Ponweiser: „Ein bisserl wie schwarz und weiß“. Mattersburg-Trainer Franz Ponweiser bleibt skeptisch, was die Rückkehr zum echten Mannschaftsbetrieb betrifft.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 11. April 2020 (16:00)
Mattersburgs Cheftrainer Franz Ponweiser hat, wie so viele Beteiligten im Fußballgeschehen, derzeit noch mehr Fragen als Antworten in Bezug auf die mögliche Wiederaufnahme des Betriebs.
Martin Ivansich

Am kommenden Donnerstag, den 16. April, soll im Rahmen einer Video-Klubkonferenz der Bundesliga weiter beraten und in weiterer Folge dann auch zeitnah entschieden werden, wie sich die sportlichen Aussichten im Oberhaus gestalten.

Bis dato gibt es nämlich in Bezug auf konkrete Maßnahmen mehr Fragen als Antworten. Kann die laufende Meisterschaft der Bundesliga noch zu Ende gebracht werden? Wie weit nach hinten würde sich der Betrieb ziehen und wie wäre dann der Fahrplan für die neue Saison? Wird vor dem 30. Juni wieder gespielt, könnten nur Geisterspiele erfolgen. Wie könnten solche Partien in Zeiten der Corona-Krise verantwortungsbewusst über die Bühne gebracht werden, um die Ansteckungsrisken zu minimieren?

Maskenpflicht hier, Mannschaftstraining da? 

Nur ein paar Eckpunkte eines offenen Fragenkatalogs, der die Beteiligten beschäftigt. Auch beim SV Mattersburg ist das nicht anders, wie Cheftrainer Franz Ponweiser bestätigt: „Die Ungewissheit macht natürlich auch den Spielern zu schaffen.“ Der Konsens unter den Aktiven sei freilich, dass man die Situation hinnehmen müsse. Was aber nichts an der besagten Ungewissheit ändert.

Zweifel hat der 44-jährige Trainer und Sportliche Leiter des SVM aktuell noch, was die oft zitierten Geisterspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit betrifft: „Ich bin mir nicht sicher, ob diese Partien auch zugelassen werden. Zwar gibt es viele Interessensgemeinschaften, aber wenn ich mir die aktuellen Richtlinien mit der Maskenpflicht in den Supermärkten ansehe, dann ist das schon ein bisserl wie schwarz und weiß.“ Stichwort Kontaktsport Fußball, bei dem es ans Eingemachte geht, wenn 22 Profis den Kampf um und mit dem Ball am Platz führen. „Du brauchst ja davor einmal ein vernünftiges Mannschaftstraining, um die Spieler wieder sukzessive heranzuführen“, spricht der Neutaler auch die nötige Vorlaufzeit an.

„Das ist die reinste Bewegungstherapie“

In Deutschland starteten die Bundesligisten wieder mit dem Training in Kleingruppen, wie auch Bayern München, wo erste Bilder ein lockeres Schusstraining und diverse Ballübungen ohne Zweikampf-Flair überlieferten. „Das ist reinste Bewegungstherapie. Wenn das zwei, drei Wochen so geht, werden auch die Bayern-Profis keinen großen Spaß mehr daran haben. Du brauchst als Fußballer über kurz oder lang Zweikämpfe und Spielformen.“

Ob und wann genau das möglich sein wird, steht aber noch nicht fest. „Ich bin auch gespannt, welche Richtlinien generell bei einem Trainingsbetrieb gelten werden. Da geht es ja auch um hygienische Fragen, Stichwort Umziehen, Duschen, Stichwort Betrieb in der Kraftkammer. Was muss wie oft desinfiziert werden? Wie oft werden die Spieler getestet? Wie sieht es mit der Inkubationszeit aus?“, fragt sich Ponweiser, der abschließend klarstellt: „Natürlich wollen wir alle so schnell wie möglich wieder Fußballspielen und die Meisterschaft fortführen. Aber dafür braucht es eben schon noch einige praktische Lösungen und Antworten.“