Rapid und Ried, zwei Spiele ohne Ausrede. Der SVM braucht dringend Punkte, auch wenn erst Rekordmeister Rapid zu Gast ist und es dann nach Ried geht.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 30. November 2016 (06:40)
Martin Ivansich
Kurzfristiger Jubel: Florian Templ (r.) hatte eben das 1:1 gegen Altach erzielt, sehr zur Freude seiner Mitspieler Barnabas Varga, Thorsten Röcher und Philipp Erhardt (v.l.). Am Ende nutzte der Ausgleich in numerischer Überzahl nichts, weil die Vorarlberger in Minute 95 noch das 1:2 per Kopf erzielten.

Das Bittere an Situationen wie jener des SV Mattersburg ist: Je schleppender die Saison läuft, desto mehr müssen mit Fortdauer der Meisterschaft immer außergewöhnlichere Leistungen her, um am Tabellenende nicht komplett ins Nichts abzurutschen.

„Sportlichen Wahnsinn“ des Wochenendes ausgleichen

Ergo wäre am heutigen Mittwoch im Heimspiel der 17. Runde gegen Rapid Wien ein Sieg dringend nötig, um den sportlichen Wahnsinn des letzten Spieltags wieder auszugleichen. Da punktete SVM-Konkurrent St. Pölten in Ried durch einen Treffer zum 2:1 in der Nachspielzeit voll, tags darauf ermauerte sich die Admira völlig überraschend einen 1:0-Erfolg bei Meister Salzburg.

Mattersburg wiederum war gegen das Überraschungsteam aus Altach zwar eine Halbzeit lang in numerischer Überzahl, kam aber nur zum Ausgleich durch Flo Templ und kassierte in der 95. Minute im Zuge der letzten Aktion noch das Gegentor zum 1:2. Trotzdem: Von einem Muss-Sieg gegen Rapid will Franz Lederer im Vorfeld nicht sprechen: „Das könnte vielleicht Salzburg sagen, wir nicht.“ Auch wenn der Sportliche Leiter klarstellt: „Natürlich wollen wir unbedingt punkten. Es ist eine gute Gelegenheit, uns der schweren Situation zu stellen.“

Sportchef Lederer: „Die Verbissenheit muss wieder her“

Dass sich Mattersburg mit der späten 1:2-Pleite gegen die Vorarlberger nicht allzulang befassen musste, sondern aufgrund der Wochentagsrunde rasch den Fokus auf Rapid umlegen konnte, kommt Grün-Weiß laut Lederer zugute: „Hadern brauchen wir außerdem sowieso nicht. Nötig ist Selbstkritik, wenn wir nach der Pause um einen Mann mehr sind, aber das nicht entsprechend nutzen können.“

Die eine oder andere gute Gelegenheit endete nicht mit einem SVM-Treffer, gleichzeitig kassieren die Burgenländer unterm Strich zu viele Tore. Dabei stehen Woche für Woche zahlreiche Profis am Platz, die in der Vergangenheit ihr Können bereits unter Beweis stellen konnten.

Ist die Rote Laterne also eine Frage der Qualität? „Ich lasse das maximal bedingt gelten, denn die meisten Spieler haben schon genug Erfahrung und haben auch bereits bewiesen, was sie können. Leider ist es im Fußball oft ganz schwer erklärbar, wenn es nicht rund läuft.“

Ein probates Mittel für den Moment sei es, sich „ordentlich auf die Füße zu stellen.“ Deshalb sagt Lederer auch: „Die Mannschaft kann und wird die Herausforderung annehmen. Es muss wieder die Verbissenheit her, die beim Sieg gegen Salzburg an den Tag gelegt wurde.“

Ob das in der Praxis gelingt, wird sich zeigen. Nach dem Spiel gegen Rapid geht es am Samstag auswärts in Ried weiter. Auch dort darf es in der Situation der Grün-Weißen keine Ausreden bei der Erwartungshaltung geben.

Personell ist Sven Sprangler aufgrund der fünften Gelben Karte gesperrt. Patrick Bürger fehlte gegen Altach (muskuläre Probleme). Ob er gegen Rapid fit wird, dürfte sich laut Lederer „erst unmittelbar vor dem Spiel“ entscheiden.