Julia Dujmovits holt WM-Bronze im Riesentorlauf

Österreichs Snowboarder haben bei der Parallel-WM am Montag in Rogla die erhoffte Medaille geholt. Während die ÖSV-Herren leer ausgingen, gab es ein rein-österreichisches Duell um die Bronzemedaille im Riesentorlauf. Und dieses sicherte sich überraschend die aus Gerersdorf-Sulz (Bezirk Güssing) stammende Julia Dujmovits in ihrem Comeback-Jahr.

Aktualisiert am 01. März 2021 | 17:37
Julia Dujmovits Symbolbild
Julia Dujmovits
Foto: FIS/Miha Matavz

Julia Dujmovits hat bei der Parallel-WM am Montag in Rogla ihr diesjähriges Comeback mit Bronze gekrönt. Die 33-jährige Südburgenländerin setzte sich im rein-österreichischen Duell um Rang drei im Riesentorlauf gegen die 47-jährige Claudia Riegler klar mit 1,05 Sekunden Vorsprung durch. Für Dujmovits, die eigentlich 2018 ihre Laufbahn beendet hatte, war es ihre insgesamt vierte Medaille bei einem Großereignis.

"Es ist eigentlich gar nicht zu glauben. Als ich im Ziel war, habe ich echt Tränen in den Augen gehabt, weil es so überwältigend ist nach der langen Zeit", freute sich Dujmovits über ihren Erfolg nach ihrem erst dritten Riesenslalom seit der Rückkehr. Sie habe in den vergangenen Wochen sehr viel am Material und am Set-up gearbeitet und bedankte sich bei Servicemann Manfred.

Unglaublich, dass das in der kurzen Zeit jetzt schon möglich war Julia Dujmovits

"Ich bin sehr froh, dass wir das alles hingekriegt haben und das motiviert natürlich viel mehr, vor allem für die nächste Saison. Unglaublich, dass das in der kurzen Zeit jetzt schon möglich war."

Für Dujmovits war sogar mehr möglich, lag sie doch im Halbfinale gegen Sofia Nadyrschina (RUS) drei Tore vor dem Ziel schon auf Finalkurs, schied jedoch aus. Sie tröstete sich aber mit ihrer dritten WM-Medaille nach zweimal Silber. 2014 hatte sie Olympia-Gold geholt. Gold 2021 ging wie schon vor zwei Jahren an die Deutsche Selina Jörg. Die Allgäuerin besiegte Nadyrschina im Finale um 0,12 Sekunden.

Für Dujmovits war es die nicht erwartete Rückkehr aufs Siegespodest. Sie hatte 2018 nach enttäuschenden Olympischen Spielen ihre Karriere beendet und war Anfang Jänner in Scuol nach einer Ellbogenluxation verspätet in ihre Comeback-Weltcupsaison eingestiegen. Vor der WM hatte sich Dujmovits deshalb in der Außenseiterrolle gesehen.

Bei den Herren geht Gold an Russland

Bei den Herren sicherte sich im spannenden Finale Dmitrij Loginow aus Russland hauchdünn mit einer Hundertstel Vorsprung auf den 40-jährigen Italiener Roland Fischnaller seinen insgesamt dritten WM-Titel. Bronze ging an Loginows Landsmann Andrej Sobolew.

Bester ÖSV-Mann war Lukas Mathies, der es als einziger Österreicher ins Viertelfinale geschafft hatte. In diesem musste er sich dem später "bronzenen" Sobolew aber beugen und wurde Sechster. Überraschend bereits in der Qualifikation ausgeschieden waren Benjamin Karl als 26. und Daniela Ulbing als 24. Sie waren heuer die bisher einzigen ÖSV-Saisonsieger im Weltcup.

Im Achtelfinale hatte sich Dujmovits gegen Sabine Schöffmann (10.) durchgesetzt, und Riegler kam gegen die Deutsche Carolin Langenhorst nur dank der besseren Qualifikation (7. Platz gegenüber 10.) weiter: Denn im Ziel hatten beide dieselbe Zeit gehabt. Viertelfinalsiege über die jeweils favorisierten Deutschen Ramona Hofmeister (Dujmovits) bzw. Cheyenne Loch (Riegler) hatten die insgesamt 53. ÖSV-Medaille bei Snowboard-Titelkämpfen fixiert.

Schon im Achtelfinale war für Alexander Payer und Andreas Prommegger Endstation gewesen. Am Donnerstag werden bei den erstmals eigenständig ausgetragenen Parallel-Welt-Titelkämpfen im Slalom (10.30/14.45, jeweils live ORF 1) die Medaillen vergeben.

Olympiasiegerin Ester Ledecka hatten ihren WM-Start kurzfristig abgesagt. Sie könne derzeit nicht einmal ihr Snowboard einhändig über dem Kopf halten, erklärte die 24-jährige Tschechin, die ihre Verletzung nicht näher bezeichnete. Ihr Ziel sei es nun, rechtzeitig für das Finale im Ski-Weltcup in Lenzerheide in zwei Wochen bereit zu sein. Ledecka hat Olympia-Gold 2018 und zwei WM-Titel im Snowboard gewonnen sowie den Olympia-Super-G 2018 bei den alpinen Rennläuferinnen.

 
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