Kuljic-Vorwürfe gegen SVM: Klage-Auftrag ist erteilt. Der SV Mattersburg hat nach den Aussagen von Sanel Kuljic rechtliche Schritte in die Wege geleitet.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 18. September 2019 (06:03)
NOEN, APA/EPA/HANS PUNZ
Sanel Kuljic

Es war im November 2013, als Österreichs professionelle Fußballwelt in ihren Grundfesten erschüttert wurde und systematische Spielmanipulation ans Tageslicht drang. Die betroffenen Hauptakteure waren damals Dominique Taboga und Sanel Kuljic. Beide wurden auch zur Rechenschaft gezogen.

Kuljic, der wegen schweren Betrugs, Erpressung und Nötigung zu einer Haftstrafe verurteilt worden war, ließ in der Vorwoche gegenüber der „Kronen Zeitung“ aufhorchen. Im Zuge eines Berichts sprach er davon, dass in der höchsten Liga weiterhin Spiele manipuliert würden. Konkret nannte der 41-jährige ehemalige Teamspieler zwei Partien aus dem Jahr 2018, beide Male mit Mattersburger Beteiligung: das 0:6 gegen den WAC am 18. August und das 1:3 gegen den LASK am 16. September. Zudem stellte er fest: „Aber es sind mehr.“

Klar, dass die Aussagen hohe Wellen schlugen. Seitens des SV Mattersburg stellte Präsident Martin Pucher fest, dass „wir alle von den in den Raum gestellten Anschuldigungen komplett überrascht“ sind. Der Klubchef sei von der Integrität der Spieler „in allen Bereichen“ total überzeugt, stellte aber auch fest: „Wir werden dieser Sache auf den Grund gehen und den Sachverhalt genau prüfen.“

Gefordert, um auch Beweise zu liefern

Parallel dazu stellte auch die Bundesliga im Zuge einer Aussendung unter anderem fest: „Glaubwürdigkeit ist die Seele des Sports und Grundlage für Spannung, Emotion und Leidenschaft. Daher ist jeder Verdacht, der diese Glaubwürdigkeit untergräbt, ernst zu nehmen und bedarf einer lückenlosen Aufklärung. Die Bundesliga und der ÖFB werden in Zusammenarbeit mit dem Play Fair Code (Anm.: Plattform gegen Manipulation im Sport) und dem Bundeskriminalamt alle relevanten Schritte setzen.“

Weil nach einer ersten Rücksprache mit den diversen Stellen die Kuljic-Aussagen nicht bekräftigt werden konnten, kündigte die Bundesliga in diesem Zusammenhang auch rechtliche Schritte gegen Kuljic an. „Damit wird er gefordert sein, seine medialen Anschuldigungen mit stichhaltigen Beweisen zu untermauern.“

Nicht nur die Bundesliga hat rechtliche Schritte eingeleitet, auch der SV Mattersburg hat, wie Pucher gegenüber der BVZ bestätigte, seinem Anwalt bereits den Auftrag zur Klage erteilt.

Schließlich soll so rasch wie möglich Klarheit geschaffen werden. Franz Ponweiser, Trainer und Sportlicher Leiter in einer Person, über die Zeit seit dem Erscheinen des Berichts: „Natürlich werden die Spieler und auch wir immer wieder auf dieses Thema angesprochen. Das ist keine einfache Situation.“ Ausrede für die 0:2-Niederlage gegen WSG Tirol sei das aber keine. „Wir haben das Thema mit der Mannschaft angesprochen, das war es dann auch wieder. Aktuell gibt es zu dieser Sache für uns auch nichts mehr zu sagen.“