Der totale Ballzauber. Der SVM steht ab Freitag im vollen Training und in der Vorbereitung auf die Ligafortsetzung. „Alle haben darauf gewartet.“

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 14. Mai 2020 (01:51)
Seit einigen Wochen können sich die Profis der Bundesliga – hier Mattersburg-Coach Franz Ponweiser – im Rahmen des Kleingruppentrainings auf den Ball konzentrieren. Ab Freitag ist auch wieder das vollinhaltliche Mannschaftstraining möglich, Anfang Juni wird die Meisterschaft mit Geisterspielen fortgesetzt. Basis dafür ist ein sogenanntes Präventionskonzept der Bundesliga, bei dem regelmäßige Testungen der beteiligten Menschen am Platz, der sogenannten „Personengruppe“, die Kontrolle der Lage garantieren sollen.
Ivansich

Bis vor kurzem schien die Fortsetzung der Bundesliga noch ungewiss, am Dienstag kam dann das grüne Licht von politischer Seite. Ja, die Profis dürfen, ausgestattet mit einem an engmaschige Testungen geknüpften und eigens entwickelten Präventionskonzept, wieder uneingeschränkt (also mit Zweikämpfen) trainieren. Ab Juni soll die Saison dann mit Geisterspielen fortgesetzt werden, davor könnte zu Pfingsten der Pflichtspiel-Startschuss mit dem ÖFB-Cupfinale zwischen Salzburg und Austria Lustenau erfolgen.

Das besagte Hochfahren des Betriebs wird zudem von einer wissenschaftlichen Studie begleitet, die entsprechende Erkenntnisse für den gesamten Fußball und weitere Mannschaftssportarten liefern soll.

Die groben Weichen sind also gestellt, weshalb sich auch die Profis des SV Mattersburg ab sofort im Zuge eines ganz engen Zeitkorsetts vorbereiten müssen. Schon vor dem Start der Kleingruppentrainings sagte Trainer Franz Ponweiser, dass eine vernünftige Vorlaufzeit von mehreren Wochen nötig sei, um Risiken zu minimieren. Stichwort fehlendes Timing und Stichwort Intensität des Mannschaftstrainings als Vorbereitung für den Ernstfall, um dann möglichst verletzungsfrei zu bleiben.

Englische Runden als große Herausforderung

Das alles ist jetzt ein bisschen anders. Rund drei Wochen werden zur Verfügung stehen, um alle Akteure matchfit zu bekommen. Davor soll auch ein Testspiel gegen ein Team aus der Meistergruppe Aufschluss geben, wo Grün-Weiß sportlich steht. Trotzdem ist Ponweiser zuversichtlich: „Es war wichtig, dass dieser Schritt jetzt gesetzt wurde. Alle haben darauf gewartet. Und wir übernehmen ja keine völlig neue Mannschaft, sondern stehen sehr wohl im Saft. Es handelt sich also um keinen Kaltstart. Wichtig wird natürlich auch sein, alle unsere Spieler zu integrieren. Dafür werden wir auch extrem intensiv im taktischen Bereich arbeiten.“

Denn beim Profikader kann für die Fortsetzung – mit Bedacht auf die Positionen – auch der eine oder andere Amateur (wie das bereits im Kleingruppentraining der Fall war) dabei sein. Es gilt, personell breit aufgestellt zu sein, werden die verbleibenden zehn Runden der Qualifikationsgruppe doch in Form von englischen Runden abgewickelt, um den zeitlichen Rahmen einzuhalten.

Und gerade da könnte das Rotationsprinzip (vor allem dann, wenn für den aktuell Vorletzten Mattersburg bei gutem Verlauf nicht mehr die größte Abstiegsgefahr herrscht) ein Mittel sein, um mit den Kräften einzelner Profis zu haushalten. Denn das wird nötig sein, dessen ist sich auch Ponweiser bewusst: „Es wäre utopisch zu glauben, dass wir mit derselben Elf dieses Programm durchspielen können.“