Fußballakademie Zurück in die Zukunft. Manuel Takacs wechselt zum LASK und wird von Ex-Sportchef Hans Füzi interimistisch beerbt. 2021 erfolgt eine Neubesetzung.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 27. November 2020 (01:23)
Kurzfristiges Comeback. Hans Füzi im September 2009 kurz nach der offiziellen Eröffnung der Fußballakademie Burgenland (Bild links). Bis Ende 2016 war der Eisenstädter als Geschäftsführer/Sport für die neu geschaffene Spitzensporteinrichtung im Einsatz. Seit 2017 ist sein beruflicher Schwerpunkt wieder im BFV, wo er sich in den vergangenen Jahren vorwiegend um die Talenteschiene, aber auch um Themen wie Frauenfußball, gekümmert hat. Nun springt er nach dem Abgang von Manuel Takacs als Sportlicher Leiter in der Fußballakademie ein, bis ein Nachfolger gefunden ist.
Martin Ivansich

34 Monate ist Hans Füzi noch im regulären Berufsleben aktiv, ehe er im Oktober 2023 in Pension gehen wird. Die ruhige Zeit des Lebens beschäftigt den 62-Jährigen derzeit aber eher weniger. Es gibt schließlich viel zu tun. Nicht unmittelbar beim Burgenländischen Fußballverband (BFV), wo Füzi als Sportkoordinator daran arbeitet die Talenteförderungsschiene weiter auf Kurs zu bringen, sondern an seiner alten Wirkungsstätte, der Fußballakademie (AKA) Burgenland. Zu der kehrt er nämlich kurzfristig zurück. Der Reihe nach.

„Bin enorm dankbar für die Zeit im Burgenland“

Seit der AKA-Geburtsstunde im Jahr 2009 war der langjährige SC Eisenstadt-Kicker in der Spitzensportzentrale in Mattersburg als Geschäftsführer und Sportlicher Leiter im Einsatz – neben seiner Arbeit beim BFV, wo er seit 2000 tätig ist, und der Funktion als Co-Trainer im ÖFB-Nationalteam-Nachwuchs. Aktuell ist er hier bei der U19 an der Seite von Manfred Zsak.

Ende 2016 zog sich Füzi aus der Akademie zurück und wurde von Franz Ponweiser abgelöst. Dieser wiederum folgte dann im Juni 2019 dem Ruf des SV Mattersburg als Sportlicher Leiter und Trainer, Manuel Takacs beerbte ihn und ist seitdem offiziell Sportlicher Leiter. Auch für ihn, der 2013 als Trainer ins LAZ Eisenstadt kam und seitdem verschiedene Funktionen im rot-goldenen Spitzennachwuchsfußball innehatte, geht die berufliche Reise nun weiter.

Takacs wechselt zum LASK und wird ab 1. Jänner, übrigens sein 35. Geburtstag, in der dortigen Akademie offiziell neuer Trainer der U18. „Der LASK hat sich sehr bemüht und ich habe mich entschieden, neue Erfahrungen in einer neuen Umgebung sammeln zu wollen“, stellt der gebürtige Schachendorfer, der mit seiner Familie mittlerweile in Oberwaltersdorf lebt, klar. Dass er gerade jetzt aus der Akademie, die sich nach dem Aus des SV Mattersburg im Umbruch befindet, ausscheidet, sei kein Indiz dafür, ein sinkendes Schiff zu verlassen: „Überhaupt nicht. Wir erhalten auch von außen immer wieder genügend Rückmeldungen, dass die AKA einen enormen Entwicklungssprung gemacht hat. Außerdem haben wir ein gut funktionierendes Trainerteam. Ich gehe mit ruhigem Gewissen, habe im Burgenland eine schöne Zeit mit tollen Menschen erleben dürfen und bin dafür enorm dankbar.

Mein Dank gilt auch Geschäftsführer Oliver Snurer sowie dem Aufsichtsrat um Sportlandesrat Heinrich Dorner und BFV-Präsident Gerhard Milletich, die meine Pläne sehr professionell aufgenommen haben.“ Letztlich habe der Reiz des Neuen in Kombination mit der Entwicklungskurve des LASK überwogen. „Ich habe es mir nicht leicht gemacht, aber die Lust auf die neue Aufgabe ist groß, weil der Klub ein enormes Potenzial hat, ständig weiter wächst. Das betrifft auch die Akademie.“ An deren Schnittstelle Takacs zu den in der 2. Liga spielenden FC Juniors OÖ agieren soll. Die U18 ist aktuell Letzter der ÖFB-Jugendliga, einige Youngsters pendeln zwischen diesen beiden Teams. Inmitten dieses Entwicklungsfelds am Sprung zum Erwachsenenfußball wird der jetzige Sportliche Leiter künftig als Coach mitmischen.

Die Ausschreibung erfolgt unmittelbar

Vorerst gilt das Augenmerk aber noch der Fußballakademie Burgenland. Wo eine professionelle Übergabe erfolgen soll. Hier kommt Hans Füzi ins Spiel, der Takacs interimistisch beerbt. Offiziell ab Jänner, tatsächlich läuft die besagte Übergabe operativ bereits. Bleiben soll Füzi dann so lange, bis eine langfristige neue Lösung gefunden wird. Die Ausschreibung des Jobs eines Sportlichen Leiters ist im Laufen und soll interessante Kandidaten in das Auswahl-Prozedere hieven. Um eine nachhaltig fundierte Neubestellung über die Bühne zu bringen, braucht es aber Zeit. Die ist im aktuellen Tagesgeschäft nur rar gesät.

Denn gerade jetzt gilt es schließlich die Sichtung für den neuen Jahrgang 2007, die künftige U15, voranzutreiben. Coronabedingt konnten die Termine bislang nicht wie geplant durchgebracht werden. Takacs: „Hier werde ich mit Füzi noch alles im Detail aufbereiten, was in den kommenden Wochen und Monaten alles anfällt. Die Vorarbeiten beim Sichtungsprozedere sind erfolgt, viele Gespräche laufen und an der LAZ-Basis ist Hans Füzi als Sportlicher Leiter des BFV ohnehin voll dabei.“

Besagter Füzi selbst hat im Spätherbst seiner beruflichen Laufbahn zwar in keinster Weise mit einem Fußballakademie-Comeback gerechnet. Anfreunden kann er sich mit der zeitlich begrenzten Aufgabe mittlerweile aber sehr wohl. „Ich freue mich jetzt auf diese Phase, schließlich geht es ja auch um ein Gesamtkonzept, in das ich seitens des BFV nach wie vor involviert bin. Wichtig wird sein, in den Gesprächen mit den möglichen Neuen Klarheit zu schaffen, damit alle ihre Jungs beruhigt in die AKA geben. Viele wollen schließlich wissen, wohin der Weg führt. Und da gibt es mit dem Land Burgenland einen starken Partner.“

Geplante Übernahme der Akademie-Anteile

Füzis Ruhe, Kompetenz und langjährige Erfahrung soll gerade jetzt einen guten Übergang bilden, ehe es dann im Jahr 2021 einen neuen Sportlichen Leiter geben soll. Der genaue Zeitplan ist noch offen, für Füzi jedenfalls ist der Rahmen klar: „Ich habe von mir aus kommuniziert, dass ich die Aufgabe längstens bis Mai übernehmen würde. Die neue Person muss sich ja auf die Saison 2021/2022 vorbereiten können.“

Sportlandesrat Heinrich Dorner: „Wir werden Manuel Takacs bestmöglich ersetzen.“
Hafner

Es tut sich also einiges in der Nachwuchsschmiede. Wo zuletzt noch offen war, was mit den Anteilen des von der Bildfläche verschwundenen SV Mattersburg, immerhin 35 Prozent, passieren werde. Die geplante Übernahme durch das Land Burgenland (bislang 45 Prozent-Eigentümer) sei grundsätzlich auf Schiene, wie von Sportlandesrat Heinrich Dorner zu vernehmen ist. Anteilsmäßig würde die AKA Burgenland dann zu 80 Prozent dem Land gehören, je zehn Prozent entfallen bereits jetzt auf den BFV sowie die Stadt Mattersburg.

Akademie-Geschäftsführer Oliver Snurer sieht sich nach einem neuen Sportlichen Leiter um.
Fenz

Und auch personell folgt nun eben ein Neustart, wie Dorner in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender klarstellt: „Wir werden Manuel Takacs, der noch bis Ende des Jahres zur Verfügung steht und sehr gute Arbeit geleistet hat, bestmöglich ersetzen, verfügen in der Fußballakademie Burgenland zudem über ein tolles Trainerteam und sind hier top aufgestellt. Deshalb bin ich auch sehr zuversichtlich, dass wir den zuletzt eingeschlagenen Weg nahtlos fortsetzen können.“ Davon ist auch AKA-Geschäftsführer Oliver Snurer überzeugt: „Wir haben als Organisation immer bewiesen flexibel und lösungsorientiert zu sein. Unser Trainerteam ist bestens eingespielt und wir werden das gut meistern.“

Auch der Betrieb könne nahtlos fortgesetzt werden, Füzi ist noch vor dem offiziellen Takacs-Abgang bereits mit im Einsatz. Diese Variante ist übrigens auch ganz im Sinn von Fußballverbands-Präsident Gerhard Milletich, denn: „Aufgrund der aktuellen Situation ist das sicher die beste Lösung. Hans Füzi bringt viel Erfahrung und Fachkompetenz mit – jetzt geht es darum, in der AKA den Fluss zu wahren. Ich bin überzeugt, dass das gelingt.“