am Sonntag stand er gegen den LASK in der Startformation. „Ich habe hartnäckig auf meine Chance gewartet und sehe die Einsätze auch als Vertrauensbeweis. So konnte ich ein sportliches Statement abgeben.“

Ohne die besagten Einsatzminuten hätte der Burgenländer, dessen Vertrag noch bis 2020 läuft und der sich ganz ohne Praxis die Frage nach den Perspektiven stellen müsste, wohl zumindest das Gespräch mit der sportlichen Führung gesucht. So aber haben sich die Dinge gedreht. „Diese Einsätze waren extrem wichtig für mich, vor allem weil auch seitens des Vereins die Signale da sind, dass mit mir geplant wird. Ich bin total bereit, fühle mich hier sehr wohl und will auch in der neuen Saison um meinen Platz kämpfen.“