Zwei Spätberufene auf der Überholspur. Die Zwillinge Nico und Luca Pichler wurden mit 21 zu den Profis befördert: „Richtige Muster-Akademiespieler.“

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 31. Januar 2020 (05:58)
Die Zwillinge Nico (l.) und Luca Pichler beweisen sich derzeit beim Trainingslager der SVM-Profis in Portugal.
Bernhard Fenz

Wer sie nicht kennt, würde auch nicht auf die Idee kommen, das Nico und Luca Pichler Zwillinge sind. Aber auch wenn sich die beiden gebürtigen Knittelfelder äußerlich nicht sonderlich ähneln, so haben Nico (der klassische Sechser) und Luca (der etwas offensiver ausgerichtete Mittelfeldakteur) sportlich den nahezu identen Karriere-Weg hinter sich.

Dieser führte sie über den Nachwuchs beim FC St. Margarethen nahe Knittelfeld erst zum LAZ nach Judenburg und schließlich zu Sturm Graz, von wo es nach nur einem Jahr direkt in die Fußballakademie Burgenland weiterging. „Bei Sturm war es eine ziemlich schwierige Zeit für uns, darum haben wir es dann als erstes bei der Fußballakademie im Burgenland probiert. Da wir genommen wurden, war klar, dass der Weg hierher gehen soll.“

„Das war ja nicht irgendein Blitz, der mich getroffen hat. Beide haben bewiesen, was sie für ein Potenzial haben.“ Trainer Franz Ponweiser über die Berücksichtigung von Nico und Luca Pichler

Wo das Duo gemeinsam die Nachwuchsstufen durchlief, ehe Nico direkt zu den Amateuren des SV Mattersburg wechselte, Luca erst über den Umweg Draßburg (wo er eine Saison spielte) zu den Amas kam. „Das Jahr auf Leihe war für mich der optimale Schritt in den Erwachsenenfußball“, erinnert sich dieser gerne an die Zeit beim damaligen Burgenlandliga-Spitzenklub und jetzigen Regionalligisten zurück. Der Kreis der beiden schloss sich nun jedenfalls in der jüngsten Vergangenheit mit der doppelten Beförderung in den Profikader.

Nico stand in den letzten drei Partien vor der Winterpause schon im Bundesliga-Kader und trainierte regelmäßig mit, Luca darf sich seit dem BFV-Hallenmasters als permanenter Teil bei den Profis fühlen. Aktuell schwitzt das Duo als Lohn beim Trainingslager in Portugal.

Dabei sind die Pichlers mit 21 Jahren gar keine blutjungen Kicker mehr, dementsprechend überraschend kam der Schritt nun. „Ganz ehrlich: Wirklich daran geglaubt habe ich nicht mehr, umso schöner ist es jetzt“, freut sich Luca, der deshalb in der Vergangenheit neben dem Fußball Wirtschaftsrecht an der WU Wien zu studieren begann, übrigens so wie Zwillingsbruder Nico (Lehramt Geografie/Englisch).

Aus gutem Grund liegt das Studium nun aber einmal auf Eis, schließlich wollen beide ihren sportlichen Traum leben – und dafür auch alles tun, um sich zu entwickeln und bei Trainer Franz Ponweiser sportlich aufzudrängen. Dieser wiederum sagt über die Pichlers: „Das war ja nicht irgendein Blitz, der mich getroffen hat, warum wir sie berücksichtigt haben. Nico hat schon einige Wochen vor seinem Bundesliga-Debüt mittrainiert und war in jeder Einheit top, auch bei Luca hat es sich angekündigt. Das sind Spieler, die man sich als Trainer wünscht. Sie sind absolut lernbereit und immer fokussiert, richtige Muster-Akademiespieler.“ Die am Platz aber ihre vermeintlich brave Art ablegen können, wie Ponweiser weiß. „Da bringen sie nämlich auch die nötige Siegermentalität mit.“