Basketball: Fette rot-goldene Dosis

Erstellt am 30. September 2022 | 04:35
Lesezeit: 5 Min
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Jonathan Knessl und seine Gunners wollen heuer wieder um den Titel mitmischen. Die Millionentruppe aus der Bundeshauptstadt, der BC Vienna, wird es den Oberwartern allerdings nicht leicht machen, so wie beim Cup-Finale in Eisenstadt.
Foto: Wagentristl/Archiv
Am Samstag startet die Superliga für die Oberwart Gunners und die Aufsteiger aus der Landeshauptstadt – und das gleich um 17.30 Uhr im Landessüden mit dem direkten Duell!
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„Alles bereit für den Tip-off“ — am Samstag startet die Basketball-Superliga erstmals seit dem Konkurs der Güssing Knights wieder mit zwei rot-goldenen Teams durch. Besser könnte die Saison kaum starten als mit dem Burgenland-Derby zwischen den Oberwart Gunners und den Aufsteigern aus der Landeshauptstadt, den BBC Nord Dragonz (Samstag, 17.30 Uhr in Oberwart). Die Ausgangslage ist dabei für beide Teams ziemlich konträr. Die Oberwart Gunners zählen nach Platz drei in der Vorsaison zu den Titelanwärtern, die BBC Nord Dragonz haben wesentlich bescheidenere Ziele: den Klassenerhalt.

Nervös sind die Eisenstädter vor dem Debüt in der höchsten Spielklasse aber zumindest nach außen nicht, erklärt General Manager Roland Knor. Es herrscht vielmehr Vorfreude: „Endlich geht‘s los!“ Als Vorbereitung haben die Drachen eine unerwartet anstrengende Woche in den Beinen. Am Donnerstag stand planmäßig ein Testspiel gegen die Kapfenberg Bulls am Programm, wo die Eisenstädter eine harte Partie erwartete, die mit einer 71:57-Niederlage endete.

„Das Ergebnis war dabei eher nebensächlich“, wichtiger war, dass die zur Vorsaison deutlich veränderte Truppe gemeinsam Spielpraxis sammelt und die Abstimmung optimiert. Gleich am nächsten Tag ging es am internationalen Parkett weiter. „Falco KC Szombathely, immerhin amtierender ungarischer Meister, hat uns gefragt, ob wir spontan bei ihrem Turnier einspringen wollen“, so Knor. Da konnte man nicht ablehnen, wenngleich die Konkurrenz doch eine Hausnummer größer war. So konnte der neue Kader am Freitag gegen die Gastgeber aus Szombathely (87:53) und am Samstag gegen MKK Sparta (101:45) trotz Niederlagen Praxis sammeln. Am dritten Tag war aber erwartungsgemäß bereits etwas die Luft draußen. Bis zur Halbzeit hielten die Drachen mit 53:33 noch gut mit, ab Hälfte zwei durften dann die Bankspieler ans Werk. „Als Vorbereitung auf die Superliga war die Woche aber perfekt“, ist Knor dennoch zufrieden.

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Neo-Drache Valentin Pasterk (r.) soll zum Saisonziel „Klassenerhalt“ beitragen. Nick Allen erwies sich in den Testspielen des BBC Nord als perfekte Ergänzung.
Foto: Foto Wagentristl

Die gezeigte Leistung stimmt den General Manager durchaus zuversichtlich für die kommenden Aufgaben. „Es ist schön zu sehen, dass wir auch bei Teams mithalten können, bei denen ein einzelner Spieler mehr kostet als unser gesamter Kader.“ Apropos Kader: Hier hat sich in Eisenstadt einiges getan. Vor allem Neuzugang Nick Allen macht bei den Hauptstädtern bisher extrem gute Figur. Mit Valentin Pasterk und Dominik Žák haben sich die Drachen zwei weitere Stammspieler gegönnt, um die Truppe fit für die Superliga zu gestalten. Dennoch ist vor der Premiere in der höchsten Spielklasse klar: „Wir sind eindeutig der Underdog“, bleibt Knor realistisch.

Gunners wollen wieder ins Semifinale vorstoßen

Vermeintlich kennen die Eisenstädter den Burgenland-Kontrahenten aufgrund der Cup-Final-Erfahrung am besten, tatsächlich aber stellt Knor klar: „Auch bei den Gunners hat sich viel getan, wir wissen etwa bei den Offense-Plays nicht wirklich, was uns erwartet.“

Stichwort Gunners: Die Oberwarter, die mit den Legionären D.J. Hanes und Hall Elisias sowie mit den jungen Österreichern Jonathan Wess und Mate Horvath Verstärkungen dazugewannen, spielten, so Headcoach Horst Leitner, eine zufriedenstellende Vorbereitung. Mit der Ausnahme, dass das letzte geplante Testspiel gegen MKS Banik Handlova aufgrund der Absage des Gegners ins Wasser fiel. Dafür nahmen einige Spieler beim von den Fans organisierten Walk am Wochenende teil, man hatte also ein gutes Alternativprogramm.

Zurück zum Sportlichen: Vor allem im Test gegen den ungarischen Meister Falco zeigte das Team, was in ihm steckt und unterlag zuletzt nur knapp (69:75), während sich die Dragonz doch klarer geschlagen geben mussten. Diese Ergebnisse spiegeln auch die Ausgangslage vor dem Start irgendwie wider. Leitner, der mit den Gunners heuer auch international im Alpe-Adria-Cup an den Start geht: „Es ist klar, es spielt ein etabliertes Superliga-Team gegen einen Aufsteiger.

Dennoch müssen wir unseren Job machen, um zu bestehen. Was mich in erster Linie sehr freut, ist, dass wir wieder einen burgenländischen Gegner in der höchsten Liga haben, der kommt und der ambitioniert ist. Es wird eine Herausforderung.“ Als Saisonziel gibt Leitner aus: „Wir wollen das Maximum aus dem Kader rausholen. Es muss zu spüren sein, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Dann werden wir sehen, was rausschaut.“ Im Vorjahr ging die Reise bis ins Semifinale. Präsident Thomas Linzer: „Die Marschroute muss sicher sein, dass wir dieses Ziel wieder erreichen. Im Vorjahr waren wir dort, jetzt wollen wir wieder hin. Erstes Etappenziel ist aber, mal die Top-6 zu erreichen.“ Generell rechnet Linzer selbst mit einer ausgeglicheneren Saison als im Vorjahr: „Es gibt mit Kapfenberg, Wels, St. Pölten oder Graz Teams, die sich gut verstärkt haben, das macht die Meisterschaft spannend. Favorit ist hingegen ganz klar Vienna.“

Vor dem Burgenland-Derby bläst Linzer ins gleiche Horn wie Leitner: „Für uns ist es etwas Besonderes, dass wir nach vielen Jahren wieder damit starten können.“ Oder wie es Kapitän Sebastian Käferle beschreibt: „Auf solche Duelle freut man sich immer ein bisserl mehr als auf ein normales Match.“ Eine Freude, die aus Gunners-Sicht hoffentlich auch nach dem Spiel anhält. Vor dem Auftakt-Duell zeigen sich bei den Gunners alle Spieler fit, einzig Neo-Legionär Elisias dürfte mit Achillessehnenproblemen noch nicht zum Einsatz kommen.