Mattersburg wieder gegen kriselnde Austria. Der SVM muss zur Austria, die im Tief ist. Im Sommer folgte unter ähnlichen Voraussetzungen eine 1:5-Pleite.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 06. November 2019 (03:45)
Ivansich
Blick nach vorne. Mattersburg-Tormann Tino Casali richtet nach dem Spiel gegen Meister Salzburg den Fokus bereits voll auf das Duell am Sonntag bei seinem Ex-Verein, der Austria. Um 14.30 Uhr geht es für die nach vier Niederlagen en suite geschwächten Burgenländer bei den nicht minder verunsicherten Wienern um extrem wichtige Punkte. Schließlich soll für die restlichen Aufgaben vor der Winterpause eine Portion Selbstvertrauen erlangt werden. Und das geht eben meist nur durch ein Erfolgserlebnis.

Salzburg war, Austria ist. Nach der 0:3-Pleite gegen den Meister arbeiten die Profis des SVM aktuell auf den Sonntag hin. Da geht es in Wien-Favoriten für beide Teams um sehr viel. Die Austria hat den Anschluss an die Top-Sechs verloren und muss sich nun als Siebenter aus einer hartnäckigen Krise befördern. Mattersburg wiederum findet sich als Zehnter nach den Siegen der unmittelbaren Konkurrenten Altach und St. Pölten inmitten des Kampfs gegen den letzten Platz wieder. Der übrigens sogar die Austria mit nur drei Punkten Vorsprung auf Schlusslicht Admira betrifft.

„Es ist klar, dass da die Fetzen fliegen werden“, prophezeit Mattersburg-Coach Franz Ponweiser einen Kampf auf Biegen und Brechen. Vom spielerischen Potenzial her hinkt Violett den eigenen Ansprüchen derzeit weit hinterher, dementsprechend könnte auch auf Seiten der Gastgeber der Weg zum Erfolg über den Kampf führen. Wobei sich Ponweiser damit gar nicht beschäftigen möchte. Zu stark ist die 1:5-Heimpleite vom 11. August gegen eine bereits damals schwächelnde Austria im Kopf. „Da haben wir sie zum Leben erweckt. Deshalb sage ich gar nichts zur Austria. Wir müssen auf uns schauen.“

 „Es war klar, dass ich nicht meine ganze Karriere fehlerlos spiele. Das gehört dazu, ich kann damit umgehen.“ Tino Casali hat nach seinem Patzer gegen Salzburg den Blick nach vorne gerichtet

 Eines sagt der Coach dann aber doch zum Gegner: „Dort ist die Situation derzeit ein Pulverfass. Darauf müssen wir uns einstellen.“ Womit man aber wieder beim Fokus auf die eigene Qualität wäre. „Wir müssen Kompaktheit an den Tag legen, müssen aber trotzdem die Balance für das Spiel nach vorne behalten.“

Das Rezept ist also klar: Hinten gut stehen, Nadelstiche nach vorne setzen – und vor allem die individuellen Patzer vermeiden. Die passierten gegen Salzburg gleich im Doppelpack. Erst ließ Goalie Tino Casali einen Kerzenball beim Fangversuch aus (0:1) und Patson Daka sagte Danke, dann köpfelte Nedeljko Malic Daka den Ball beim Klärungsversuch vor die Beine. Der Dreifachschütze knallte den Ball daraufhin unhaltbar in die Kreuzecke zum 0:2 - die halbe Miete. „Dass er den so trifft, kommt dann auch noch dazu“, resümierte Casali, der die billige 0:1-Führung natürlich auf seine Kappe nehmen muss. „Es war klar, dass ich nicht meine ganze Karriere fehlerlos spiele. Das gehört dazu. Ich kann aber damit umgehen, auch wenn solche Situationen natürlich keinen Spaß machen.“

Der Abend danach und der Sonntag seien von der persönlichen Stimmungslage her bescheiden gewesen, das Thema ist aber längst wieder abgehakt, wie der 23-Jährige wissen ließ, denn: „Ich spüre extrem viel Vertrauen von den Mitspielern, von den Betreuern, vom Trainerteam und vom Klub.“

Beim Auswärtsspiel in Hartberg am 26. Oktober rutschte Casali statt Einsertormann Markus Kuster in die Startformation. Nach dem 1:3 in der Steiermark und dem 0:3 gegen Salzburg kommt nun die Wiener Austria in den Blick des Kärntners, der vor dem SVM insgesamt vier Jahre am Verteilerkreis unter Vertrag stand. „Natürlich verfolge ich das Geschehen bei der Austria nach wie vor intensiv. Auch das Spiel ist etwas Besonderes für mich.“ Was zu tun sei? Hier nimmt er sich selbst freilich nicht aus. „Klar müssen wir die individuellen Fehler abstellen. Die Priorität wird generell sein, hinten kompakt zu stehen. Vorne gelingt uns immer wieder ein Tor.“

Ohne Gruber und Pusic am Verteilerkreis

Personell muss Franz Ponweiser auf Andi Gruber verzichten, der sich gegen Salzburg eine Seitenbandverletzung zuzog. Stürmer Martin Pusic ist rekonvaleszent und steigt diese Woche wieder ins Mannschaftstraining ein. Die Partie bei der Austria kommt aber zu früh. Der Rest des Kaders sollte zur Verfügung stehen und bereit für dieses so wichtige Duell sein. Schließlich geht es weiterhin um eine gute Positionierung für die Zeit nach der Ligateilung. Da die Top-Sechs und die unteren Sechs mittlerweile ein Respektabstand von acht Punkten trennt, nimmt das Feld für den Kampf gegen den Abstieg immer konkretere Formen an. Ponweiser: „Es rückt alles komplett zusammen. Darum bleibt es ein ganz harter Punktekampf, bis abgerechnet wird.“