Eine Gesellschaft als neues Fundament. Das Land Burgenland stellt sich strukturell neu auf und will die Kompetenzen im Sport künftig noch mehr bündeln.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 16. Juli 2021 (02:21)

Was gehört wo/wie/von wem geregelt und umgesetzt? Um im Bereich des Sports künftig Fragen wie diese klar abwickeln zu können, hat das Land Burgenland im Zuge der sogenannten Sportstrategie den nächsten Schritt gesetzt. Mit der Sport Burgenland GmbH soll, wie das auch schon im Firmenbuch festgeschrieben ist, die „Förderung und Weiterentwicklung von Sport im Burgenland“ vorangetrieben werden. Das sei ein wichtiger Schritt, wie Sportlandesrat Heinrich Dorner betont: „Wir haben diese Gesellschaft gegründet, um uns strukturell neu aufzustellen.“ Bislang fanden Einrichtungen wie etwa das VIVA-Landessportzentrum Steinbrunn ihren Platz in der Landesimmobilien Burgenland GmbH. Das soll auch freilich so bleiben, was die Liegenschaften an sich betrifft. Alle betrieblichen Umsetzungen der Landessportagenden sollen aber künftig eben unter dem gemeinsamen Dach der Sport Burgenland GmbH abgewickelt werden. Was freilich auch für die Fußballakademie Burgenland gilt, bei der das Land nach dem Aus des SV Mattersburg mittlerweile Mehrheitseigentümer ist.

Landessportzentren mit breiten Ausrichtungen

Für die besagte Gesellschaft gibt es aktuell bereits einen Aufsichtsrat, mit Dorner als Vorsitzenden. Bei den weiteren Mitgliedern hat sich das Land mit Ex-Skiverbandspräsident Peter Schröcksnadel eine prominente Person ins Boot geholt, weiters vertreten sind Bildungsdirektor Heinz Zitz, Ex-Kickboxweltmeisterin Nicole Trimmel (beruflich im Sportreferat aktiv) und Sabine Nyul von der Landesholding. Was offiziell noch fehlt, ist die Position der Geschäftsführung. Hier soll laut Dorner zeitnah jene „fachlich kompetente Person“ präsentiert werden, die operativ als Dreh- und Angelscheibe agiert, die aber auch das Standortkonzept gestaltet und ausführt. Mit der strukturellen Ausrichtung ist beim Sport im Burgenland auf der To-Do-Liste schließlich noch lange kein imaginäres Hakerl zu setzen.

Im Gegenteil, dann soll die Umsetzung der weiteren Landespläne Schritt für Schritt realisiert werden. Angepeilt sind bekanntlich längerfristig offiziell zwei Landessportzentren – eines soll im Norden am Standort der Fußballakademie Burgenland in Mattersburg installiert werden. Das bisherige VIVA-Landessportzentrum Steinbrunn wurde parallel wiederum vorsorglich unter das Dach der Sport Burgenland GmbH als ein Standort eingebunden. Der bisherige Geschäftsführer Bernd Dallos ist nun Prokurist der neuen Gesellschaft und Standortleiter im VIVA, wo unter anderem auch der Österreichische Volleyballverband oder der Ringerverband ihre Trainingszentren beheimatet haben. Welche Funktion Steinbrunn im rot-goldenen Sportgeschehen und dem Konzept langfristig haben wird, steht aber noch in den Sternen. Dorner: „Es gibt aktuell einen laufenden Dreijahresvertrag, die Nachnutzung selbst gilt es zu klären.“

Das sei auch Aufgabe der neuen Gesellschaft, die in weiterer Folge dann für den Süden ebenfalls eine entsprechende Landessportzentrums-Struktur umsetzen soll. Hier könnte eine Variante mit mehreren einzelnen Standorten das große Ganze beleben. „Wir überlegen und reden über sämtliche Möglichkeiten“, sagt Dorner. Der im Zusammenhang mit dem Thema auch nach wie vor das Schlagwort „Potenzialanalyse“ verwendet. Was wiederum erahnen lässt, dass die Beantwortung der Frage nach der langfristig bestmöglichen Nutzung sportlicher Landeseinrichtungen nach wie vor voll im Gang ist.