Kampelmühler/Czajka: "Mehr Risiko als sonst". Die heimischen Segler sind wieder im Revier vor Enoshima – zu Trainingszwecken, aber auch für ein Ticket.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 01. August 2019 (06:56)
Tobias Stoerkle -
Die große Chance Weltmeisterschaft: Für Thomas Czajka (vorne) und Nikolaus Kampelmühler geht am Wochenende die WM in Japan los. Dabei werden auch Tickets für die Olympischen Spiele 2020 vergeben.Photography

In nicht einmal 365 Tagen, am 24. Juli 2020, werden die Olympischen Spiele in Tokio eröffnet. Und genau ein Jahr vor dem Großereignis befinden sich Österreichs Nationalteam-Segler in Enoshima, um sich intensiv und frühzeitig vorzubereiten. Seit dem Ende der vergangenen Spiele in Rio de Janeiro steht der Fokus beim OeSV auf Tokio 2020. Bereits zum dritten Mal findet im Olympia-Revier ein Trainingslager statt.

In den Klassen Nacra 17 und 49erFX wurden die Nationentickets bereits im vergangenen Jahr gelöst. Nach den erfolgreichen Spielen in Brasilien trennte sich das Erfolgsduo Thomas Zajac/Tanja Frank, um eine neue Herausforderung zu suchen. Im Nacra 17 geht Thomas Zajac nun mit Barbara Matz an den Start. „Das Ziel ist ganz klar in Tokio erneut zuzuschlagen. Toms Vorteil ist, dass er durch seine Bronzemedaille von Rio eine gewisse Sicherheit hat. Das bringt natürlich auch viel Kraft. Er weiß, dass er es schon geschafft hat,“ traut Matthias Schmid, Ex-Segler und seit mittlerweile März Sportdirektor des Österreichischen Segelverbands, Thomas Zajac und Partnerin Barbara Matz in Tokio eine Medaille zu.

 Czajka/Kampelmühler über WM zu Olympia?

 Im 49er FX will Tanja Frank mit Lorena Abicht angreifen. Mit Silber bei der WM 2018 in Aarhus/Dänemark haben sie bereits ihre Ambitionen für Olympia-Edelmetall unterstrichen. Trotz ihres starken WM-Abschneidens ist die Olympiateilnahme von Frank/Abicht aber noch nicht fix. Denn mit Kohlendorfer/Farthofer und Schöfegger/Boustani gibt es zwei weitere ambitionierte Teams. Schmid: „Für die drei Teams der 49erFX gilt es sich für die Olympischen Spiele zu empfehlen. Tanja Frank und Lorena Abicht haben das Ticket gelöst und sind als Vizeweltmeisterinnen aktuell in der Poleposition. Aber auch die anderen beiden Teams haben natürlich noch Chancen Tanja und Lorena zu überholen.“

 "Werden mehr Risiko als sonst nehmen"

 Mit Nikolaus Kampelmühler und Thomas Czajka hat noch ein rot-goldenes Boot die Chance auf Olympia. Von Sonntag bis Donnerstag wird es für das 470er-Gespann ernst. Im Olympiarevier Enoshima findet die Weltmeisterschaft statt, bei der das Duo nur ein Ziel verfolgt: eines von vier Olympia-Nationentickets zu lösen. Auch wenn den beiden Wienern nur Außenseiterchancen zugeschrieben werden, wollen die für den Yachtclub Burgenland startenden Segler mit vollem Risiko das heißbegehrte Ticket für Österreich erobern. Konservatives Segeln sei da nicht angebracht.

„Wir möchten unbedingt um das Nationenticket mitfahren. Daher werden wir versuchen mehr Risiko als sonst zu nehmen, da es nicht zählt am Ende die fünftbeste Nation zu sein, die noch kein Ticket hat“ zeigt sich Kampelmühler angriffslustig. „Es kommt natürlich auch viel auf die Bedingungen an. Bei Leichtwind können wir absolut mit den besten Teams mithalten. Sollten die Bedingungen auf unserer Seite sein, ist alles möglich,“ ergänzt Tom Czajka.