Zwei SVM-Stützen mit neuem Blickwinkel. Patrick Farkas und Thorsten Röcher verlassen den SVM, blicken auf eine tolle Zeit zurück und schauen vorwärts.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 02. Juni 2017 (06:10)
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Patrick Farkas verabschiedet sich aus Mattersburg – und wird den SVM in bester Erinnerung behalten.
Martin Ivansich

Montagvormittag. Urlaubszeit für die Profis des SVM. Einer von ihnen sitzt jedoch nicht im Liegestuhl oder sonstwo in gemütlich entspannter Atmosphäre, sondern steuert gerade einen voll bepackten Lieferwagen in Richtung Salzburg: Patrick Farkas, Neo-Spieler bei Red Bull Salzburg.

Der Oberdorfer, dessen Karriere nach acht Jahren als Profi in Mattersburg nun eine neue Richtung einschlagen wird, hat seinen auslaufenden Vertrag im Burgenland nicht verlängert, stattdessen beim Meister einen Dreijahresvertrag unterschrieben – und ist gerade mit dem Umzug aus Mattersburg beschäftigt.

„Das, was ich hier in all den Jahren erlebt habe, wird immer in meinem Herzen bleiben. So familiär wird es nie mehr sein.“Patrick Farkas über die Zeit beim SV Mattersburg

Während der Fahrt erzählt er: „Es gab schon im Winter erste Gespräche. Ich habe gewusst, wenn ich nicht jetzt mit 24 Jahren den Schritt setze, wird es schwierig.“ Also wägte er, der auch zwei Angebote aus der 2. Deutschen Bundesliga vorliegen hatte, ab – und entschied sich für die Roten Bullen: „Salzburg wollte mich unbedingt, das hat mir richtig imponiert. Zudem reizen mich die Möglichkeiten, die es hier in Österreich, aber auch im internationalen Geschäft gibt, enorm.“

Und zu guter Letzt sei „Farki“, wie er selbst zugab, auch heimatverbunden. „Salzburg ist nicht aus der Welt – da kann ich auch immer wieder mal zurück ins Burgenland, ebenso kann mich meine Familie besuchen.“

Thorsten Röcher, wie man ihn kennt: Künftig werden ihn die Gegner als Sturm-Profi fürchten.
Martin Ivansich

Am Platz wird es nicht scheitern. Farkas wird in Hallein eine geräumige Wohnung beziehen. Wenn das erledigt ist, verabschiedet sich der Burgenländer noch für ein paar Tage Relaxen nach Ibiza, ehe es für ihn am 14. Juni mit Leistungstests wieder losgeht. Dann startet das sportliche Unternehmen in Salzburg. „Ich werde mich vermutlich auf der rechten Seite mit Stefan Lainer matchen. Klar will und werde ich um das Stammleiberl kämpfen.“

Seinen SVM werde er jedenfalls in bester Erinnerung behalten: „Das, was ich in all den Jahren erlebt habe, wird immer in meinem Herzen bleiben. Ich habe Freunde fürs Leben gefunden, mit dem Abstieg 2013 sehr schwierige und mit dem Wiederaufstieg 2015 sehr schöne Zeiten erlebt. So familiär wie in Mattersburg wird es nie mehr sein. Aber jetzt brenne ich auf neue Aufgaben.“

„War glücklich, wollte mich aber verändern“

Eine neue Herausforderung sucht sich mit Thorsten Röcher auch eine zweite Stütze der Mannschaft. Der 25-Jährige (er wird am 11. Juni 26) entschied sich im Zuge seines auslaufenden Vertrags ebenfalls für einen Tapetenwechsel und unterzeichnete einen Zweijahreskontrakt bei Sturm Graz. „Ich war immer glücklich in Mattersburg, wollte mich nun aber verändern.“

Röcher, der in der abgelaufenen Saison nicht nur torgefährlich, sondern generell offensiv unglaublich stark agierte, entschied sich auch deshalb für den Traditionsklub aus der Steiermark, weil „sich Sturm am meisten um mich bemüht hat. Sportchef Günter Kreissl und Trainer Franco Foda haben mir vor Ort alles gezeigt, die Gespräche mit Foda haben mir zudem imponiert.“

„Ich war richtig froh, dass wir nicht abgestiegen sind. Damit hätte ich nur schwer umgehen können.“Thorsten Röcher, erleichtert, nun nach erfolgreichem Abstiegskampf zu gehen

Das nötige Vertrauen war und ist schließlich immer eine wichtige Komponente für den Linksfuß. „Stimmt, aber ich bin im Lauf der Jahre reifer und somit auch mental stärker geworden. Mittlerweile zweifle ich nicht mehr, wenn ich etwa mal zwei Chancen hintereinander verhaue.“

Bei seinem neuen Arbeitgeber will sich der gelernte Industriekaufmann möglichst rasch zum Stammspieler hochdienen. Mattersburg? „Es war eine super Zeit hier, ich habe mich immer mit dem Verein identifiziert. Zum Glück können wir auf ein tolles Frühjahr zurückblicken. Ich war richtig froh, dass wir nicht abgestiegen sind. Damit hätte ich nur schwer umgehen können.“ Klar, ein sportlich sinkendes Schiff zu verlassen, hat immer einen eigenen Beigeschmack.

Die spannende Frage der Nachbesetzung

So aber verlässt Röcher einen Bundesliga-Klub, der mit 29 Punkten im Jahr 2017 Großes geleistet hat. Der aber trotzdem vor einem personellen Umbruch steht. Neben Farkas und Röcher wird auch Red Bull-Leihgabe David Atanga wieder zurückkehren, besagte Spieler gilt es adäquat zu ersetzen.

Punkto Atanga-Ersatz könnten die Kontakte von SVM-Trainer Gerald Baumgartner zu Red Bull eventuell einen neuen Deal auf Leihbasis eröffnen, die Erfahrungen waren für beide Seiten jedenfalls gut. Inwiefern Röcher in seiner gezeigten Form dieser Saison gleich zu ersetzen sein wird, bleibt abzuwarten. Baumgartner: „Eher werden wir wohl einen jungen Thorsten Röcher finden, der erst im Lauf der Zeit in seine Fußstapfen treten wird.“