Farkas: „Red Bull-Gen hat mich schon erwischt“. Patrick Farkas, Ex-Kapitän sowie langjähriger Mattersburg-Profi, hat die ersten Wochen in Salzburg hinter sich – und zeigt sich begeistert.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 05. Juli 2017 (04:16)
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In Aktion. Patrick Farkas schwitzt seit Mitte Juni für seinen neuen Verein Red Bull Salzburg, wo er sich einen Platz in der Mannschaft sichern will. Aufgrund des großen Konkurrenzkampfs ist das beim aktuellen Meister und Cupsieger keine Selbstverständlichkeit. Foto: GEPA
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Es ist diese alltägliche Selbstverständlichkeit, die man sich erst einmal aneignen muss. Über den höchsten Beliebtheitsgrad lässt sich im Zusammenhang mit Red Bull Salzburg freilich streiten. Rein sportlich kann es aber keine zweite Meinung geben: Wer bei Red Bull Salzburg spielt, vertritt den aktuell besten Klub in Österreich. Selbstverständlich.

Wer dann von einem Verein dazustößt, der sich zuletzt vorwiegend (erfolgreich) gegen den Abstieg wehren musste, der muss diese Selbstverständlichkeit erst verinnerlichen. Patrick Farkas, lange Jahre Fixstarter in Mattersburg und seit Mitte Juni im Trainingsbetrieb bei seinem neuen Verein stehend, arbeitet gerade daran. Erfolgreich, wie er gegenüber der BVZ bestätigt: „Das Selbstvertrauen der Spieler, die hier tätig sind, ist beeindruckend. Jeder weiß, dass er bei Red Bull Salzburg spielt und tritt dementsprechend auf. So etwas färbt rasch ab und beflügelt.“

„Jeder weiß, dass wir mehrfach besetzt sind“

Als Überheblichkeit will der Oberdorfer besagtes Auftreten freilich nicht interpretiert wissen, vielmehr geht es um den logischen Anspruch eines logischen Titelanwärters. Nur ein Beispiel: „Rund um die Uhr stehen fünf Physiotherapeuten zur Verfügung. Da gibt es viele Kleinigkeiten, die etwas ausmachen. Die hohe Professionalität ist gewaltig.“ Hinzu kommt dann selbstverständlich der Konkurrenzkampf, der ein permanent hohes Niveau zur Folge hat. „Zuletzt waren beim Trainingslager über 30 Spieler aktiv. Jedem ist bewusst, dass wir doppelt oder teilweise sogar mehrfach besetzt sind. Das ist dann ein gesunder Konkurrenzkampf, der alle zu noch mehr Arbeitsaufwand treibt.“

Im Bullen-Dress: Patrick Farkas bei der Präsentation mit dem neuen Trikot für die internationalen Bewerbe. Für den 24-jährigen Oberdorfer wird sich der Pflichtspielrhythmus verändern, Salzburg steht im internationalen Geschäft und will sich für die Champions League oder die Europa-League-Gruppenphase qualifizieren. Foto: GEPA
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In diesem Sog muss sich Patrick Farkas nun beweisen, selbstverständlich. Und er gibt zu: „Das Red Bull-Gen hat mich schon erwischt. Ich weiß aber auch, dass ich noch Reserven habe – und ich bin ein großer Ehrgeizler mit Zielen. So etwas wird hier positiv registriert.“

Ob der Burgenländer tatsächlich von Beginn weg in der Startformation der Bullen stehen wird? Das ist Spekulation. Fakt ist, dass auf Farkas‘ aufgelegter Position rechts in der Viererkette Teamspieler Stefan Lainer (in den bisherigen Tests wechselten sich beide regelmäßig ab) aktiv ist. „Ganz gleich, wer letztlich zum Zug kommen wird. Während einer Saison mit Meisterschaft, internationalem Geschäft und Cup wird bei Red Bull Salzburg ein großer Kader benötigt. Ich bin bereit.“

Das internationale Geschäft. Für einen grün-weißen Profi wie Farkas, der erst 2009 – also nach den beiden Mattersburger Europacup-Abenteuern 2006 und 2007 mit den Duellen gegen Wisla Krakau, Aktobe und Basel – zu den Profis gestoßen ist, ein nur schwer erreichbares Ziel. In Salzburg zählt es zur Selbstverständlichkeit. Schon jetzt ist für Farkas dabei die Champions League-Qualifikation fix. Ob es für die (erstmalige) Gruppenphase der Bullen reicht, bleibt fraglich. Allerdings könnte im Falle des Scheiterns wieder die Europa League-Gruppenphase winken. „Dafür arbeitet man als Fußballer, dass man einmal im internationalen Geschäft tätig ist. Natürlich braucht man etwas Losglück, aber ich bin zuversichtlich.“

Gut integriert als Basis für den Wohlfühlfaktor

Auch wenn sich alle Profis angesichts so vieler Ziele aktuell beim neuen Trainer Marco Rose aufdrängen wollen, hat der 24-Jährige (der in Hallein eine Wohnung bezogen hat) bereits gute Erfahrungen im zwischenmenschlichen Bereich gemacht. „Mir geht es sehr gut. Ich bin unglaublich gut aufgenommen worden und habe bereits einige Freundschaften geknüpft.“

Dass dieser Wohlfühlfaktor nach acht Jahren beim SVM – wo das Mannschaftsklima bekanntlich gewohnt top ist – in Salzburg schon so rasch eintreten werde, überraschte Farkas. „Ich habe nicht gedacht, dass das so schnell geht.“

Apropos SV Mattersburg. Was sich beim ehemaligen Verein tut, interessiert den Burgenländer freilich nach wie vor. „Der Abschied ist mir schwergefallen, aber es war für mich ein Tapetenwechsel nötig. Jetzt schaue ich regelmäßig auf die Homepage oder lese nach, was es Neues gibt. Der Kontakt zu diesem Verein, bei dem ich acht Jahre lang tätig war und eine tolle Zeit erlebt habe, wird ohnehin nie komplett abreißen.“