Drei SVM-Big Points beim 2:0 gegen den SKN St. Pölten. Mit dem ersten Heimsieg seit 28. Juli (dem 2:1 gegen Hartberg) hat sich Mattersburg einmal Luft im Abstiegskampf geholt. Das 2:0 gegen den SKN St. Pölten bedeutet nicht nur ein volles Punkte-Comeback im Pappelstadion, sondern eben auch einen ganz wichtigen Etappensieg, bevor es bereits am Dienstag in Altach weitergeht.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 20. Juni 2020 (19:28)
Grund zum Jubeln. Die Mattersburger Martin Pusic und Alois Höller hier beim 2:1 gegen Hartberg in der 1. Runde des Grunddurchgangs Ende Juli 2019 - so lange war der letzte Heimerfolg der Grün-Weißen her. Nun brach der SVM den Bann nach elf Monaten mit dem 2:0 gegen St. Pölten.
APA/Georg Hochmuth

Der SVM trat nach der 0:1-Pleite vom Dienstag beim zweiten Spiel gegen den SKN St. Pölten innerhalb weniger Tage erneut ohne den noch angeschlagenen David Nemeth in der Innenverteidigung an. Für ihn war wieder Lukas Rath in der Dreierkette neben Jano und Thorsten Mahrer aktiv.

Florian Hart (zuletzt körperlich nicht ganz fit) und Philipp Erhardt (gesperrt) bildeten diesmal wieder das Duo im zentralen Mittelfeld, dafür rückte Alois Höller in das offensive Mittelfeld, um gemeinsam mit Andreas Kuen und Andreas Gruber das Trio an vorderster Front zu bilden. 

Martin Pusic, in St. Pölten noch in der Spitze, nahm hingegen wieder auf der Bank Platz.  Er sollte aber noch eine tragende Rolle einnehmen. 

Christoph Halper, der am Dienstag angeschlagen vom Platz musste, war ebenfalls nicht dabei.

Von Beginn weg entwickelte sich ein auf beiden Seiten von Vorsicht und Taktik geprägtes Duell, bei dem ganz augenscheinlich war, wie viel auf dem Spiel stand. Weil die Burgenländer aufgrund der Aussichtslage um den Tick aktiver sein mussten, erarbeitete sich die Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser auch eine optische Überlegenheit.

Zwingend wurde der SVM aus dem Spiel heraus allerdings über weite Strecken der ersten Hälfte nicht, die wohl größte Gelegenheit gab es im Zuge einer aussichtsreichen Freistoßgelegenheit knapp außerhalb des Sechzehners in der 14. Minute. Kapitän Jano setzte den Ball aber in die Wolken.

Auf der Gegenseite erzeugte der SKN bei einer Flanke zarte Gefahr, einen Ballverlust von Florian Hart konnten die Gäste nur unzureichend nutzen – Alans Weitschuss blieb ungefährlich.

Andi + Andi = 1:0

Dass die vor sich hinplätschernde Partie kurz vor der Pause noch entscheidend Fahrt aufnahm, lag einerseits an der Einwechslung von Patrick Bürger (Hart humpelte mit seiner akut gewordenen Wadenverletzung angeschlagen vom Platz und fiel aus) - der Routinier sorgte bei den ersten Aktionen bereits für Schwung. Andererseits reichte dann ein Genieblitz des kreativen Offensiv-Duos schlechthin für die Führung unmittelbar vor der Halbzeit. 44. Minute: Andi Kuen brachte Andi Gruber mit einer wunderbar-gefühlvollen Außenrist-Vorlage in Position und Letzterer überhob den herauseilenden Riegler zum vielumjubelten 1:0.

Nach Wiederbeginn fand dann auch Grün-Weiß die erste gute Gelegenheit vor, als Bürger eine Flanke von Andi Gruber aus spitzem Winkel per Volley-Aufsitzer am Gehäuse vorbeisetzte.

Und doch gab Mattersburg danach zunehmend die Kontrolle ab, auch weil der SKN aufmachen und demnach mehr riskieren musste. Mehr als ein Freistoß von Dominik Hofbauer, den Kuster parierte, sowie ein Freistoß von Alan (der über die Latte streifte) und ein Abschluss von Sandro Ingolitsch waren aber nicht drin, auch wenn vom Gefühl her Gefahr für den SVM in der Luft lag.

Die Heimischen wiederum hielten dagegen und hatten ihrerseits in der 65. Minute die ganz große Chance auf die 2:0-Vorentscheidung, als Jano einen Freistoß von Kuen volley aufs Tor brachte, Riegler den Ball aber gerade noch parieren konnte.

Pusic ausgefuchst und abgebrüht zum 2:0

Dass der SV Mattersburg nicht bis zum Schlusspfiff zittern musste, dafür sorgte eine Aktion in der 86. Minute. Nach einem Kuen-Freistoß ging der eingewechselte Martin Pusic im Strafraum zu Boden, Referee Stefan Ebner ahndete Halten von Kofi Schulz. Wie stark der Kontakt war, sei dahingestellt, Pusic nahm die Aktion ausgefuchst an – und verwandelte den verhängten Strafstoß selbst souverän zum 2:0-Endstand.

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Statistik

MATTERSBURG – SKN ST. PÖLTEN 2:0 (1:0).- Torfolge: 1:0 (44.) Gruber, 2:0 (87.) Pusic (Foulelfer).

Gelb: Gruber (4., Foul), Mahrer (69., Foul), Bürger (78., Foul), Salomon (95., Kritik); Alan (55., Kritik), Luan (88., Foul).

SR: Ebner.- Pappelstadion.

Mattersburg: Kuster; Mahrer, Jano, Rath; Salomon, Erhardt, Hart (41. Bürger), Lercher; Höller (77. Pusic), Gruber (91. Steinwender), Kuen (91. Nico Pichler).

SKN St. Pölten: Riegler; Klarer, Luan, Muhamedbegovic; Hofbauer (76. Ingolitsch), Gorzel (65. Meister), Ljubicic, Schulz; Alan, Quedraogo (76. Davies), Rasner.

Stimmen

SVM-Trainer Franz Ponweiser: „Heute war das besonders in der zweiten Halbzeit ein Kampfspiel. Ich bin sehr zufrieden über den Sieg. Nach der Pause haben wir es nicht mehr geschafft, die Pressinglinie höher zu halten. Wenn man den SKN spielen lässt, dann verliert man auch die Kontrolle. Wichtig ist, dass wir es jetzt auch weiter selbst in der Hand haben.“

SKN-Trainer Robert Ibertsberger: „Wir haben uns heute selbst geschlagen: Ein langer Ball in der ersten Halbzeit – und dann kommt das 1:0 zustande. Das geht zu leicht, dann wird es schwierig. Zweite Halbzeit haben wir alles probiert und machen dann wieder einen Fehler, der letztlich zum 2:0 geführt hat. Ob das jetzt Elfer war oder nicht, ist mir eigentlich wurscht. Entscheidend war der Fehler davor.“

SVM-Goalie Markus Kuster: "Ein extrem wichtiger Sieg, der aufgrund der zweiten Halbzeit verdient war. Es ist eine Riesenlast von den Schultern gefallen, jetzt heißt es dann nachlegen."

Martin Pusic, Torschütze zum 2:0: "Der Sieg ist sehr viel wert. Heute war es ein schmutziges Spiel, aber wichtig ist das Ergebnis. Beim Elfmeter hält er mich bei der Schulter, ich wollte reinlaufen. Ich gebe immer 100 Prozent, das hat heute der Mannschaft geholfen."

Andi Gruber, Torschütze zum 1:0: „Wir waren beim Tor gut am zweiten Ball, Andi (Kuen, Anm.) hat mich gut gesehen, es war ein perfekter Ball, ich bin dann auf den Schnittball gegangen und hab den Goalie überhoben. Das waren sehr wichtige drei Punkte für uns. Genau das Kämpferische können wir jetzt für die verbleibenden Spiele mitnehmen."