Ein Energie-Spender für den SV-Mattersburg. Vier Punkte aus zwei Spielen sorgen beim SVM für einen positiven Schub. Sogar drei Debüts gingen sich nebenbei aus.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 25. Juni 2020 (02:45)
Kurzfristiges Comeback. Florian Hart (l., gegen Nico Gorzel) musste gegen St. Pölten noch vor der Pause raus. Beim Mittelfeldakteur wurde eine vermeintlich überstandene Wadenblessur wieder akut.
Martin Ivansich

Mattersburg hat in der abgelaufenen Fußball-Woche zwar noch keine Vorentscheidung im Abstiegskampf geschafft, eine sehr gute Ausgangslage vor den verbleibenden drei Runden der Qualifikationsrunde aber allemal. 2:0 daheim gegen St. Pölten am vergangenen Samstag und ein 1:1 in Altach am Dienstag bedeuten einen Polster von vier Punkten auf Schlusslicht Admira. Gegen die Südstädter geht es nun am Samstag im Pappelstadion zur Sache. Dieses eine Spiel kann dem SVM schon reichen – die einfachste aller Rechenspiele: Gewinnen die Burgenländer, ist der Klassenerhalt fix, weil die Niederösterreicher zwei Runden vor Schluss sieben Punkte zurückliegen würden.

Spätestens dann könnte es die Grün-Weißen interessieren, was der Zweite aus Altach so fabriziert und ob das Team aus dem Ländle doch noch eingeholt werden kann, weil die Vorarlberger aktuell auf dem zweiten Europa-League-Play-Off-Platz stehen. Dieser berechtigt nach der Saison zum direkten Duell beim Ersten, der – Stand jetzt – wohl Austria heißen wird. Und in weiterer Folge wartet auf den Sieger dann ein Hin- und Rückspiel gegen den Fünften der Meistergruppe. Solange die Mannschaft von Trainer Franz Ponweiser aber nach unten hin nicht alles klargemacht hat, wird das Interesse am Plafond der Qualifikationsgruppe überschaubar sein.

Deshalb setzt man im Lager der Grün-Weißen alles daran, jetzt den positiven Trend fortzusetzen. Zuversicht und jede Menge positive Energie sind nach dem zuletzt Gezeigten vorhanden, wie Trainer Franz Ponweiser auch bestätigt: „Ich bin extrem stolz, wie wir uns da durchbeißen. In den englischen Wochen steht man extrem unter Druck, die Mannschaft meistert die Situation aber bravourös.“

Devise: „Gummiringerl noch einmal spannen“

Zuletzt fehlten in Altach mit Florian Hart (Wade), Fabian Miesenböck (überknöchelt), Christoph Halper (Bänderüberdehnung) und David Nemeth (Oberschenkelprobleme) vier Akteure. Die drei Letztgenannten könnten am Samstag eventuell wieder zur Verfügung stehen. Andi Kuen wurde präventiv geschont, um so wie Andi Gruber oder Philipp Erhardt (beide fehlten gelbgesperrt je einmal) zumindest einmal für 90 Minuten eine Pause zu erhalten und wieder zu Kräften zu kommen. Andere, wie Thorsten Mahrer oder auch Neo-Abwehrchef Jano (der diesmal in Altach beim Gegentor und einer weiteren Situation patzte), bissen sich dauerhaft durch. Einer, der auch ständig in der Startformation dabei war, ist Patrick Salomon.

Er ist aufgrund seiner elften Gelben Karte nun gesperrt – eine Pause wird auch ihm guttun, wenngleich Ponweiser klarstellt: „Sali hat bislang Unglaubliches geleistet.“ Alois Höller kam im ersten Qualigruppen-Spiel gegen Altach in der letzten halben Stunde in die Partie und stand danach jedes Mal von Beginn weg am Platz. Kurzum: Die einzelnen Teile des vorhandenen Kaders funktionieren aktuell – nicht zu vergessen Goalie Markus Kuster, der am Dienstag mit dem gehaltenen Elfer in Altach das 1:1 behaupten konnte.

Andererseits sind gerade jetzt Personalrochaden wichtig, weshalb etwa Julius Ertlthaler ausgerechnet in Altach nach vier Monaten Leerlauf wieder von Beginn weg aktiv war. Gegen die Vorarlberger spielte er beim letzten Aufeinandertreffen am 22. Februar beim 0:0 im Pappelstadion – danach gar nicht mehr.

Und drei Youngsters kamen auch noch zu ihren Bundesliga-Debüts. Verteidiger Michi Steinwender (20), er ist schon länger Teil der Profis, wurde gegen St. Pölten und in Altach eingetauscht. Die beiden Amateur-Kicker Martin Majnovics (19) und Filip Borsos (20) waren in Vorarlberg Backups und wurden im Finish prompt ins kalte Wasser geworfen. Auch das sind Geschichten am Rande der Hochdruckzone, die frischen Wind bringen sollten. Denn die Ergebnisse stimmen. Nun gilt es weiter die Konzentration hochzuhalten, wenn die Admira zu Gast ist. Oder, wie es Ponweiser ausdrückt: „Auch hier müssen wir das Gummiringerl noch einmal ordentlich spannen.“