2:0 - SVM-Big Points bei der Admira!. Der SV Mattersburg untermauerte nach insgesamt vier Auswärtssiegen im Grunddurchgang seine Gefährlichkeit in fremden Stadien und setzte sich bei der Admira mit 2:0 durch.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 06. Juni 2020 (19:33)
Malcolm Zottl

Somit haben die Burgenländer im zweiten Spiel der Qualifikationsrunde (das erste Match endete 1:1 gegen Altach) nun auch den ersten Dreipunkter nach der Ligateilung eingefahren – und sich vor der nächsten (Auswärts-)Begegnung am Dienstag bei der WSG Tirol einen ersten kleinen Puffer zum Tabellenende aufbauen können.

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Beim SVM entschied sich Trainer Franz Ponweiser für einen Wechsel in der Startformation an zwei Positionen. Statt Martin Pusic durfte Alois Höller im offensiven Mittelfeld ran, Fabian Miesenböck ersetzte Michael Lercher auf der linken Seite.

Und die Burgenländer, die bereits im Grunddurchgang Ende August bei der Admira mit 3:1 gewinnen konnten, sollten sich auch diesmal in der Fremde sehr gut präsentieren. Lediglich in den ersten Minuten kamen die Heimischen bei zwei Schüssen gefährlich vor das Gehäuse von Markus Kuster, danach war aber sportlich lange Zeit nichts mehr zu sehen von den Niederösterreichern.

Golf-Fan Gruber Eagle-würdig zur Führung

Anders der SVM, der die Partie in der Folge unter Kontrolle brachte und konkret wurde. 17. Minute: Eckball Patrick Salomon, Christoph Schößwendter klärte per Kopf und Andi Gruber versenkte den Ball per Volley-Aufsitzer von außerhalb des Sechzehners im langen Eck zum 0:1. Ein wunderbarer Schlag des Hobby-Golfers, wie er beim anschließenden Jubel auch symbolisch darstellte – Eagle-würdig, auch wenn Goalie Andreas Leitner nicht den besten Eindruck machte (die Sicht dürfte ihm allerdings auch versperrt gewesen sein, weil ein Vordermann den Ball klären wollte, das Runde aber verfehlte). 

Vor der Pause legte das Team von Franz Ponweiser dann nach und schaffte das 0:2 (39.): Langer Ball von Andi Kuen auf Höller, der auf David Nemeth ablegen wollte – Admiras Jonathan Scherzer sprintete dazwischen und bugsierte den Ball ins eigene Netz. Davor stand Höller bei einer schönen Kombination über Gruber und Kuen noch im Abseits – sein Treffer in Minute 33 zählte daher nicht (ebenso übrigens wie ein Volley-Tor von Jano im Zuge eines Freistoßes kurz nach der Pause, bei dem der Abwehrchef knapp vorne war).

Die Admira verbuchte vor dem Pausenpfiff zwei gute Gelegenheiten, die aber beide erfolglos blieben. Einmal verpasste Ex-Mattersburg-Profi Markus Pink bei einem Freistoß per Kopf das Ziel, ehe „Jimmy“ Hoffer in Minute 43 einem schlecht abgelegten Rückpass von Thorsten Mahrer nachjagte, Kuster aber zur Stelle war und parieren konnte.

Admira zu spät aufgewacht

 Nach Wiederbeginn zeigten sich die Heimischen zwar bemüht, aber trotzdem lange Zeit wirkungslos – was zwingende Gelegenheiten betraf. Da stellte dann ein Gegenstoß der Burgenländer in der 71. Minute noch die beste Gelegenheit dar, als Gruber nach Vorlage von Christoph Halper alleine auf das Tor zulief, den Ball aber über die Latte donnerte. Die verpasste endgültige Entscheidung wäre beinahe mit einem Schub Spannung bestraft worden, wenn nämlich auf der Gegenseite Hoffers-Ball nach Saracevic-Vorlage ins Tor gegangen wäre – David Nemeth rettete aber auf der Linie. Da waren 79 Minuten gespielt, die Admira hatte längst den Ernst der Lage erkannt und zeigte sich dementsprechend wach. Allerdings zu spät für eine mögliche Wende, die Grün-Weißen brachten die drei Punkte letztlich doch klar und über die 90 Minuten gesehen verdient ins Trockene.

 Weiter geht es für die Profis des SV Mattersburg am kommenden Dienstag, abermals treten Jano und Co. auswärts an – diesmal in Innsbruck bei der WSG Tirol.

STATISTIK

ADMIRA - MATTERSBURG 0:2 (0:2).- Torfolge: 0:1 (17.) Gruber, 0:2 (39.) Scherzer (Eigentor).

Gelb: Hjulmand (27., Foul), Kerschbaum (63., Foul), Aiwu (77., Gelb); Salomon (60., Foul).

SR: Jäger.- BSFZ-Arena Südstadt.

Admira: Leitner; Bauer (46. Saracevic), Schößwendter, Aiwu; Pavelic, Kerschbaum (67. Lukacevic), Hjulmand, Kadlec, Scherzer (67. Lackner); Pink (78. Babuscu), Hoffer.

Mattersburg: Kuster; Nemeth, Jano, Mahrer; Salomon, Erhardt, Hart (67. Bürger), Miesenböck (75. Lercher); Höller (64. Halper), Gruber, Kuen (75. Rath).

Stimmen

Andi Gruber, Torschütze zur 1:0-Führung: „Dieser Sieg ist sehr wichtig, jetzt haben wir uns ein bisserl absetzen können. Spätestens nach dem 1:0 haben wir unser richtiges Gesicht gezeigt, wie wir spielen können. Es war eine sehr gute Teamleistung von uns, das müssen wir jetzt die nächsten Spiele auch so zeigen. Wir wissen, dass es in Tirol am Dienstag ein sehr schweres Spiel wird. Wichtig wird sein, dass wir sehr gut regenerieren. Wir sind aber gewappnet und fahren mit breiter Brust dorthin.“

Derselbe über sein Tor und den anschließenden Golfjubel: „Beim Schuss wollte ich nichts Künstlerisches draus machen, ich fetz‘ einfach drauf. Entweder er ist auf der Tribüne oder er ist drin. Ich bin ein leidenschaftlicher Golfer – und nachdem mein Freund am Donnerstag ein sehr gutes Turnier gespielt hat (Anm.: Gerold Folk – Platz zwei beim Audi Circuit in Ebreichsdorf), habe ich mir gedacht, ich widme ihm diesen Golfjubel.“

Andreas Kuen: „Die drei Punkte waren unser Ziel, darum sind wir überglücklich. Die gesamte Mannschaft hat über das gesamte Spiel gut gegen den Ball gearbeitet. Schade, dass der Andi (Anm.: Gruber) nicht das 3:0 gemacht hat, dann hätten wir es noch ruhiger gehabt. Gegen die Tiroler wollen wir noch einmal drei Punkte mitnehmen, das wäre enorm wichtig, damit wir nach hinten einen Abstand haben.“

Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser: „Wir hatten guten Plan, der vor allem in der ersten Hälfte gegen die Fünferkette gut aufgegangen ist. Auch die Abstände haben gut gepasst. In der zweiten Hälfte haben wir dann gegen die Viererkette der Admira die Sechserposition nicht immer so gut im Griff gehabt, aber trotzdem extrem gut verteidigt.“