Mattersburger fahren am Boden liegend zum SKN. Nach dem 1:4 gegen den WAC ist Mattersburg in St. Pölten als Letzter schon schwer unter Druck. Besserung ist nicht in Sicht.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 28. November 2019 (06:08)
Philipp Erhardt beim bitteren 1:4 gegen den WAC. Fotos: Ivansich
Martin Ivansich

Sechs Pleiten in Folge hat es gedauert. Jetzt hat der SV Mattersburg nicht nur den Salat in Form dieser bitteren Serie, sondern auch den letzten Platz als logische Folge.

Der Fairness halber sei erwähnt: Fünf der sechs Niederlagen erfolgten ausschließlich gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte, dazu kommt das 1:2 auswärts bei der Austria. Nüchtern betrachtet war der SVM in fast all diesen Begegnungen Außenseiter, freilich interessiert das in der jetzigen Situation nicht. Denn die Summe der sportlichen Fehltritte macht es aus, weshalb einfach geliefert gehört. So geradlinig läuft das Geschäft.

Nicht zuletzt deshalb stellte Trainer Franz Ponweiser auch klar: Die Kacke sei derzeit richtig am Dampfen. Der 44-Jährige selbst merkte nach dem jüngsten 1:4 gegen den WAC und den sechs Pleiten, auch angesprochen auf seine Person, an: „Es geht hier nicht um mich. Auch wenn es mir persönlich weh tut und mir sehr schwer fällt, mit diesen Niederlagen umzugehen.“

Beton und Kampf in St. Pölten für Punkte

Vor allem auch, weil sich die Fehler nicht vermeiden lassen. „Gegen den WAC haben wir die Probleme bei Standards abgestellt, dafür hat dann das Verteidigen in der Box nicht gepasst.“ Die SVM-Defensive ließ die WAC-Offensive bei sämtlichen Gegentreffern locker-flockig gewähren. Zuversicht schöpft Ponweiser derzeit daraus, dass „uns die Gegner ja trotzdem nicht dumm und dämlich spielen. Wir schaffen es aber einfach nicht, fehlerfrei zu bleiben.“

In Altach oder bei der Admira gelang das. Die Folge: zwei Siege. Am Samstag steht in St. Pölten das nächste direkte Duell gegen eine Elf auf Augenhöhe an. Klar, dass das Neo-Schlusslicht um jeden Preis zumindest ungeschlagen bleiben will. Dafür wird Ponweiser mit seiner Truppe notfalls Beton anrühren, um vor allem Gegentore zu vermeiden. Gegen den WAC schob sich im Spiel gegen den Ball mit Jano ein dritter Innenverteidiger ins Abwehrzentrum.

Geholfen hat es nur bedingt, weil in zu vielen Situationen Fehler passierten. Ein spielstarkes Team wie der WAC konnte so die Defensive bloßstellen. Das Ziel ist somit ein ums andere Mal erneut gleich: Die Burgenländer müssen kompakter auftreten. Florian Hart (Wadenverhärtung) und Fabian Miesenböck (Bänderzerrung) sollten wieder im Kader stehen, bei Alois Höller (Knie) wird es eng. Victor Olatunji (Bändereinriss) fehlt ebenso wie Andi Gruber (Seitenbandverletzung).

Gegner St. Pölten hat zuletzt mächtig Selbstvertrauen getankt. Bei Rapid 1:0, WSG Tirol daheim 5:1 besiegt und in Salzburg ein 0:2 in ein 2:2 verwandelt. Es gelte also kühlen Kopf zu bewahren und alle Mittel auszuschöpfen. Ob das Spieler-Personal von der Qualität her reicht, wird aus Sicht des SVM ohnehin zeitnah zu evaluieren sein. Vorerst zählt lediglich, mit den vorhandenen Möglichkeiten halbwegs vernünftig in die Winterpause zu kommen. Und das geht im geradlinigen Fußballgeschäft eben nur mit Punkten.