Olympia-Überraschung: Julia Dujmovits feiert Comeback. Julia Dujmovits, Snowboard-Olympiasiegerin von 2014, kehrt zwei Jahre nach dem „Karriere-Ende“ wieder in den Weltcup zurück – und will es für Peking 2022 wieder wissen.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 03. Oktober 2020 (00:48)
Vermeintlich letzter Auftritt auf der großen Sportbühne. Julia Dujmovits beim Snowboard-Parallelbewerb am 24. Februar 2018 im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Nach dem Großevent in Südkorea kündigte die Südburgenländerin ihren Rücktritt an, was sie dann auch tat. Seitdem ist viel passiert, Dujmovits war auch noch stärker im Yoga engagiert – nun feiert sie aber ein Snowboard-Comeback.
GEPA (Mathias Mandl), privat

Olympische Spiele Februar 2018 in Südkorea: Julia Dujmovits reiste als Goldmedaillen-Gewinnerin im Parallel-Slalom von Sotchi nach Pyeongchang. Dort gab es im Parallel-Riesenslalom einen enttäuschenden zwölften Rang. Noch im Zielbereich folgte ein Interview, in dem die Sulzerin ihren Rücktritt vom aktiven Sport bekanntgab — damals war das eine große Überraschung. Und genau so überraschend – mehr noch, fast sensationell – verkündete die mittlerweile 33-Jährige nun ihr Comeback.

Julia Dujmovits, Olympiasiegerin 2014, hat wieder ein olympisches Ziel vor Augen: Peking 2022.
BVZ

„Das Snowboarden ist in den vergangenen Monaten bei mir wieder stärker in den Fokus gerückt. Auch deshalb, weil ich im Gegensatz zur Saison 2017/18 körperlich nun wieder in einem topfitten Zustand bin“, erklärte Dujmovits, die sich 2018 nach den Winterspielen in Südkorea Operationen im rechten Knie (Sehnenentzündung) und im rechten Sprunggelenk (Bänderrisse) unterziehen musste. „Zuerst habe ich mich gegen die Comeback-Gedanken noch gewehrt, aber zugleich habe ich mich an mein eigenes Versprechen erinnert, stets meiner Intuition und meinen Gefühlen zu folgen. Einerseits hat mir dieser Schritt ein gewisses Maß an Mut abverlangt, aber andererseits liebe ich es, an Herausforderungen zu wachsen. Am Ende hat sich das Herz gegen den Kopf durchgesetzt“, begründete die Sulzerin die Entscheidung zu ihrem Sensations-Comeback. Schon in der vergangenen Woche stand die Südburgenländerin am Board, absolvierte auf dem Stilfserjoch (Italien) ihren ersten Trainingskurs mit dem ÖSV-Team.

„Am Ende hat sich das Herz gegen den Kopf durchgesetzt.“Julia Dujmovits über den entscheidenden Grund für ihr überraschendes Comeback im Snowboard-Weltcup, das natürlich auch mit Blick Richtung Olympia 2022 erfolgte

Ein klares Ziel hat sich die Goldmedaillen-Gewinnerin von Sotchi 2014 natürlich auch schon gesteckt: die Olympischen Spiele 2022 in Peking. „Bis dahin möchte ich ein Leistungslevel erreichen, um eine realistische Medaillenchance zu haben. Im Moment gibt es noch 1.000 Fragezeichen, weil es schwer einzuschätzen ist, wo ich im Vergleich mit der Konkurrenz stehe. Jetzt bin ich einfach dankbar für die Chance, es noch einmal versuchen zu dürfen und möchte mich beim ÖSV für die Unterstützung auf meinem Weg zurück bedanken.“

Julia Dujmovits, Olympiasiegerin 2014, hat wieder ein olympisches Ziel vor Augen: Peking 2022.
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