BSSM Oberschützen: Die Millionenfrage. Organisatorisch ist das Schulmodell auf Schiene, infrastrukturell aber nicht. Es wird saniert – wann, bleibt derzeit offen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 02. Oktober 2019 (06:37)
Fachinspektor Harald Ziniel, BSSM-Obmann Marc Kerschbaumer, Gymnasium Oberschützen-Direktorin Ingrid Weltler-Müller, Alt-Landeshauptmann Hans Niessl, Landesrat Christian Illedits, Claudia Priber (Vorständin Abteilung 7), Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz und BSSM-Sportkoordinator Johann Szabo (v.l.) bei der Generalversammlung des BSSM Oberschützen. Foto: Daniel Fenz
Daniel Fenz

Hans Niessl ist zwar schon seit 28. Februar nicht mehr Landeshauptmann, die eine oder andere Wachablöse in den verschiedenen Institutionen stand für den ehemaligen rot-goldenen Sportreferenten aber auch danach an. Hier folgte in praktisch allen Sportangelegenheiten der neue Sportlandesrat Christian Illedits. Ergo war es auch keine Überraschung, dass er Niessl im Vorstand des BSSM (Burgenländisches Schule & Sport Modell) Oberschützen als Präsident beerbte.

Die von einem gemeinnützigen Verein betriebene Schulform eines Bundesoberstufen-Realgymnasiums (BORG) zur Förderung des Leistungssports für junge Talente hat ihre Heimat im Gymnasium Oberschützen, wo vergangene Woche die Generalversammlung stattfand. Fazit: Organisatorisch ist im BSSM, das operativ von Marc Kerschbaumer als geschäftsführendem Obmann geleitet wird, alles paletti. Infrastrukturell ist die Lage aber angespannt.

Der Rundgang der Vorstands-Crew in die außerhalb der Schule gelegene Sporthalle offenbarte die Mängel des Gebäude-Komplexes im Gymnasium Oberschützen, das mit den Ansprüchen der rund 650 Kinder und Jugendlichen schon länger nicht mehr Schritt halten kann. Turnsaal, Kraftkammer oder der Sportplatz sind gelinde gesagt antiquarisch.

„Das Hauptgebäude ist über 100 Jahre alt, generell besteht dringender Renovierungsbedarf“, sagt Direktorin Ingrid Weltler-Müller. Den Sanierungsantrag gebe es längst, einen Zeitpunkt für die Umsetzung aber nicht. Auch wenn die Sache laufe, wie Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz versicherte: „Wir forcieren die Sanierung in Oberschützen, nur können wir nicht alles gleichzeitig bauen.“

„Werden erweitern und modernisieren müssen“

Das fertiggestellte Gymnasium Kurzwiese in Eisenstadt, das aktuell in Sanierung befindliche Hauptgebäude des BG/BRG/ BORG Mattersburg oder die HTL Pinkafeld auf der bald zu erledigenden Agenda – Oberschützen soll sich auf der Liste der praktischen Umsetzung möglichst zeitnah wiederfinden.

Veranschlagt ist das Gesamt-Projekt der Gymnasiums-Sanierung laut Zitz bereits mit rund 20 Millionen Euro. Die Umsetzung sieht dabei, was das Sportangebot betrifft, auch den Bau einer zusätzlichen neuen Turnhalle sowie die Sanierung der bestehenden Anlagen vor.

Alleine wann das passiert, bleibt noch offen. Weil das Konstrukt aus Planungsphase, Ausschreibungsphase, Zusammenspiel der Interessensvertreter und Liste an Schulsanierungen noch keine Prognose zulasse. An der (sport-)politischen Unterstützung sollte es nicht scheitern, wie Landesrat Christian Illedits bekräftigte: „Wir werden mit Sicherheit die Schul- und Sportinfrastruktur in den kommenden Jahren erweitern und modernisieren müssen.“

Schließlich wolle man die Arbeitsvoraussetzungen qualitativ steigern. Wie sagte doch der scheidende BSSM-Präsident Hans Niessl, der als baldiger Neo-Präsident der Bundessport-Organisation (BSO) in rot-weiß-roter Hinsicht eine gewichtige Stimme haben wird: „Das BSSM ist das Kompetenzzentrum des Schulsports schlechthin – im Burgenland und in Österreich.“ Eines, das früher oder später auch wieder mit gutem Gewissen herzeigbar sein soll.