Dieser Fehlerteufel: SVM blieb wieder ohne Punkt. Wieder passierten spielentscheidende Patzer, wieder blieben die SVM-Profis punktelos. „Es wird nicht besser.“

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 13. November 2019 (06:33)
Hätte, hätte, Fahrradkette! Marko Kvasina hatte in Wien gegen die Austria nach 28 Sekunden das 0:1 am Fuß, traf aber nicht. Daher ist es auch müßig darüber zu spekulieren, welchen Verlauf das Spiel mit einer frühen SVM-Führung genommen hätte. Fakt ist vielmehr: Am Ende siegten die Veilchen mit 2:1.
Martin Ivansich

Die Mattersburger 1:2-Pleite am Sonntag hat der Austria vor der Länderspielpause ein Erfolgserlebnis und den Burgenländern parallel dazu Frust pur beschert. Zwei Eckbälle sorgten für die beiden Gegentreffer, noch dazu trafen die Veilchen in dieser Saison erstmals aus Standards. Mattersburg ist mit 40 kassierten Toren nach 14 Runden fast schon prädestiniert, um angeschlagene Gegner wieder zum Leben zu erwecken, könnte man sarkastisch anmerken.

„Fakt ist: Wir schaffen es nicht, am Punkt elf Spieler am Platz zu haben, die fehlerfrei auftreten.“ Franz Ponweiser geht es hier freilich um die spielentscheidenden Mängel, die dann auch ein schlechtes Resultat zur Folge haben. Und weil die Fehlerquote personell breit gefächert ist, scheint es schwer, sie zu minimieren.

Diesmal patzte beispielsweise Andi Kuen im Defensivverhalten, als er laut seinem Chefcoach einen geklärten Ball nach einem Corner per Kopf wieder in den Gefahrenbereich manövrierte (wo dann Marko Kvasina ein Kopfballduell verlor und Alex Grünwald einschoss) und beim 2:0 Thomas Ebner trotz Zuteilung alleinließ. „Das waren zwei völlig unnötige Gegentore. Wahnsinn, wenn wir etwa vor dem 1:0 den Ball eigentlich gut rausklären.“

Dass der SVM auch zu spät offensiv wurde, ließ der 44-Jährige nur bedingt gelten. „Weil wir von Beginn an offensive Akzente setzen wollten. Wir haben es aber nicht geschafft, einfach nach vorne zu spielen, sind zu wenig in die Zweikämpfe gekommen, haben viel zu viele Situationen nach hinten aufgelöst.“

„Wir werden noch sensibler hinschauen, um zu sehen, wer die Typen sind, die die höchste Wahrscheinlichkeit haben, um tatsächlich auch eine gute Performance abzuliefern.“SVM-Coach Franz Ponweiser über die Individualfehler

Und wenn es nach vorne ging, wurden die gebotenen Gelegenheiten nicht verwertet. „Es krankt an Dingen, die unsere Situation widerspiegeln.“ Dass das Power Play im Finish, als die Austria um den Ausgleich bettelte, nicht von Erfolg gekrönt war, ist aktuell auch Mattersburg-like. Und nun?

„Wir haben die Austria in der zweiten Hälfte gefordert“, nimmt Ponweiser Positives mit. Jetzt gilt es einfach, die Fehler zu vermeiden. Hier findet sich der Coach in einer Endlosschleife, was wiederum die Qualitätsfrage aufdrängt. „Man zeigt es, man spricht es an, man trainiert.“

Trotzdem passieren die individuellen Schnitzer. Weshalb nun auch Tacheles gesprochen wird, denn: „Ich bin einer, der im Führungsverhalten diplomatisch ist. Jetzt ist aber ein Punkt erreicht, wo das immer gute Zureden und Aufzeigen von Fehlern offenlegt: Es wird trotzdem nicht besser.“

Bis zum nächsten Duell am übernächsten Samstag gegen den WAC bleibt nun Zeit für die tägliche Trainingsarbeit und einen Test am morgigen Donnerstag um 17 Uhr in der Fußballakademie gegen die FC Juniors OÖ. Danach gilt es, den Fokus auf den Tabellendritten zu legen. Und wieder die Priorität setzen, eine möglichst fehlerfreie SVM-Truppe aufzubieten. „Wir werden noch sensibler hinschauen, um zu sehen, wer die Typen sind, die die höchste Wahrscheinlichkeit haben, tatsächlich auch eine gute Performance abzuliefern.“

Übrigens: Zwischen den Pfosten wurde bei der Austria nach zwei Spielen mit Tino Casali wieder Einsergoalie Markus Kuster in der Startformation aufgeboten. Ponweiser zeigte sich mit seiner Darbietung zufrieden, Kuster wird somit auch im Tor bleiben.