Miriam Zieglers EM-Medaillentraum lebt. Miriam Ziegler und Severin Kiefer steigen heute, Mittwoch, in den Paarbewerb ein. Es könnte der sportliche Karriere-Höhepunkt für das Duo werden. Schließlich lebt auch der Medaillentraum.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 22. Januar 2020 (02:44)
Miriam Ziegler und Severin Kiefer steigen heute, Mittwoch, in den Paarbewerb ein. Foto: GEPA pictures
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Monatelang hat Österreichs Eiskunstlaufpaar Nummer eins, Miriam Ziegler und Severin Kiefer, auf diesen Moment hingearbeitet: Heute, Mittwoch, ist es nun soweit. Die Stooberin und der Salzburger werden bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Graz, genauer gesagt in der Steiermarkhalle Premstätten-Schwarzlsee, im Paarbewerb das Kurzprogramm absolvieren. Am Freitag folgt dann die Kür.

Spätestens jetzt werden weit mehr Augen als sonst auf das in Berlin lebende Duo gerichtet sein. Ziegler/Kiefer gehen – und das gab es schon lange nicht – schließlich mit einer zumindest kleinen Medaillenhoffnung in ihren Karriere-Höhepunkt. Auch wenn beide bereits Olympia-Erfahrung aufweisen, so ist es die Kombination aus einem Eiskunstlauf-Großevent vor heimischer Kulisse und der sportlichen Perspektive, die den Stellenwert dieser Europameisterschaften so in die Höhe schnellen lässt. Das unterstrich Miriam Ziegler zuletzt auch wieder, als sie etwa in der ORF-Sendung Sport am Sonntag klarstellte: „Für mich ist das etwas ganz Besonderes und Einzigartiges.“

Russische Dominanz und Außenseiterrollen

Österreichs Parade-Paar am Eis wolle deshalb auch nur das Positive aus der EM mitnehmen und die nötige Leistung bringen. Stimmen alle Parameter, könnte sogar Edelmetall herausschauen. Trotzdem relativieren Ziegler/Kiefer im Vorfeld: „Es ist nicht komplett unrealistisch für uns. Die Chance ist nicht groß und es liegt nicht nur an uns. Aber es ist schon ein Wahnsinn sagen zu können, dass überhaupt die Chance besteht.“

Abhängen wird das Ergebnis der Mittelburgenländerin und ihres Partners auch davon, was die Konkurrenz tut – vor allem die russischen Paare. Die zweifachen Europameister Evgenia Tarasova und Vladimir Morozov (Saisonbestleistung 216.77 Punkte) wollen sich ihren zuletzt verlorenen Titel wieder zurückholen. Herausforderer sind ihre Landsleute Aleksandra Boikova/Dmitri Kozlovskii mit der absoluten Saisonbestleistung von 229.48 Punkten auf der Haben-Seite. Ebenfalls dabei im Favoritenkreis: die Juniorenweltmeister von 2018, Daria Pavliuchenko und Denis Khodykin (206.56). Miriam Ziegler und Severin Kiefer (182.02) haben Außenseiterchancen, sie befinden sich hier mit den Deutschen Minerva Fabienne Hase und Nolan Seegert (186.16) sowie den Italienern Nicole Della Monica/Matteo Guarise (182.88) auf Augenhöhe. Bleibt trotzdem die Frage, inwiefern sich Rot-Weiß-Rot im Wettkampf tatsächlich vom Heimvorteil beflügeln lässt. Das ist wohl die spannendste Komponente am Weg zu einer möglichen Überraschung.