Eine harte Probe im Kellerkampf

Für Michael Steinwender und seine St. Pöltner steht am Samstag der Abstiegskrimi gegen die Admira am Plan.

Erstellt am 06. Mai 2021 | 04:55
SKN
Beständig. St. Pöltens Abwehrrecke Michael Steinwender hat mit seinem SKN den Klassenerhalt im Visier. Der Baumgartner steht mit seinem Team aktuell unter Druck.
Foto: SEPA

Er ist einer jener Burgenländer, der nach dem Aus des SV Mattersburg im vergangenen Sommer weiterhin in der Bundesliga seine Fußballschuhe schnürt: Michael Steinwender. Und das macht der Baumgartner gar nicht so weit weg von daheim – in St. Pölten beim SKN. Generell brauchte er nicht lange, um sich rasch in der niederösterreichischen Landeshauptstadt einzuleben: „Das war gar kein Problem, viele Spieler kennt man ja.“ Mit Christoph Halper und Martin Majnovics kicken auch zwei weitere Ex-Mattersburger in St. Pölten. Während Halper und Majnovics zwischen Ersatzbank und Spielfeld pendeln, ist „Steini“ defensiv gesetzt.

In den letzten elf Spielen stand er stets in der St. Pöltener Startelf und war in zehn Matches über die volle Distanz am Platz. Sowohl bei Trainer Robert Ibertsberger als auch jetzt bei dessen Nachfolger Gerald Baumgartner (unter ihm stand Steinwender erstmals 2018 im Bundesliga-Kader des SV Mattersburg) zählt der 20-Jährige zum Stammpersonal. Die aktuelle sportliche Lage kennt er zudem aus der vergangenen Saison, wo noch im Burgenland Bundesliga-Luft da war und der SV Mattersburg letztlich auf sportlichem Weg die Liga halten konnte, ehe danach aufgrund der Commerzialbank-Pleite der Vereins-Zusammenbruch folgte. Auch in dieser Saison steckt „Steini“ mitten im Abstiegskampf.

St. Pöltens Situation ist dabei definitiv herausfordernd — der SKN liegt am Tabellenende und hat nun am Samstag (17 Uhr) ein echtes Sechs-Punkte-Spiel vor der Brust. Im direkten Duell bei der Admira könnte man die Rote Laterne an die Südstädter abgeben. Bei einer Niederlage hingegen und einem gleichzeitigen Sieg von Altach daheim gegen die Austria würde der Rückstand auf das rettende Ufer bereits fünf Punkte betragen. „Wir wissen, dass es ein immens wichtiges Spiel ist. Dementsprechend wollen wir auch so auftreten und einen Sieg einfahren“, ist sich Steinwender der Lage bewusst. Auf einen Sieg wartet man beim SKN allerdings bereits seit 20. Februar, damals gewann man in Tirol gegen WSG mit 1:0. Seither gab es zehn Spiele ohne Erfolgserlebnis.

„Diese Art von Nervenkitzel würden wir uns schon gerne ersparen. Das brauche ich nicht zwingend.“ Defensivmann Michael Steinwender über ein mögliches Relegationsduell

Warum sich das ausgerechnet beim Keller-Derby in der Südstadt ändern kann?

„Wir wissen schon, wo man die eine oder andere Schraube drehen kann. Da hat vorne oft nur eine Kleinigkeit gefehlt und hinten haben wir auch vermeidbare Tore bekommen“, meint Steinwender, der gleichzeitig klarstellt: „In der Quali-Gruppe kann jeder gegen jeden gewinnen. Das heißt, dass wir die Qualität haben überall auch etwas mitzunehmen.“

Das Niederösterreicher-Duell, bei dem Steinwender diesmal wohl nicht auf seinen ehemaligen Mattersburger Defensivkollegen Lukas Rath treffen wird (der Admiraner ist angeschlagen), hat also etwas vom Play-off-Charakter. Sollte es sich am Ende dann für St. Pölten nicht mit dem rettenden Ufer ausgehen, ist man aber (voraussichtlich) noch nicht abgestiegen. Dann würde die Sache nämlich auf ein Relegationsduell gegen Innsbruck oder Klagenfurt (siehe Infobox Seite 70) rauslaufen. „Nervenkitzel kann ja auch sehr gut sein, aber diese Art von Nervenkitzel würden wir uns schon gerne ersparen. Das brauche ich nicht zwingend“, sagt Steinwender, der am Dienstag seinen 21. Geburtstag feierte.“

Vertrag beim SKN bis Sommer 2023

Die Zukunft stellt sich der Burgenländer natürlich in der Bundesliga vor: „Mein Vertrag läuft bis Sommer 2023 und ich werde alles dafür tun, dass wir mit St. Pölten am Ende oben bleiben. Darauf gilt jetzt der volle Fokus. Ich bin jedenfalls überzeugt, dass wir die Klasse haben, auch drin zu bleiben.“ Am besten so schnell wie möglich, geht es nach Steinwender. Noch hat er mit dem SKN ja vier Spiele Zeit, um das Ziel klar zu machen – vor der Relegation …