Salzburger Lehren für die Linzer Hürde. Beim 2:2 gegen den Meister brauchte der SVM, um den Respekt abzulegen. Gegen den LASK soll das eher klappen.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 16. März 2018 (03:23)
Martin Ivansich/Collage BVZ
Geschichten aus dem Pappelstadion. Erst bejubelte Salzburg-Kapitän Valon Berisha mit seinen Kollegen dasseiner Mannschaft den Punkt gegen den Meister sicherte. Am 18. April folgt das nächste Duell gegen Red Bull

Gleich vorweg: Ein Remis gegen den Meister ist ein erfolgreiches Resultat, noch dazu nach einem 0:2-Rückstand. Weil die Mattersburger Ansprüche durch eine bärenstarke Serie – ungeschlagen in der Bundesliga seit Ende November 2017 – aber gewachsen sind, hat auch nach einem 2:2 gegen Salzburg ein kritischer grün-weißer Blick Gewicht.

„In unserem Prozess müssen wir diese Schritte weitergehen.“SVM-Trainer Gerald Baumgartner sieht die Chance, dass sich seine Profis auch mental weiterentwickeln.

Schließlich spielte die Mannschaft von Marco Rose nach der Notbremse des Ex-Mattersburgers Patrick Farkas ab der 13. Minute mit einem Mann weniger, ohne jedoch nachhaltig abzufallen. „Sie haben uns da auch viel zu einfach die Tore geschossen“ resümierte Trainer Gerald Baumgartner, dem die Aufholjagd nach der Pause mit zwei Handselfer-Toren von Smail Prevljak und einer couragierteren Leistung seiner Profis freilich sehr gut gefallen hat. Jener Prevljak trauerte nach dem Schlusspfiff aber einem Sieg nach, sagte, dass die Mannschaft ob der Überzahl und dem verpassten dritten Treffer nun mit dem einen Punkt leben müsse.

Keine Frage: Zwölf Tore lassen die Brust des 22-jährigen Bosniers breiter werden. Besagtes Selbstbewusstsein fordert der Chefcoach generell ein. „Auf dieser Ebene, wenn es gegen die richtig starken Teams zur Sache geht, muss man neben der Technik und der Taktik auch mental gut drauf sein. Da ist es wichtig, vom Start weg selbstbewusst aufzutreten und keine Angst zu haben. In unserem Prozess und auf diesem Niveau müssen wir diese Schritte weitergehen, um in der Position für Platz fünf oder sechs zu bleiben. Vielleicht hat sich der eine oder andere ja vom Salzburger Europa-League-Erfolg in Dortmund beeindrucken lassen.“

Interessante Basis für das Cup-Halbfinale

Andererseits trat Salzburg mit einer stark veränderten Startelf im Vergleich zum 2:1 im Achtelfinal-Hinspiel auf. Aber auch diese Truppe fiel nicht ab, weshalb der SVM für das nächste Aufeinandertreffen im Pappelstadion seine Lehren ziehen kann. Am 18. April sind die Bullen bekanntlich im Halbfinale des ÖFB-Cups wieder im Burgenland. Baumgartner: „Wir haben gesehen, dass Salzburg auch mit zehn Mann und mit einer stark veränderten Aufstellung über extrem hohe Qualität verfügt. Wichtig wird sein, uns mental richtig gut vorzubereiten. Jeder hat jetzt einmal gesehen, wo er steht.“

Wäre der Samstag die Cup-Partie gewesen, hätten sich die Burgenländer durch die zwei Tore immerhin noch in die Verlängerung gerettet – auch auf diesem Umstand lässt sich aufbauen.

Vorerst zählt jedoch wieder nur die Meisterschaft. Da geht es am Samstag in Pasching beim bärenstarken Aufsteiger LASK zur Sache. „Der ist vom Kader her sehr stark, spielt eine Riesensaison. Wir peilen auf alle Fälle einen Punktgewinn an.“ Schließlich ist die neue Ebene, auf der sich Mattersburg bewegt, nicht nur eine neue Bürde, sondern – wie Baumgartner klarstellt: „Wir brauchen uns nicht mehr um hinten zu kümmern, sondern haben den Luxus, dass wir nach vorne angreifen können.“ Alois Höller steht nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung. Markus Pink erlitt gegen Salzburg eine Gehirnerschütterung und war zu Wochenbeginn noch fraglich.