2:1 in Graz! Ein perfekter Start ins Frühjahr für SVM . Der SV Mattersburg startete optimal in das Pflichtspieljahr 2020, traf im ersten Duell nach der Winterpause einmal mehr auf Sturm, blieb gegen die Grazer davor dreimal in Folge ungeschlagen und setzte sich nun erneut durch. Mit einem 2:1-Auswärtserfolg tankte die Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser gleich ordentlich Selbstvertrauen.

Von Bernhard Fenz. Update am 16. Februar 2020 (16:42)

Mattersburg trat beim ersten Pflichtspiel 2020 in Graz personell so wie beim 4:1-Erfolg im Abschlusstest gegen den tschechischen Zweitlisten Lisen an: Hinten organisierte Jano die zentrale Abwehr zwischen Thorsten Mahrer und David Nemeth, im Mittelfeld bildeten Philipp Erhardt und Flo Hart das Herzstück, Patrick Salomon rechts und Michi Lercher links waren für die Bearbeitung der Seiten zuständig und nach vorne hin sollten Andi Kuen und Andi Gruber für Impulse sorgen. Martin Pusic bildete die Stoßspitze, Markus Kuster hütete das Gehäuse.

Und die Burgenländer starteten in das Spiel schlicht und einfach perfekt. Zwar benötigte es in der neunten Minute einmal etwas Glück, als eine Flanke von Thorsten Röcher erst an Balaj vorbeiging und Philipp Huspek auch kein Kapital daraus schlagen konnte.

Viel besser machten es die Burgenländer nur wenige Augenblicke später in der zehnten Minute. Ein schneller Gegenstoß landete bei Kuen, der den Flankenball in den Rückraum chippte, wo Gruber per Kopf zur Stelle war und das Runde wunderbar in die lange Ecke zum 0:1 setzte. Noch schöner anzusehen war dann der zweite Treffer, den die Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser nur vier Minuten später nachlegte. Die luchste den Grazern erst im Mittelfeld den Ball ab, ehe wieder das Duo Kuen/Gruber zuschlug. Ersterer hatte einen ganz einfachen, aber umso genialeren Pass auf Gruber in den Lauf im Fußerl parat, und der Jungpapa (Sohn Nico erblickte in dieser Woche das Licht der Welt) verwertete unglaublich cool mit der Innenseite unter die Latte - ein perfekter Gegenstoß.

Doppelpack Gruber raus vor der Pause

Gruber hatte in der 24. Minute sogar den Triplepack am Bein, als er eine Vorlage per Drehschuss verwertete, diesmal aber an Sturms Schlussmann Jörg Siebenhandl scheiterte. Es sollte die letzte starke Aktion des sportlich blendend aufgelegten Steirers im Dress der Burgenländer werden. Wenige Minuten danach musste Gruber (der davor schon einige Male zu Boden gehen musste) nach einem Foul von Tobias Koch vom Feld, in der Pause sagte er später dann auf Sky: „Es war das vierte, fünfte Foul innerhalb von 20, 25 Minuten. Ich wollte Ball spielen, habe das Bein reingestellt und wurde dann unglücklich getroffen. Die Bänder dürften o.k. sein, ich hoffe, dass nur der Schleimbeutel entzündet sind. Konkretes wird das MRT morgen zeigen.“

Sturm? Hielt sich lange Zeit zurück, was Offensivgefahr im Spiel nach vorne betraf. Und wenn die Grazer dann doch gefährlich wurden, dann war Markus Kuster zur Stelle. So blieb der Mattersburger Tormann in der 39. Minute im Eins-gegen-Eins mit Philipp Huspek Sieger, die anschließende Flanke setzte Jako Jantscher per Kopf neben das Tor.

Nach Wiederbeginn drehte der SVM-Schlussmann dann einen Avlonitis-Kopfball über die Latte, parierte einen Jantscher-Schuss mit dem Fuß und einen Jantscher-Freistoß mit den Händen sehr gut.

Die Heimischen taten nun sichtlich mehr für das Spiel nach vorne, gleichzeitig setzten die Gäste aber Nadelstiche – und wie. Dass nicht das 0:3 gelang, lag in der 51. Minute am fehlenden Torriecher von Patrick Salomon. Zu dem kam der Ball nämlich im Zuge eines schnellen Gegenstoßes über die linke Seite, aber nachdem Salomons Kopfball erst vom Fuß eines Sturm-Verteidigers geklärt wurde, knallte die Nummer 21 der Mattersburger den Abpraller aus wenigen Metern an die Rückseite von Lukas Spendlhofer. Mit etwas weniger Wucht und mehr Coolness hätte es das Tor geben müssen. Nach einer knappen Stunde war es dann auch noch Martin Pusic, der einen Stanglpass von Philipp Erhardt am langen Eck vorbeischob.

Richtig spannend wurde es in der Partie aber spätestens dann wieder, als Jantscher in Minute 67 abermals die Freistoßchance vorfand und den Ball diesmal über die Mauer ins kurze Eck zirkelte. Bitter für die Burgenländer, weil ein umstrittenes Handspiel von Fabian Miesenböck (der den Ellbogen angelegt hatte und angeschossen wurde) dem Freistoß vorausgegangen war.

Letztlich brachte der SV Mattersburg den Auswärtssieg aber über die Zeit. Einige Male wurde es im Strafraum der Gäste noch brenzlig, aber die Verteidigung hatte stets ein rettendes Bein oder einen Kopf zur Stelle, um den Ball aus der Gefahrenzone zu bringen. Auf der anderen Seite verpasste Hart - nach gutem Einsatz und eher zufälliger Vorlage von Kvasina plötzlich frei vor Siebenhandl, der noch dazu ausgerutscht war – die Entscheidung.

Sei’s drum. Mattersburg holte sich mit drei wichtigen Punkten einen enormen Schub an Selbstvertrauen. Weiter geht es am kommenden Samstag, da empfangen die Burgenländer im Pappelstadion das Team aus Altach.

Statistik

STURM GRAZ – MATTERSBURG 0:2 (0:2).

Torfolge: 0:1 (10.) Gruber, 0:2 (14.) Gruber.  

Gelbe Karten: Sakic (75., Foul), Friesenbichler (86., Foul); Jano (76., Foul). 

Merkur-Arena, 7.500.- SR: Ebner.

Sturm Graz: Siebenhandl; Jäger, Avlonitis, Spendlhofer; Sakic, Koch (26. Jantscher), Leitgeb, Trummer (83. Schrammel); Huspek, Balaj (57. Friesenbichler), Röcher.

Mattersburg: Kuster; Nemeth, Jano, Mahrer; Salomon (71. Höller), Hart, Erhardt, Lercher (46. Miesenböck); Gruber (31. Kvasina), Kuen; Pusic.

Stimmen

Andreas Gruber: "Ich war extrem motiviert, habe nach meiner Verletzungspause drei Monate auf das Comeback hingearbeitet und bin über den Ausfall ein bisschen traurig. Nun hoffe ich, dass ich vielleicht nächste Woche gegen Altach wieder am Platz stehe."

Derselbe über Assistgeber Andi Kuen: "Ich verstehe mich sehr gut mit ihm, auch privat."

Fabian Miesenböck (über das Handspiel vor dem Freistoß zum 1:2): "Ich habe die Hand klar am Körper, wegzaubern kann ich sie nicht. Wir haben sechs Wochen lang richtig gut gearbeitet, waren heute aggrassiv und haben Sturm die Schneid abgekauft. Ich bin glücklich, dass wir das heute geschafft haben." 

Sturm-Trainer Nestor el Maestro: "Das war sehr bitter heute für uns. Ich hinterfrage mich natürlich auch - Stichwort richtige Aufstellung ja/nein. In der zweiten Halbzeit gab es  leichte positive Facetten, aber ohne Plan oder große Qualität. Dass wir viele Ausfälle hatten, erleichtert die Niederlage ein wenig."