Zajac und Matz bereiten sich auf Tokio vor. Das Nacra17-Duo Thomas Zajac und Barbara Matz ist aktuell in Sardinien, um sich auf die verspäteten Olympischen Spiele vorzubereiten. Davor wird Zajac noch Papa.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 17. Januar 2021 (02:23)
Der Countdown läuft: Für Thomas Zajac und Barbara Matz rücken die Olympischen Spiele in Tokio immer näher — Ende Juli will das Nacra17-Duo in Japan um olympisches Edelmetall mitmischen.
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Seit vergangenen Freitag ist das Nacra17-Duo Thomas Zajac und Barbara Matz in Sardinien — immerhin biegt die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele im Sommer in die Zielgerade. Die Zelte sind deshalb wieder einmal zu einem Trainingslager aufgeschlagen und das dauert so lange wie noch nie. Knapp zwei Monate, also bis Anfang März, werden Österreichs Top-Segler auf der italienischen Insel aktiv verweilen.

„Normal dauert ein Trainingslager zwei oder drei Wochen. Wenn wir in Übersee sind, vielleicht vier oder fünf Wochen, aber diesmal geht es aufgrund der aktuellen Situation nicht anders“, erklärt Steuermann Zajac, der bei den letzten Olympischen Spielen 2016 in Rio — damals noch mit Tanja Frank im Boot — die Bronzemedaille gewann. Fokussiert geht die Reise nun in Richtung Tokio, auch dort soll im besten Fall Edelmetall glänzen: „Es ist aber sehr schwierig, jetzt eine echte Prognose abzugeben. Unser Ziel ist es, uns so gut vorzubereiten, dass wir dann in Japan, wenn es drauf ankommt, unsere bestmögliche Leistung abrufen können“, so Zajac. Vorrangig sei es jetzt, sich einmal den Feinschliff für das Großevent im Sommer abzuholen, dazu zählen für den 35-Jährigen: „Die Prioritäten aus der letzten Saison mitnehmen und natürlich viele Kleinigkeiten in allen möglichen Bereichen wie Speed, Technik und auch Material-Checkliste zu bearbeiten.“

„Es wird dort fast jeder dabei sein, der dann auch bei Olympia segeln wird. Das wird schon eine echte Standortbestimmung.“ Thomas Zajac über die Princes Sofia, den ersten Bewerb 2021

ie Qualität des Trainings vor Ort wird auch richtig hoch sein, neben Österreichs Nacra17-Boot werden unter anderen auch die amtierenden Weltmeister aus Italien sowie Santiago Lange, argentinischer Olympiasieger 2016 in Sardinien sein. Zajac: „Das Niveau wird hoch sein, wir trainieren da mit den Besten der Welt.“ Und praktisch die komplette Welt-Elite wird dann anwesend sein, wenn der Segel-Weltcup Mitte März, gleich anschließend an das Sardinien-Camp vor Mallorca Station macht. Die „Trofeo Princesa Sofia“ ist auch die letzte Möglichkeit, um sich ein Olympia-Ticket zu sichern. Es ist die Regatta der letzten Chance auf Tokio und außerdem der erste Wettbewerb nach langer Zeit. Dementsprechend wird dort fast jeder dabei sein, der dann auch bei Olympia segeln wird. Das wird schon eine echte Standortbestimmung“, freut sich Zajac schon auf den Bewerb vor der spanischen Ferieninsel.

Erstmals Vaterfreuden statt ein EM-Einsatz

Und noch viel mehr Freude bereitet Österreichs Weltklasse-Segler der Blick auf Anfang Mai. Da wird Zajac erstmals Vater – logisch, dass die Europameisterschaft, die mit dem Geburtstermin zusammenfällt, ausgelassen wird: „Ich freue mich riesig darauf“, meint Zajac, der aber wohl sieben bis 14 Tage nach der Geburt seine Sachen wieder packen muss und sich nach Japan begibt, um im Olympiarevier zu trainieren und einen Wettkampf zu bestreiten.

Das Programm bleibt dann bis zu den Spielen dicht gedrängt. Anfang Juni geht es wieder zurück nach Europa, wo man eventuell noch die Kieler Woche mitnimmt, bevor dann noch kurze Regeneration ansteht und Anfang Juli nach der Verabschiedung und Einkleidung der rot-weiß-roten Olympiastarter der Flieger zum Showdown nach Japan abhebt. Dort geht es für die Nacra17-Segler Ende Juli los und endet im Optimalfall im August mit einer Medaille — erst danach will Zajac über seine Zukunft entscheiden: „Darüber mache ich mir wirklich erst Gedanken, wenn wir von den Olympischen Spielen zurück sind.“ Viel Zeit bleibt dann aber nicht: „Weil nach den Spielen beim Segeln auch immer gleich vor den Spielen ist – diesmal ist es auch anders als sonst, weil ja nur drei Jahre bleiben bis Paris 2024.“ Und egal wie sich Zajac dann entscheidet, einfach wird es ihm sicher nicht fallen. Speziell nach den spannenden privaten und sportlichen Monaten, die ihm nun bevorstehen.