PRAE: Wenn 33 Prozent für Freude sorgen

Erstellt am 01. Dezember 2022 | 04:28
Lesezeit: 4 Min
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Spieler, Trainer, Referees, Kampfrichter - die Pauschale Reisekostenaufwendung ist im Sport ein wichtiger Faktor.
Foto: Shutterstock/OFC Pictures
Die Aufwandspauschale im Sport wird um ein Drittel – von 540 auf 720 Euro – erhöht. Dementsprechend positiv sind auch im Burgenland die Reaktionen. Die BVZ fragte bei den drei Sportdachverbänden nach.
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Seit 2009 gibt es sie bereits, die „Pauschale Reisekostenaufwendung“, kurz PRAE. Seit damals beträgt sie unverändert maximal 540 Euro pro Monat und maximal 60 Euro pro Tag. PRAE? Unter diesem Oberbegriff können im gemeinnützigen Sport in diversen Bereichen Aufwandsentschädigungen für nebenberufliche Tätigkeiten steuer- und sozialversicherungsfrei ausbezahlt werden (siehe Infobox). Nun wurde angekündigt, dass die PRAE erhöht wird, konkret auf 720 Euro und 120 Euro pro Tag. Das ist beim monatlich möglichen Betrag um ein Drittel oder abgerundet um 33 Prozent mehr als bisher. Zugute kommen soll sie Sportler:innen, Trainer:innen, Übungsleiter:innen, Sportärzt:innen, Schiris oder Kampfrichter:innen, nur um einige Beispiele zu nennen. Vizekanzler Werner Kogler, der sich mit Finanzminister Magnus Brunner auf eine entsprechende Regelung verständigte, sagt: „Die Erhöhung der PRAE um 33 Prozent hilft im Amateur- und Breitensport maßgeblich, um eine kontinuierliche, hochwertige sportliche Ausbildung sicherzustellen.“ Zudem werden die Beteiligten durch erweiterte Entschädigungsmöglichkeiten wieder mehr an die Vereine gebunden.

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Sport Austria-Präsident Hans Niessl zeigt sich zufrieden mit der Erhöhung der Pauschalen Reisekostenaufwendung, denn: „Die PRAE sichert den Sportbetrieb ab.“
Foto: Leo Hagen

Dementsprechend wird die neue Regelung positiv bewertet, auch vom Dach des organisierten Sports – Sport Austria. Präsident Hans Niessl, der sich zudem bei den beteiligten Politikern bedankte: „Obwohl noch wichtige Detailfragen zu klären sind: Die Anhebung der PRAE ist ein wichtiger Impuls für den gemeinnützigen Vereinssport, weil sie den Sportbetrieb absichert und damit auch dazu beiträgt, die Vielfalt unserer Sportkultur aufrechtzuerhalten.“ Burgenlands Alt-Landeshauptmann wünscht sich allerdings auch, dass der Kreis der möglichen PRAE-Bezieher erweitert wird – etwa sollen auch Hilfskräfte für die Durchführung einer Veranstaltung in diesem Kreis aufgenommen werden. Außerdem drängt Sport Austria auf eine praktikable Umsetzung der angekündigten Meldepflicht der PRAE. Niessl: „Transparenz muss sein, keine Frage. Man muss aber aufpassen, dass die ohnehin schon von Bürokratie stark belasteten Funktionär:innen nicht irgendwann die Freude an der Tätigkeit verlieren. Aus diesem Grund setzt sich Sport Austria generell für eine Entbürokratisierung ein und tut das natürlich auch hier.“

„Auch das Tages-Maximum hilft uns sehr weiter“

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ASVÖ Burgenland-Präsident Robert Zsifkovits.
Foto: ASVÖ

Bei den Reaktionen der burgenländischen Dachverbände auf die angekündigte Anhebung überwiegt definitiv das Positive. So sagt ASVÖ Burgenland-Präsident Robert Zsifkovits: „Man kann das schon mit der rosaroten Brille betrachten. Wir haben uns als ASVÖ bereits mehrmals für eine Anhebung ausgesprochen und sind froh über diesen Schritt, weil das die Entlohnung generell wesentlich vereinfacht. Hier hilft uns auch das Tages-Maximum von 120 Euro schon sehr weiter – beispielsweise bei einem Trainingslager am Wochenende. Insgesamt ist hier realistischerweise erreicht worden, was auch tatsächlich machbar ist.“ Wesentlich kritischer sieht Zsifkovits hingegen die Anhebung des Sportbudgets von 80 auf 120 Millionen. „Das mag gut aussehen, Kaufkraft-bereinigt ist das aber kein großer Wurf.“

„Regierung hat den Stellenwert erkannt“

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Sportunion Burgenland-Präsidentin Karin Ofner.
Foto: Union

Karin Ofner, Präsidentin der Sportunion Burgenland, wiederum bewertet die PRAE-Anhebung ebenfalls positiv, denn: „Seit vielen Jahren befinden wir uns auf dem selben Level, die Regierung hat mittlerweile den Stellenwert des Sports erkannt und erteilt hier auch eine neue Wertschätzung. Die PRAE ist hier eine Grundversorgung des Sports, vor allem was den Bereich der Trainer und Übungsleiter an der Basis betrifft. Wenn die Entschädigung erhöht wird, könnte das dazu beitragen, dass nicht zu viele abwandern oder sich vom Tätigkeitsbereich her umorientieren.“ Ofner ist sich dessen bewusst, dass der Sport hier „durch die PRAE eine Sonderstellung hat, aber der Sport ist vor allem gesellschaftspolitisch eine ganz wichtige Komponente“. Nun gelte es für die Sportunion Burgenland-Chefin aber vor allem nach den erfolgreichen Covid-Hilfen („durch den NPO-Fonds sind fast alle Bereine durchgekommen“) und der PRAE-Anhebung ein Thema zu behandeln: „Die Frage der Energiekosten bleibt natürlich äußerst spannend.“

„Wir sind froh über die Bewegung“

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ASKÖ Burgenland-Präsident Alfred Kollar.
Foto: zVg

Und doch ist zum jetzigen Zeitpunkt einmal die Freude über das PRAE-Upgrade vorrangig. Diese Einschätzung ist durch alle sportlichen Organisationsschichten spürbar und gilt selbstverständlich auch für Alfred Kollar, den Präsidenten der ASKÖ Burgenland. „Wir sind froh über die Anhebung und die Bewegung bei diesem Thema, eine solche Größenordnung wollten wir erreichen. In Zeiten wie diesen ist das schon ein weiterer wichtiger Schritt.“