Hosiner nach Wechsel: „Sturm ist die richtige Wahl“. Philipp Hosiner hat seine Zelte im Ausland abgebaut und kommt zurück nach Österreich. Der Burgenländer will mit Sturm international und national erfolgreich sein.

Von Martin Ivansich und Bernhard Fenz. Erstellt am 18. Juli 2018 (04:19)
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Links: Vor einem Jahr: Philipp Hosiner (r.), damals noch im Dress von Union Berlin und sein Cousin Patrick Schmidt, Profi bei Admira, im Zuge eines BVZ-Fotoshootings. Rechts: Philipp Hosiner als Sturm-Profi jetzt. Er wird somit auch Gegner von Schmidt. Fotos: zVg/SK Stum (1), Ivansich (1)
Ivansich (links), zVg/SK Sturm (rechts)

Es war so etwas wie ein Paukenschlag im heimischen Fußball. Der Eisenstädter Philipp Hosiner ist seit vergangener Woche zurück in der Österreichischen Bundesliga - also dort, wo der Stürmer auch seine größten Erfolge feierte. Mit der Austria wurde er Meister und Torschützenkönig, spielte und traf zudem in der Champions League.

Nach vier Jahren im Ausland — mit den Stationen Rennes, Köln und Union Berlin — wird Hosiner für Sturm Graz auf Torjagd gehen. Nach dem Abgang von Deni Alar zu Rapid hatte der Vizemeister Handlungsbedarf. Hosiner wurde kontaktiert und bezeichnete die Gespräche mit Trainer Heiko Vogel und Sportdirektor Günter Kreissl als „sehr positiv.“

„Das ist dann das erste Spiel gegeneinander auf professioneller Ebene – und was ganz Besonderes.“Philipp Hosiner über das Duell gegen Cousin Patrick Schmidt, der bei der Admira spielt

Ausschlaggebend für Hosiners Ja zu Sturm waren dann mehrere Aspekte: „Ich habe es als super Chance gesehen noch einmal international zu spielen und sportlich auch wieder bessere Zeiten zu erleben. Deshalb ist Sturm Graz für mich die richtige Wahl. Außerdem habe ich es nicht weit heim zu meiner Familie. Mit dem Auto sind es 90 Minuten.“

Den Wechsel zurück nach Österreich bezeichnet der 29-Jährige trotzdem als überraschend: „Weil ich eigentlich davon ausgegangen bin bei Union Berlin in die Saison zu starten. Ich habe mir aber schon immer vorstellen können zurück nach Österreich zu wechseln. Dass es jetzt in dem Transferfenster klappt, damit war aber nicht zu rechnen. Es hat sich, wie gesagt, alles sehr kurzfristig ergeben. Ich bin aber sehr froh, diese Chance zu erhalten und werde jetzt Gas geben.“

Für Sturm stehen schließlich heiße Wochen am Programm. Schon am kommenden Mittwoch findet das Champions League-Qualifikationsspiel auswärts gegen Ajax Amsterdam statt. „Auf diese Aufgabe freue ich mich besonders. Das Ziel ist international dabei zu sein, also zumindest Europa League.“ Für die Meisterschaft in der neuen Zwölferliga sei es schwierig, eine Prognose abzugeben – Stichwort neuer Modus. „Aber ich will auf jeden Fall unter die ersten Drei.“

Brisante Duelle gegen Ex-Klub und Cousin

Speziell zwei Duelle in der Bundesliga bringen übrigens eine gehörige Portion persönliche Würze mit sich. Auf seinen Ex-Klub Austria Wien freut sich Hosiner natürlich. „Im neuen Stadion wird das sicher eine tolle Atmosphäre. Da freue ich mich extrem drauf.“

Und dann steht auch noch das „Familien-Duell“ auf dem Programm, wenn Hosiner auf einen weiteren Ex-Klub, die Admira, trifft. Dort spielt sein Cousin Patrick „Pipo“ Schmidt. „Das ist dann das erste Spiel gegeneinander auf professioneller Ebene – und was ganz Besonderes.“ Ähnlich sieht es der 19-jährige Schmidt: „Ich freue mich schon riesig auf das Spiel. Es war immer unser großer Traum, einmal gemeinsam in der Bundesliga zu spielen. Jetzt treten wir zwar als Gegner an, aber dieses Spiel wird sicher eines der schönsten und wichtigsten meiner Karriere.“

Bevor allerdings die Aufgaben Bundesliga und Europacup beginnen, startet am Wochenende die Saison mit dem ÖFB-Cup. Und diese wird Hosiner ausgerechnet im Burgenland beginnen. Sturm Graz gastiert am Samstag um 16.30 in Parndorf gegen den ASV Siegendorf. „Im Burgenland zu spielen, ist etwas Schönes für mich. Auch wenn ich an Parndorf gute Erinnerungen habe: Noch lieber hätte ich in Siegendorf gespielt.“